Der österreichische Versicherungsmarkt bietet Unternehmen wieder mehr Kapazitäten und Verhandlungsspielraum. Das geht aus dem Aon Marktreport 2026 hervor. Gleichzeitig bleiben Naturgefahren, geopolitische Unsicherheiten und die Schadenentwicklung wichtige Einflussfaktoren. Als neue Risikothemen hebt Aon die EU-Entgelttransparenzrichtlinie und die Absicherung von Rechenzentren hervor.
Redakteur/in: Kerstin Quirchtmayr - Veröffentlicht am 30.09.2026
Nach den Jahren der Hartmarktphase beobachtet Aon in mehreren Versicherungssparten eine steigende Wettbewerbsintensität. Versicherer stellen demnach wieder mehr Kapazitäten zur Verfügung. Davon profitieren laut Marktreport insbesondere Unternehmen mit gut aufbereiteten Risiken und entsprechenden Präventionsmaßnahmen.
Naturgefahren, geopolitische Entwicklungen, die Schadenentwicklung sowie regulatorische und technologische Risiken beeinflussen die Zeichnungspolitik der Versicherer weiterhin. Für Unternehmen bleiben daher Risikoqualität, transparente Informationen und eine frühzeitige Vorbereitung auf die Erneuerung des Versicherungsschutzes relevant.
Klaus Raming, Chief Broking Officer und Mitglied der Geschäftsleitung von Aon Austria:
"Der Report zeigt eine klare Belebung des Marktes. In mehreren Sparten steigt die Wettbewerbsintensität, Versicherer bauen ihre Kapazitäten wieder aus und insbesondere gut gemanagte Risiken profitieren von einer größeren Auswahl an Anbietern. Wer seine Risiken transparent darstellen kann, frühzeitig handelt und konsequent in Prävention und Risikomanagement investiert, schafft die besten Voraussetzungen für attraktive Versicherungslösungen und verbessert damit seine Chance auf attraktive Konditionen und ausreichende Kapazitäten."
Entgelttransparenz als neues Risikothema
Neben der Entwicklung des Versicherungsmarktes befasst sich der Report mit der Umsetzung der EU-Entgelttransparenzrichtlinie. Unternehmen müssen sich demnach auf höhere Anforderungen an die Nachvollziehbarkeit ihrer Vergütungsstrukturen einstellen. Dazu gehören unter anderem objektiv begründbare Vergütungssysteme, geschlechtsneutrale Stellenbewertungen sowie entsprechende Daten- und Analyseprozesse.
Die Richtlinie sieht zudem Auskunftsrechte für Beschäftigte, Transparenz bei Einstiegsgehältern beziehungsweise Gehaltsspannen sowie für größere Unternehmen regelmäßige Analysen und Berichte zu möglichen Entgeltunterschieden vor.
Michael Sturmlechner, CEO von Aon in Österreich.
"Die Entgelttransparenz-Richtlinie verändert die Spielregeln am Arbeitsmarkt. Unternehmen sollten das Thema daher nicht nur als Compliance-Aufgabe verstehen, sondern als strategische Chance nutzen. Faire und nachvollziehbare Vergütung stärken Vertrauen und dies kann gerade im Wettbewerb um qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu einem echten Differenzierungsmerkmal in der Positionierung als attraktiver Arbeitgeber werden."
Absicherung von Rechenzentren
Als zweites neues Risikothema greift Aon den Ausbau von Rechenzentren auf. Aufgrund hoher Investitionsvolumina, technischer Komplexität und hoher Anforderungen an die Verfügbarkeit entstehen Risiken bereits während der Errichtung. Der Report nennt unter anderem Bau- und Montagefehler, Brand, Wasser- und Naturgefahren sowie Diebstahl und Beschädigungen hochwertiger Komponenten.
Besondere Bedeutung misst Aon den Schnittstellen zwischen Bau, technischer Installation, Testbetrieb und Inbetriebnahme bei. Der Marktreport verweist daher auf einen Versicherungsansatz, der bereits in der Bauphase ansetzt und den gesamten Lebenszyklus eines Rechenzentrums berücksichtigt.
Foto oben: Michael Sturmlechner, CEO von Aon in Österreich
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