Eine Marktanalyse von GrECo zeigt, dass die Betrieblichen Vorsorgekassen in Österreich 2025 trotz volatiler Märkte positive Ergebnisse erzielt haben. Die Jahresrenditen lagen zwischen 1,62% und 4,78%, das verwaltete Vermögen stieg auf 23,7 Mrd. Euro.
Redakteur/in: Kerstin Quirchtmayr - Veröffentlicht am 29.04.2026
Die Betrieblichen Vorsorgekassen in Österreich haben im Jahr 2025 eine stabile Entwicklung gezeigt. Die Jahresperformance bewegte sich zwischen 1,62% und 4,78%. Gleichzeitig wuchs das veranlagte Vermögen bis Ende des Jahres auf 23,7 Mrd. Euro, nach 21,3 Mrd. Euro im Jahr davor.
Joachim Schuller, Health-&-Benefits-Experte und Studienautor:
"Jahr für Jahr scheinen die Unterschiede zwischen den Anbietern marginal. Doch über Jahrzehnte hinweg addieren sie sich zu einem echten Mehrwert beim Ruhestandsvermögen. Wichtig ist dabei: Wer einen Wechsel plant, sollte bis 30. Juni 2026 aktiv werden, damit der neue Anbieter mit 1. Januar 2027 wirksam wird."
Das Jahr 2025 war von Unsicherheiten und Schwankungen an den Kapitalmärkten geprägt. Dennoch konnten die Vorsorgekassen positive Ergebnisse erzielen. Die Bandbreite der Renditen zeigt jedoch Unterschiede zwischen den Anbietern. Während einige Ergebnisse über der Inflationsrate lagen, blieben andere darunter. Auch moderate Abweichungen können sich über längere Zeiträume deutlich auf das angesparte Kapital auswirken.
Vermögen steigt weiter an
Das verwaltete Kapital erhöhte sich um rund 2,4 Mrd. Euro auf insgesamt 23,7 Mrd. Euro. Die Entwicklung wurde unter anderem durch stabile Kapitalmärkte und sinkende Leitzinsen im Jahresverlauf unterstützt.
Weniger Anbieter am Markt
Durch die Integration von fair-finance in die BONUS Vorsorgekasse reduzierte sich die Zahl der Anbieter auf sieben. Gemessen am veranlagten Vermögen lag die VBV Ende 2025 mit einem Marktanteil von 34,17% an erster Stelle, gefolgt von Valida mit 24,16% und BONUS mit 13,33%.
Reformdebatte gewinnt an Dynamik
Parallel zur Marktentwicklung wurde 2025 auch die Diskussion um die Weiterentwicklung der „Abfertigung neu“ intensiver geführt. Im Fokus stand unter anderem die Möglichkeit, angespartes Kapital einfacher und steuerfrei in andere Vorsorgelösungen wie Pensionskassen oder betriebliche Kollektivversicherungen zu übertragen. Zudem wurde die bestehende Kapitalgarantie diskutiert, da sie die Renditechancen begrenzen kann. Konkrete gesetzliche Änderungen gab es im Jahr 2025 nicht.
Betriebliche Vorsorge bleibt relevant
Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung bleibt die betriebliche Vorsorge ein wichtiger Bestandteil der Altersabsicherung. Für Unternehmen spielt die Wahl der Vorsorgekasse weiterhin eine Rolle, auch im Zusammenhang mit Mitarbeiterbindung und Positionierung als Arbeitgeber.
Foto oben: Joachim Schuller, Health-&-Benefits-Experte und Studienautor
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