Digitalisierung, Regulierung und Künstliche Intelligenz verändern die Anforderungen an Versicherungsmakler. Berufserfahrung bleibt wichtig, muss aber zunehmend durch neue Kompetenzen ergänzt werden. Prof. Dr. Achim Hecker, Gründer und Geschäftsführer der DBU Digital Business University of Applied Sciences, erklärt, welches Wissen künftig gefragt ist und wie sich Weiterbildung mit dem Makleralltag vereinbaren lässt. Mit dem digitalen InnoShip-Lehrgang zum akademischen Versicherungsmakler steht dafür eine berufsbegleitende Ausbildung mit Hochschulzertifikat zur Verfügung.
Redakteur/in: Kerstin Quirchtmayr - Veröffentlicht am 22.09.2026

Prof. Dr. Achim Hecker, Gründer und Geschäftsführer der DBU Digital Business University of Applied Sciences
Fachwissen bleibt die Grundlage professioneller Beratung. Das Kompetenzprofil von Versicherungsmaklern wird sich nach Einschätzung von Achim Hecker in den kommenden Jahren jedoch verbreitern: „Fundament bleiben solides Versicherungs- und Rechtswissen sowie die Fähigkeit, Risiken sauber zu analysieren. Dazu kommen digitale und unternehmerische Kompetenzen: Maklerinnen und Makler müssen Daten verstehen, Prozesse gestalten und KI-Werkzeuge sinnvoll einsetzen können. Entscheidend ist dabei nicht, jede Technologie im Detail zu verstehen, sondern ihre Ergebnisse kritisch zu prüfen, Datenschutz und Vertraulichkeit mitzudenken und dem Kunden erklären zu können, wie eine Empfehlung zustande kommt.“
Mit zunehmender Automatisierung gewinnen für Hecker zugleich Fähigkeiten an Gewicht, die sich nicht ohne Weiteres an technische Systeme übertragen lassen: „Mindestens ebenso wichtig werden Kommunikation, Empathie und Urteilsfähigkeit. Je mehr Standardaufgaben automatisiert werden, desto stärker liegt der Wert des Maklers darin, komplexe Sachverhalte zu vermitteln, Interessen einzuordnen und in schwierigen Situationen Orientierung zu geben. Das Kompetenzprofil der Zukunft ist daher T-förmig: fachlich tief und zugleich breit genug, um Recht, Betriebswirtschaft, Prozesse, Technologie und Kundenführung miteinander zu verbinden.“
Erfahrung allein reicht auf Dauer nicht
Viele Versicherungsmakler verfügen über jahrzehntelange Berufspraxis. Diese Erfahrung stellt Hecker nicht infrage – sieht aber Grenzen, sobald sich die Rahmenbedingungen verändern: „Berufserfahrung ist durch nichts zu ersetzen. Sie schafft Marktkenntnis und ein Gespür für Menschen, das man nicht aus einem Lehrbuch beziehen kann. Erfahrung hat aber auch eine Grenze: Sie ist häufig an Fälle und Rahmenbedingungen der Vergangenheit gebunden. Wenn sich Recht, Produkte, Kundenverhalten und Technologie verändern, können bewährte Routinen unbemerkt zu blinden Flecken werden.“
Weiterbildung soll dieses Erfahrungswissen daher nicht ersetzen, sondern ergänzen. „Strukturierte Weiterbildung ist daher eine wichtige Ergänzung zu Erfahrungswissen. Sie hilft, implizites Wissen zu ordnen, mit neuen rechtlichen und betriebswirtschaftlichen Erkenntnissen zu verbinden und die eigene Praxis zu reflektieren. Die entscheidende Frage lautet also nicht Erfahrung oder Weiterbildung, sondern wie sich beide so verbinden lassen, dass Maklerinnen und Makler auch die künftigen Herausforderungen erfolgreich bewältigen können.“
Weiterbildung muss in den Makleralltag passen
Der Wunsch nach Weiterbildung trifft in der Praxis häufig auf ein knappes Zeitbudget. Hecker sieht deshalb die Ausbildungsform als entscheidenden Faktor: „Weiterbildung muss sich heute dem Berufsalltag anpassen – nicht umgekehrt. Dafür braucht es kurze, klar strukturierte Lerneinheiten, die zeit- und ortsunabhängig bearbeitet werden können, einen nachvollziehbaren Lernpfad und verlässliche Etappenziele. Wer regelmäßig zwei oder drei feste Lernfenster pro Woche reserviert, kommt oft weiter als jemand, der auf eine irgendwann ruhigere Phase wartet. Diese Phase kommt im Makleralltag erfahrungsgemäß selten.“
Damit Weiterbildung nicht als zusätzliche Belastung wahrgenommen wird, kommt es für Hecker auch auf die unmittelbare Anwendbarkeit an: „Wenn sich ein Thema am nächsten Tag in einem Kundengespräch, bei einer Prozessentscheidung oder in der Mitarbeiterführung anwenden lässt, wird Lernen nicht als zusätzliche Belastung erlebt, sondern als Teil der Arbeit. Digitale Formate sind dafür besonders geeignet, weil sie sich in den Berufsalltag nahtlos einfügen lassen.“
Digital lernen – mit anerkanntem Abschluss
Genau an dieser Verbindung von beruflicher Praxis und flexiblem Lernen setzt der InnoShip-Lehrgang an. Bei der Konzeption sollte laut Hecker keine bloße Aneinanderreihung einzelner Online-Seminare entstehen: „Der Lehrgang bietet einen zusammenhängenden Lernpfad: von Unternehmensführung, Rechnungswesen sowie Prozess- und Vertriebsmanagement über Rechtsgrundlagen und Versicherungswirtschaft bis zu den Versicherungssparten, Risikomanagement und Schadenbearbeitung. Dadurch werden Themen nicht isoliert gelernt, sondern in den Kontext beruflicher Entscheidungen gestellt. Zu dieser Praxisnähe trägt auch bei, dass alle Lehrenden anerkannte Experten aus der Praxis sind.“
Der Lehrgang ist vollständig digital aufgebaut und ermöglicht damit einen Einstieg unabhängig von festen Lehrgangsterminen. „Dies bietet eine einmalige zeitliche und räumliche Flexibilität: Ich kann lernen, wann und wo ich will und in meinem eigenen Lerntempo. Außerdem ist ein Einstieg jederzeit möglich. Drittens der Abschluss. Am Ende steht kein Teilnahmezertifikat, sondern ein akademisches Hochschulzertifikat mit 60 ECTS-Punkten einer staatlich anerkannten Hochschule. Das ist ein international anerkannter Standard und dazu noch anrechenbar, wenn jemand später weiterstudieren möchte", informiert Hecker.
Akademischer Versicherungsmakler: Einstieg jederzeit möglich
Der berufsbegleitende Online-Lehrgang von InnoShip richtet sich an Versicherungsmakler und Versicherungsmanager, die ihre fachlichen und unternehmerischen Kompetenzen ausbauen möchten, ohne dafür ihren Berufsalltag unterbrechen zu müssen. Die Ausbildung verbindet Versicherungsfachwissen mit Recht, Unternehmensführung, Prozess- und Vertriebsmanagement sowie Risikomanagement und Schadenbearbeitung.
Der Lehrgang umfasst 60 ECTS und schließt mit dem Hochschulzertifikat „Akademische/r Versicherungsmakler/in“ oder „Akademische/r Versicherungsmanager/in“ ab. Das Studium ist vollständig online und zeitlich flexibel, ergänzt durch Netzwerktreffen. Ein Einstieg ist jederzeit möglich, eine Matura ist für die Zulassung nicht erforderlich. Die Kosten betragen 6.450 Euro zuzüglich Semestergebühr und MwSt.
„Warten Sie nicht auf den perfekten Zeitpunkt – wählen Sie ein Format, das zum unperfekten Berufsalltag passt. Weiterbildung wirkt ähnlich wie langfristiges Sparen: Nicht ein einzelner großer Einsatz entscheidet, sondern die Kontinuität. Schon ein verbindlicher Starttermin und feste Lernfenster verändern mehr als der Vorsatz, sich bei Gelegenheit darum zu kümmern", so Hecker.
zurück zur Übersicht
Beitrag speichern
sharing is caring
Das könnte Sie auch interessieren







