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Trendtag 2026: Wie digitale Transformation im Maklerbetrieb gelingt

(Bild: © CyberFrame - stock.adobe.com)

Trendtag 2026: Wie digitale Transformation im Maklerbetrieb gelingt

23. September 2026

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8 Min. Lesezeit

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Im Blickpunkt-Trendtag-News

Neue KI-Tools versprechen Effizienz und Automatisierung, stellen Vermittlerbetriebe aber auch vor neue Entscheidungen. Mag. Natascha Jäger, Unternehmensberaterin und Inhaberin von Natascha Jaeger Consulting e.U., sowie Keynote-Speakerin beim AssCompact Trendtag 2026, erklärt, warum digitale Transformation nicht mit der Auswahl eines Tools beginnt und welche Chancen gerade kleinere Betriebe bei der Umsetzung haben.

Kerstin Quirchtmayr

Redakteur/in: Kerstin Quirchtmayr - Veröffentlicht am 23.09.2026

KI ist in vielen Unternehmen längst vom Experiment zum konkreten Arbeitsthema geworden. Mit den neuen Möglichkeiten wächst allerdings auch die Zahl der Entscheidungen, die Unternehmen treffen müssen. Natascha Jäger beobachtet, dass dabei nicht nur die Technologie selbst zur Herausforderung werden kann: „Einer der Hauptgründe steckt bereits in Ihrer Frage – die an die Projekte gestellten Erwartungen. Veränderungsprojekte laufen so gut wie immer neben dem Tagesgeschäft. Das bedeutet eine Zusatzbelastung für Organisation und Mitarbeitende und ist vollkommen normal und typisch.“

Zusätzliche Dynamik entsteht durch die Geschwindigkeit, mit der derzeit neue Technologien, Vorgaben und vermeintliche Trends aufeinanderfolgen. „Aktuell erleben wir eine Zeit, in der gefühlt alle paar Wochen ein neuer Trend, ein neues KI-Tool oder ein neues Regularium auftaucht. Gleichzeitig hat man das Gefühl, ständig etwas zu verpassen, wenn man nicht sofort anspringt und die Transformation am besten binnen zwei Wochen ‚hinter sich‘ bringt.“

Was häufige Kurswechsel innerhalb eines Unternehmens bei den Mitarbeitern auslösen können, beschreibt Jäger anhand eines typischen Beispiels: „Diese schnellen Richtungswechsel, und seien sie noch so graduell, erzeugen Druck auf die Menschen. Spätestens beim übernächsten Tool-Wechsel wartet der erfahrene Mitarbeiter wahrscheinlich erst einmal ab, wie die Lage im Dezember ist, bevor er sich komplett auf das Thema einlässt. Der Geschäftsführer nimmt davon jedoch meist nur wahr, dass die Begeisterung im Team nachlässt und manche sich zunehmend kritisch zeigen, statt weiter euphorisch im Projekt mitzuziehen.“

Erst das Problem, dann das Tool

Für Vermittlerbetriebe stellt sich damit die Frage, welche Rolle Technologie bei der eigenen Weiterentwicklung überhaupt spielen soll. Jäger setzt bei der Definition digitaler Transformation deutlich früher an: „Man darf beim Begriff der digitalen Transformation nicht davon ausgehen, dass das digitale Tool im Fokus steht – digitale Transformation bedeutet bloß, dass ich mein Geschäftsmodell, meine Organisation, meine Dienstleistungen und Produkte digital so aufstelle, dass sie meinem zuvor festgelegten Unternehmensziel den größten Nutzen bringen.“

Welche Lösungen daraus entstehen, kann von Betrieb zu Betrieb unterschiedlich aussehen. „Als Versicherungsvermittler ist mein Unternehmenszweck klar: unabhängige Versicherungsberatung für meine Kunden. Im Rahmen der digitalen Transformation treffe ich dann die konkreten Entscheidungen, in welcher digitalen Form ich diesem Zweck am besten nachkomme. Das reicht von effizienteren internen Prozessen für mehr Zeit in der Beratung, bis hin zur Handy-App, dem Kundenportal oder einem ChatBot. So individuell, wie es zum Unternehmen passt.“

Bei der Auswahl neuer Anwendungen empfiehlt Jäger eine klare Reihenfolge: „Experimentieren gehört dazu, dafür muss Raum geschaffen werden. Doch bevor ich ein Tool offiziell einführe und von Anderen erwarte, dieses im Alltag einzusetzen, muss ich grundsätzlich erst wissen, welche Probleme es überhaupt zu lösen gilt und welche Aufgaben daher mittels Technologie gelöst werden sollen. Zuerst also das Problemverständnis, erst später das Tool.“

KI-Potenzial braucht Vorbereitung

Jäger beschäftigt sich seit Jahren mit Cyber-Risiken. Beim Einsatz Künstlicher Intelligenz sieht sie deshalb neben den Möglichkeiten auch Sicherheitsfragen, mit denen sich Unternehmen auseinandersetzen müssen: „Viele Unternehmen geben diesen Tools ungesicherten Datenzugriff, oft unwissentlich. Innerhalb weniger Wochen mussten in diesem Sommer gleich drei große KI-Anbieter einräumen, dass ihre Modelle unautorisiert in reale Unternehmen eingedrungen sind – das war zwar zu erwarten, hat aber gezeigt, dass Sicherheitsbedenken bei KI durchaus berechtigt sind und der Umgang damit auch geschult sein will.“

Kleine Vermittlerbetriebe können schneller ins Tun kommen

Gerade für kleinere und mittlere Vermittlerbetriebe stellt sich angesichts begrenzter personeller und finanzieller Ressourcen die Frage, wo sie mit der Transformation beginnen sollen. „Der erste und wichtigste Schritt kostet nichts: sich fragen, wo man mit dem eigenen Unternehmen in fünf bis zehn Jahren stehen will, und ehrlich hinschauen, was gut läuft und bleiben soll – und was nicht“, so Jäger und erklärt: „Wer diese Fragen für sich beantwortet und regelmäßig auf ihre Aktualität überprüft, kann im Alltag viel leichter ansetzen, etwa mit einfachen digitalen Lösungen, an die sich das Team gewöhnt und dabei nach und nach Kompetenz aufbaut.“

Bei der praktischen Umsetzung sieht Jäger für kleinere Betriebe durchaus Vorteile: „Im Vermittlerbüro füllen Mitarbeitende oft mehrere Rollen gleichzeitig aus. Sie erkennen rascher, ob ein Tool für die Aufgabenerledigung sinnvoll ist, wissen am besten, wo es im Alltag hakt, und können das beim Nachmittagskaffee direkt zurückspielen. Oft sind es einfache Dinge wie doppelte Eingaben in verschiedene Systeme, die sich schon durch simple Automatisierung lösen lassen – nicht einmal KI ist dafür nötig. Genau darin liegt die Chance kleinerer Büros: schnell spürbare Erfolge, ohne das ganze Unternehmen auf den Kopf zu stellen.“

Dabei muss der Veränderungsprozess weder auf Anhieb perfekt funktionieren noch möglichst schnell abgeschlossen sein: „Digitale Transformation ist keine Raketenwissenschaft, sie benötigt allerdings Geduld und Raum zum Experimentieren. Das heißt nichts anderes, als dass man ins Tun kommen muss.“

Trendtag-Keynote: Mehr als Software und KI

Trendtag 2026: Wie digitale Transformation im Maklerbetrieb gelingt

Natscha Jäger

Beim AssCompact Trendtag am 8. Oktober 2026 in der Pyramide Wien/Vösendorf spricht Natascha Jäger über „Mehr als Software und KI: Die Erfolgsfaktoren digitaler Transformation für den Vermittlerbetrieb“. Der Vortrag beleuchtet typische Stolpersteine bei Transformationsprojekten und zeigt, worauf es bei der erfolgreichen Umsetzung im Vermittlerbetrieb ankommt.

„Nach meinem Vortrag werden die Besucher konkret wissen, welche Fragen sie sich in ihrer Organisation stellen müssen, um ihre eigene Transformation zu starten. Perfekt und sofort gelingt das niemandem, und das muss es auch nicht. Gerade jetzt lohnt es sich trotzdem anzufangen: Wer wartet, bis alles klar und sicher ist, wartet für immer – und das Umfeld verändert sich dabei stetig weiter“, so Jäger.

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Am 8. Oktober 2026 trifft sich die Versicherungs- und Finanzbranche in der Pyramide Wien/Vösendorf zum AssCompact Trendtag. Freuen Sie sich auf hochkarätige Keynotes und praxisnahe Fachvorträge zu aktuellen Entwicklungen in den Bereichen Versicherungs- und Vermittlerrecht, Biometrie und Vorsorge, Digitalisierung sowie Innovationen der Gesellschaften. Ergänzt wird das Fachprogramm durch eine umfangreiche Fachmesse und zahlreiche Gelegenheiten zum persönlichen Austausch mit Expertinnen und Experten sowie Entscheidungsträgern der Branche.

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