Die Häufigkeit von Cyberschäden bei mittelständischen Unternehmen in Europa ist 2025 auf den niedrigsten Stand seit fünf Jahren gesunken. Gleichzeitig haben sich die durchschnittlichen Schadenwerte zwischen 2020 und 2025 verdreifacht. Das zeigt der Cyber Claims Report 2026 von Chubb.
Redakteur/in: Kerstin Quirchtmayr - Veröffentlicht am 08.09.2026
Als wesentliche Risiken nennt Chubb unter anderem Ransomware, Social Engineering, Datenschutzvorfälle und die zunehmende Abhängigkeit von externen Dienstleistern. Künstliche Intelligenz spielt dabei eine doppelte Rolle. Einerseits kann sie Unternehmen dabei helfen, Sicherheitslücken besser zu identifizieren. Andererseits kann KI auch für komplexere Angriffe eingesetzt werden und dadurch Geschwindigkeit und Ausmaß von Cyberbedrohungen erhöhen.
Abhängigkeit von Dienstleistern erhöht das Risiko
Ein besonderes Risiko sieht Chubb in der Abhängigkeit mittelständischer Unternehmen von Technologieanbietern, Lieferanten und anderen Geschäftspartnern. Ein Cyberangriff muss demnach nicht das eigene Unternehmen treffen, um finanzielle und operative Folgen zu verursachen.
Jimaan Sane, Head of Growth, Global Cyber bei Chubb.
"Mittelständische Unternehmen sind zunehmend denselben Cyberstörungen ausgesetzt wie Großkonzerne, verfügen jedoch häufig nicht über die gleiche operative Widerstandsfähigkeit. Neben der Identifizierung und Vermeidung eigener Cyberausfälle besteht die Herausforderung für Unternehmen in den finanziellen und operativen Folgen, wenn vernetzte Systeme, Lieferanten und Partner kompromittiert werden."
Als Beispiel nennt Chubb einen Ransomware-Angriff auf einen Technologieanbieter. Sind Händler, Hersteller oder Dienstleister von dessen Systemen abhängig, können auch bei ihnen Verkaufstransaktionen ausfallen, Informationen über Bestände fehlen oder der Betrieb zum Stillstand kommen. Chubb verweist vor diesem Hintergrund auf die Betriebsunterbrechungsdeckung für Dritte (Contingent Business Interruption) als Bestandteil einer Cyberrisikostrategie.
Ransomware und Social Engineering bleiben zentrale Risiken
Neben den Abhängigkeiten in der Lieferkette und dem zunehmenden Einsatz von KI bleiben laut Chubb auch Social Engineering, Datenschutzvorfälle und Ransomware relevant. Ransomware-Angriffe können insbesondere für kleinere und mittelständische Unternehmen mit hohen Kosten verbunden sein. Selbst wenn eine Verschlüsselung von Systemen verhindert werden kann, kann der Abfluss sensibler Daten umfangreiche Meldepflichten und Maßnahmen zur Schadenbehebung nach sich ziehen.
Chris Collier, Vice President – Claims bei Chubb.
"Vorfälle dieser Art können verheerende Folgen haben, insbesondere für kleine und mittelständische Unternehmen, die nicht über einen angemessenen Cyberversicherungsschutz verfügen und keine Möglichkeit haben, sich von den unwiederbringlichen Verlusten zu erholen oder diese auszugleichen."
Cyberrisiken nicht nur als IT-Thema betrachten
Unternehmen können laut Chubb KI-gestützte Tools einsetzen, um Cyberbedrohungen zu erkennen und Risiken zu reduzieren. Zudem empfiehlt Chubb, das Bewusstsein für Cyberrisiken im Unternehmen zu stärken und das Thema auf Führungsebene zu verankern, anstatt es ausschließlich als IT-Aufgabe zu betrachten.
Chubb verweist außerdem auf verschiedene Instrumente zur Unterstützung des Cyberrisikomanagements. Dazu zählen Angebote für Incident Response, Schwachstellenmanagement, Managed Detection and Response, Datenschutz-Risikomanagement sowie Maßnahmen zur Sicherheit und Sensibilisierung von Mitarbeitern.
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