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„Women Wanted“: Maklerschaft will mehr Frauen für Selbstständigkeit und Führung gewinnen

„Women Wanted“: Maklerschaft will mehr Frauen für Selbstständigkeit und Führung gewinnen

10. September 2026

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4 Min. Lesezeit

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Recht & Wissen

Die Initiative „Women Wanted“ des Fachverbands der Versicherungsmakler will mehr Frauen für Selbstständigkeit und Interessenvertretung gewinnen. Am Vorabend zum Expert:innentreffen Rust zog Arbeitskreisleiterin Katharina Freingruber eine erste Zwischenbilanz: Der Frauenanteil unter den selbstständigen Versicherungsmaklern sei von 14 auf mittlerweile rund 18 bis 19% gestiegen. Dennoch sieht die Standesvertretung weiterhin erheblichen Handlungsbedarf.

Andreas Richter

Redakteur/in: Andreas Richter - Veröffentlicht am 10.09.2026

Frauen sind in der Versicherungsbranche keineswegs eine Ausnahme – als selbstständige Unternehmerinnen und in Funktionen der Interessenvertretung bleiben sie jedoch deutlich weniger präsent. Genau dort setzt die 2023 gestartete Initiative „Women Wanted“ des Fachverbands der Versicherungsmakler und Berater in Versicherungsangelegenheiten an.

Beim Kamingespräch im Rahmen des Expert:innentreffen der österreichischen Versicherungsmakler in Rust berichtete Mag. Katharina Freingruber, LL.B., Fachgruppenobfrau der Versicherungsmakler im Burgenland und Leiterin des Arbeitskreises „Women Wanted“, von ersten Fortschritten. Nach ihren Angaben ist der Frauenanteil unter den Selbstständigen von 14 auf rund 18 bis 19% gestiegen. Auch in den Fachvertretungen der Bundesländer seien inzwischen mehr Frauen aktiv.

Als zentralen Hebel sieht Freingruber die persönliche Ansprache. Viele Frauen seien bereits in Maklerbetrieben tätig, arbeiteten jedoch häufig im Backoffice und seien nach außen weniger sichtbar. Die Initiative stellt deshalb unter anderem Karrierewege erfolgreicher Maklerinnen vor und sucht bei Branchenveranstaltungen gezielt den Kontakt zu potenziellen Unternehmerinnen und Funktionärinnen. Mit Initiativen wie „Versicherungsmakler macht Schule“ will der Fachverband zudem bereits jungen Menschen die beruflichen Möglichkeiten in der Versicherungsvermittlung näherbringen. Im Oktober ist außerdem ein gemeinsamer Auftritt mit „Women in Insurance“ bei einer Branchenveranstaltung geplant.

Nachwuchsfrage für den Berufsstand

Auch Fachverbandsobmann KommR Christoph Berghammer, MAS, sieht die stärkere Einbindung von Frauen als Teil der Nachwuchsfrage der Maklerschaft. Bei der Besetzung von Listen für die Interessenvertretung werde bereits verstärkt auf eine ausgewogenere Beteiligung geachtet. In Salzburg liege der Frauenanteil in der Fachgruppe laut Berghammer inzwischen bei 50%.

Van der Linden: Bestehende Mechanismen hinterfragen

Eine internationale Perspektive brachte Roger van der Linden, Vorsitzender des Brokers Committee des europäischen Vermittlerverbands BIPAR, in die Diskussion ein. Das Problem sei keineswegs auf Österreich beschränkt. Entscheidend sei aus seiner Sicht auch, unbewusste Auswahlmechanismen zu hinterfragen: Während Männern vielfach aufgrund ihres Potenzials etwas zugetraut werde, müssten Frauen ihre Fähigkeiten häufiger bereits unter Beweis gestellt haben. Die Veränderung bestehender Strukturen sei deshalb nicht allein Aufgabe der Frauen.

Netzwerke und der Mut zum nächsten Schritt

Doris Zoder-Spalek, MBA, Geschäftsführerin von MOKI Burgenland und „Burgenländerin des Jahres 2026“, betonte insbesondere die Bedeutung von Netzwerken und Mentoring. Aus ihrer eigenen Führungserfahrung heraus plädierte sie dafür, Verantwortung auch dann zu übernehmen, wenn noch nicht jede Unsicherheit ausgeräumt ist: „Frauen dürfen einfach nicht warten, bis der perfekte Moment kommt. Der kommt nicht.“

Die Diskussion in Rust machte damit zugleich deutlich: „Women Wanted“ soll nicht nur Frauen motivieren, sondern auch bestehende Strukturen innerhalb der Branche und ihrer Interessenvertretung verändern. Berghammer formulierte den Handlungsdruck mit Blick auf die Zukunft des Berufsstandes klar: „Wir brauchen Nachwuchs und wir brauchen nicht nur männlichen Nachwuchs.“

Bild vorne v.l.n.r.: Doris Zoder-Spalek, MBA, Geschäftsführerin von MOKI Burgenland, und Roger van der Linden, Vorsitzender des Brokers Committee des europäischen Vermittlerverbands BIPAR
Bild hinten: Fachverbandsobmann KommR Christoph Berghammer, MAS, und Mag. Katharina Freingruber, LL.B., Fachgruppenobfrau der Versicherungsmakler im Burgenland und Leiterin des Arbeitskreises „Women Wanted“

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