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AssCompact Gewerbeversicherungssymposium 2026: Der Fotorückblick

AssCompact Gewerbeversicherungssymposium 2026: Der Fotorückblick

04. März 2026

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7 Min. Lesezeit

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Recht & Wissen

Fünf hochkarätige Fachvorträge, über 400 Fachbesucherinnen und Fachbesucher und intensiver Austausch mit Partnern und Branchenkollegen – das war das AssCompact Gewerbeversicherungssymposium 2026. Gestern, am 3. März, traf sich die Branche im Eventhotel Pyramide Wien/Vösendorf, um sich mit aktuellen Herausforderungen im Gewerbe- und KMU-Geschäft auseinanderzusetzen. Insgesamt wurden 1.611 unabhängige IDD-Weiterbildungsstunden zertifiziert.

Andreas Richter

Redakteur/in: Andreas Richter - Veröffentlicht am 04.03.2026

Das AssCompact Gewerbeversicherungssymposium 2026 bot auch heuer wieder eine Plattform für fachliche Vertiefung und praxisnahe Diskussion. Wirtschaftliche Unsicherheiten, steigende Anforderungen an die Risikodarstellung, korrekte Summenbewertung sowie digitale Haftungsfragen prägten das Programm.

Wirtschaftliche Unsicherheit und professionelle Risikodarstellung

Den Auftakt machte Mag. Hanno Lorenz, stellvertretender Direktor der Agenda Austria, mit seinem Vortrag „Unsicherheit als neue Normalität: Wie sich Unternehmen strategisch aufstellen sollten“. Er ordnete die aktuellen wirtschaftlichen Entwicklungen ein und zeigte auf, welche strukturellen Herausforderungen – von Produktivität bis Standortfaktoren – die Absicherungsbedarfe von Unternehmen beeinflussen.
(AssCompact berichtete …)

Im Anschluss erläuterte Dipl. Ing. Gerhart Ebner in seinem Vortrag „Mehr als Prävention: Wie professionelle Risikobewertung und Risikodarstellung Versicherbarkeit sichern“, warum strukturierte Risikoaufbereitung und faktenbasierte Darstellung zunehmend über die Zeichnungsfähigkeit von Risiken entscheiden.
(AssCompact berichtete …)

Summen richtig bewerten – Sicherheit für Unternehmen und Makler

Oliver Fuss, Leiter der Niederlassung Oberösterreich bei Aktuell Raiffeisen Versicherungs-Maklerdienst Gesellschaft m.b.H., widmete sich dem Thema „Summen richtig bewerten – Sicherheit für Unternehmen und Makler“. In seinem Vortrag zeigte er, wie Versicherungssummen in der Sachversicherung und Deckungssummen in der Haftpflicht realistisch ermittelt werden können und welche Folgen falsche Bewertungen im Schadensfall haben. „Die optimale Versicherungssumme ist jene, bei der weder eine Unterversicherung noch eine Überversicherung entsteht. Eine Überversicherung bringt dem Kunden keinen Vorteil – er bezahlt höhere Prämien, erhält im Schadensfall aber trotzdem nicht mehr als den tatsächlichen Schaden ersetzt. Entscheidend ist daher, die Summe realistisch und nachvollziehbar zu ermitteln“, erklärte Fuss.

Er erläuterte, dass eine zu niedrig angesetzte Versicherungssumme in der Sachversicherung im Schadenfall zu Leistungskürzungen führen kann. Grundlage dafür ist die Unterversicherungsregel im Versicherungsvertragsgesetz, nach der Entschädigungen anteilig reduziert werden, wenn der tatsächliche Wert höher ist als die vereinbarte Versicherungssumme.

Auch in der Betriebshaftpflicht warnte Fuss vor zu niedrigen Deckungssummen. Unternehmen haften grundsätzlich unbegrenzt für Personen-, Sach- und daraus resultierende Vermögensschäden, weshalb eine realistische Bewertung der Summen eine zentrale Voraussetzung für eine stabile Absicherung im Gewerbegeschäft darstellt.

Digitalisierung als Haftungstreiber im Gewerbegeschäft

Mag. Kerstin Keltner, Managing Director/Head Specialty Austria Specialty bei Aon Austria, ging in ihrem Vortrag „Digitalisierung als Haftungstreiber - KI, Cybercrime und die neue Risikorealität im Gewerbegeschäft“ darauf ein, welche Auswirkungen digitale Risiken auf den Versicherungsschutz von Unternehmen haben.

Keltner erläuterte, dass Digitalisierung und KI nicht nur Cyberrisiken erzeugen, sondern sich auf mehrere Versicherungssparten gleichzeitig auswirken können. Digitale Angriffe, IT-Ausfälle oder Fehlentscheidungen automatisierter Systeme können Betriebsunterbrechungen, Vermögensschäden oder Haftungsansprüche auslösen. Neben Cyberversicherungen können daher auch Vertrauensschaden-, Haftpflicht- oder D&O-Versicherungen relevant werden. Entscheidend sei, dass Vermittler die Risiken nicht isoliert betrachten, sondern die Absicherung als Gesamtkonzept prüfen. „KI wirkt heute in fast alle betrieblichen Prozesse hinein – von der Produktion über die Kommunikation bis zur Entscheidungsunterstützung. Genau deshalb kann man diese Risiken nicht mit einem einzigen Versicherungsprodukt abdecken. Digitalisierung und KI greifen in viele Sparten gleichzeitig ein, und für Unternehmen bedeutet das, dass sie ihre Absicherung gesamthaft betrachten müssen“, erklärte Keltner.

Sie verwies zudem darauf, dass Cyberprodukte nicht jeden Schaden abdecken, etwa bei Betrugsfällen ohne technischen Eingriff oder bei operativen Fehlern durch digitale Systeme. In solchen Fällen können ergänzende Lösungen notwendig sein.

Haftungssichere Beratung im Gewerbegeschäft

Den Schlusspunkt der Vortragsreihe setzte Rechtsanwalt Dr. Roland Weinrauch, Weinrauch Rechtsanwälte, zum Thema „Haftungssichere Beratung im Gewerbegeschäft anhand von OGH-Fällen“. Anhand mehrerer Entscheidungen des Obersten Gerichtshofs zeigte er, in welchen Situationen Vermittler im Gewerbe- und Unternehmensgeschäft mit Haftungsfragen konfrontiert werden können.

Im Unternehmergeschäft bestehen laut Weinrauch zwar größere vertragliche Gestaltungsmöglichkeiten, etwa bei Haftungsbeschränkungen oder Fristen. Gleichzeitig sei es für Vermittler entscheidend, klar festzuhalten, wofür sie im Beratungsprozess verantwortlich sind und welche Grundlagen der Beratung zugrunde liegen. „Im Unternehmergeschäft kann ich vieles vertraglich regeln – etwa Haftungsbeschränkungen oder Verjährungsfristen. Diese Spielräume gibt es im Konsumentengeschäft so nicht. Wer sie nutzt und sauber dokumentiert, kann seine eigene Haftung deutlich besser steuern“, erklärte Weinrauch.

Anhand eines OGH-Falls zur Unterversicherung erläuterte er außerdem, dass Vermittler grundsätzlich auf Angaben des Kunden vertrauen dürfen, solange kein Anlass besteht, deren Richtigkeit zu hinterfragen. Gleichzeitig dürften sie jedoch nicht den Eindruck erwecken, bestimmte Angaben überprüft zu haben, wenn dies tatsächlich nicht erfolgt ist.

Networking und Schlussverlosung

Neben den Fachvorträgen bot das Symposium ausreichend Gelegenheit zum Austausch mit Partnern und Kollegen. Den Abschluss bildete die traditionelle Verlosung, bei der attraktive Preise an die Teilnehmer vergeben wurden: DI René Forsthuber (Axa XL) gewann ein Buch „Gedächtnistraining für Erwachsene“ von Markus Hofmann sowie ein Eintrittsticket für das Gewerbe- und Industrieforum am 16. Juni. Alfred Jäger (ERGO) erhielt das Buch „Souverän entscheiden und führen“ von Deniz Aytekin sowie ebenfalls ein Ticket für das Forum. Markus Gsellmann (Wiener Städtische) durfte sich über das Buch „Unternehmer“ von Martin Limbeck sowie ein weiteres Eintrittsticket für das Gewerbe- und Industrieforum freuen.

Sehen Sie unten Impressionen des AssCompact Gewerbeversicherungssymposiums 2026 im Fotorückblick!

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