Österreichs Gesundheitsausgaben haben 2025 erstmals die Marke von 60 Mrd. Euro überschritten. Gleichzeitig wird ein erheblicher Teil der Ärzteschaft in den kommenden Jahren das Pensionsalter erreichen. Ein aktuelles Factsheet von UNIQA stellt Zahlen zum österreichischen Gesundheitssystem und zur privaten Krankenversicherung gegenüber. Rund vier von zehn Menschen in Österreich verfügen über eine private Zusatzversicherung.
Redakteur/in: Kerstin Quirchtmayr - Veröffentlicht am 09.09.2026
Die Gesundheitsausgaben beliefen sich 2025 laut Statistik Austria auf 61,3 Mrd. Euro beziehungsweise 11,9% des Bruttoinlandsprodukts. Das waren um 3,5 Mrd. Euro mehr als 2024. Die laufenden privaten Gesundheitsausgaben betrugen 14,95 Mrd. Euro und damit 24,4% der gesamten laufenden Gesundheitsausgaben. Im OECD-Vergleich lag Österreich 2024 mit einem Anteil von 11,7% des BIP auf Rang vier unter 38 Staaten.
18.346 Ärzte erreichen innerhalb von zehn Jahren das Pensionsalter
Nach Zahlen der Ärztekammer werden innerhalb der kommenden zehn Jahre 18.346 Ärzte in Österreich das Pensionsalter von 65 Jahren erreichen oder überschreiten. Derzeit sind 32,7% der gesamten Ärzteschaft älter als 55 Jahre. Um den aktuellen Personalstand beizubehalten, müssten rechnerisch jährlich rund 1.836 Ärzte nachbesetzt werden. Im niedergelassenen Bereich liegt der Altersgipfel bei 63 Jahren.
René Knapp, Vorstand bei UNIQA Insurance Group und verantwortlich für Personal Lines & Asset Management:
"Österreich verfügt über ein starkes, öffentliches Gesundheitssystem. Aber mit der Demografie lässt sich nicht verhandeln: Wir werden älter, benötigen mehr medizinische Leistungen und zugleich gibt es immer weniger Menschen im Erwerbsalter, die diese Leistungen finanzieren und erbringen können. Wer die Gesundheitsversorgung von morgen sichern will, muss öffentliche Stärke und private Initiative zusammendenken. Deshalb braucht es kein Gegeneinander von öffentlich und privat, sondern eine kluge Zusammenarbeit. Private Vorsorge entlastet das System, schafft zusätzliche Kapazitäten und hilft, die medizinische Versorgung für alle langfristig abzusichern."
Rund 3,66 Millionen Menschen privat versichert
Nach Daten des Versicherungsverbands VVO waren 2025 insgesamt 3.656.883 Menschen in Österreich privat krankenversichert – rund vier von zehn Einwohnern. Im vergangenen Jahr kamen 86.000 Versicherte hinzu. 2012 waren es rund 2,9 Millionen, 2024 rund 3,6 Millionen.
Insgesamt wurden 2025 in der privaten Krankenversicherung 7.523.152 Schaden- und Leistungsfälle verzeichnet. Das waren 12,7% mehr als 2024. Die privaten Versicherer zahlten 2,181 Mrd. Euro aus. Rund 55% davon entfielen auf Krankenhauskosten einschließlich Hauskosten und Honoraren, weitere 16% auf Arztleistungen im niedergelassenen Bereich.
Das UNIQA-Factsheet führt zudem Zahlen zu Wahlärzten, Sonderklasse und Privatspitälern an. Bei Wahlärzten erstattet die öffentliche Krankenversicherung in der Regel bis zu 80% des jeweiligen Kassentarifs. Die Erstattung bezieht sich dabei nicht auf das tatsächlich verrechnete Wahlarzthonorar.
Bei Behandlungen in Privatspitälern übernehmen die Krankenkassen laut den im Factsheet angeführten Angaben rund ein Drittel der medizinischen Behandlungskosten. Der verbleibende Teil wird vom Patienten beziehungsweise von seiner privaten Versicherung getragen. 41% der Fälle der privaten Zusatzversicherung entfallen demnach auf Privatspitäler.
Für einzelne Behandlungsbereiche nennt das Factsheet weitere Zahlen: 2023 fanden in Wien rund 14% der insgesamt 18.072 Geburten in Privatkliniken statt, österreichweit waren es gut 7%. Knapp 15% der Katarakt-Operationen in Österreich werden in Privatkliniken durchgeführt; zuletzt waren es 17.254 Eingriffe. Bei Knie-Totalendoprothesen wird ein Anteil von 10% genannt.
Hans Aubauer, Leiter Group Health Insurance bei UNIQA Insurance Group und CEO UNIQA Health Service:
"Der Beitrag der privaten Zusatzversicherung zur Gesundheitsversorgung ist im Alltag konkret sichtbar: Wahlärztinnen und -ärzte schaffen zusätzliche Termine, Privatkliniken stellen Betten und OP-Kapazitäten bereit und Sonderklassezahlungen stärken die medizinische Expertise in öffentlichen Häusern. Privat finanzierte Leistungen erweitern die Kapazitäten im Gesundheitswesen und schaffen Spielraum für alle. Zusätzlich haben Zusatzversicherte vielfältige Präventionsmöglichkeiten – das schafft Gesundheit und entlastet Versorgungssysteme."
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