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Vertrauen, Digitalisierung und Gesundheitsvorsorge: Worauf die GRAWE setzt

Vertrauen, Digitalisierung und Gesundheitsvorsorge: Worauf die GRAWE setzt

31. Juli 2026

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6 Min. Lesezeit

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Im Blickpunkt

Steigende Serviceerwartungen, Digitalisierung und Gesundheitsvorsorge verändern den Versicherungsmarkt nachhaltig. Im Interview spricht MMag. Georg Schneider, Vorstandsdirektor der GRAWE, über die Bedeutung persönlicher Betreuung, die Anforderungen an Versicherer und Vertrieb sowie die Entwicklungen, die den Markt in den kommenden Jahren prägen werden.

Kerstin Quirchtmayr

Redakteur/in: Kerstin Quirchtmayr - Veröffentlicht am 31.07.2026

Die GRAWE blickt auf eine stabile Geschäftsentwicklung und Wachstum in mehreren Sparten zurück. Vorstandsdirektor Georg Schneider erläutert, welche Themen derzeit im Mittelpunkt stehen und warum aus seiner Sicht Vertrauen auch in einer zunehmend digitalen Versicherungswelt der entscheidende Erfolgsfaktor bleibt.

Persönliche Betreuung bleibt ein Wettbewerbsvorteil

Digitale Services gewinnen weiter an Bedeutung. Gleichzeitig sieht Schneider die persönliche Betreuung weiterhin als zentrales Element erfolgreicher Kunden- und Vertriebspartnerbeziehungen: „Das Vertrauen unserer Kundinnen und Kunden ist nach wie vor die beste ,Werbung‘ in der Versicherungswelt. Dieses Vertrauen entsteht in erster Linie durch persönliche Beziehungen, die für unsere Branche weiterhin von zentraler Bedeutung sind. Daneben ist aber auch die Verlässlichkeit ein wesentlicher Faktor.“

Persönliche Betreuung und digitale Angebote seien dabei kein Widerspruch „Aspekte wie Erreichbarkeit oder eine hohe Benutzerfreundlichkeit sind mittlerweile von entscheidender Bedeutung für eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit Kundinnen, Kunden und Vertriebspartnern. Im Austausch mit unseren externen Vertriebspartnern kombinieren wir digitale Kommunikation weiterhin gezielt mit persönlichem Kontakt. Dies wird von unseren Partnern sehr geschätzt und bleibt ein wesentlicher Erfolgsfaktor in unserer Zusammenarbeit", erläutert Schneider.

Erwartungen an Versicherer verändern sich

Mit der Digitalisierung steigen laut Schneider auch die Erwartungen an Versicherer und Vertrieb: „Wir beobachten, dass sich die Erwartungen an digitale Services und schnelle Prozesse spürbar verändert haben. Leistungen, die früher noch als besondere Servicequalität wahrgenommen wurden, gelten heute als selbstverständlich. Damit steigen auch die Anforderungen an Versicherer und Vertrieb.“

Veränderungen seien heute kein punktuelles Ereignis mehr, sondern ein laufender Prozess. „Hinzu kommt, dass Veränderungen heute nicht mehr in größeren Zeitabständen stattfinden, sondern als kontinuierlicher Prozess zu verstehen sind. Während man früher noch in Halbjahres- oder Jahreszyklen geplant hat, erfordert die aktuelle Dynamik ein deutlich schnelleres, laufendes Anpassen", ergänzt Schneider.

Gesundheitsvorsorge gewinnt an Bedeutung

Auch im Vorsorgeverhalten der Menschen erkennt Schneider einen Wandel. Insbesondere die private Gesundheitsvorsorge rücke stärker in den Fokus: „Während in Österreich lange Zeit die Schaden-/Unfallversicherung im Vordergrund stand, rückt nun das Bewusstsein für die persönliche Vorsorge stärker in den Mittelpunkt. Das beobachten wir im Bereich der Lebens- und Unfallversicherung, aber ganz besonders in der Gesundheitsvorsorge. Diese Entwicklung hängt eng mit dem veränderten Freizeitverhalten und einer insgesamt bewussteren Lebensweise zusammen.“

Mit der Gesundheitsversicherung „GRAWE MyMED“ hat das Unternehmen sein Produktangebot erweitert. „‚GRAWE MyMED‘ stellt für uns das letzte fehlende Puzzleteil in der umfassenden Betreuung von Kundinnen und Kunden dar. Damit sind wir nun in der Lage, im privaten Bereich ein vollumfängliches Leistungsspektrum abzudecken. Gleichzeitig hat die Einführung dieses Geschäftsfeldes wichtige Impulse für unsere Weiterentwicklung gesetzt", erklärt Schneider.

Beratung wird anspruchsvoller

Mit der zunehmenden Individualisierung der Gesundheitsvorsorge steigen laut Schneider auch die Anforderungen an die Beratung: „Für den Vertrieb bedeutet das eine deutlich höhere Beratungs- und Erklärungsintensität, etwa im Hinblick auf Leistungsinhalte, Sublimits oder unterschiedliche Tarifbausteine. Voraussetzung dafür ist eine sehr fundierte und tiefgehende Produktkenntnis, um die jeweiligen Lösungen vermitteln zu können. Parallel dazu ist der Markt stark kompetitiv.“

Neben der klassischen Absicherung gewännen daher individuelle Leistungsbausteine und Zusatzleistungen zunehmend an Bedeutung.

Vertrauen bleibt der entscheidende Unterschied

Neben Digitalisierung und Regulatorik sieht Schneider vor allem den Einsatz Künstlicher Intelligenz als einen der wichtigsten Entwicklungstreiber der kommenden Jahre: „Ein weiterer wesentlicher Entwicklungstreiber wird die Künstliche Intelligenz sein, die bereits jetzt nicht mehr aus dem Alltag wegzudenken ist. Langfristig wird die KI eine zentrale Rolle einnehmen, darauf vorbereitet zu sein wird eine der entscheidenden Herausforderungen der kommenden Jahre in der Versicherungswirtschaft sein.“

Trotz technologischer Entwicklungen werde der persönliche Faktor aus seiner Sicht entscheidend bleiben. „Entscheidend für den Erfolg von Versicherern wird auch in Zukunft das Vertrauen der Kundinnen und Kunden sein, denn je vergleichbarer Produkte und digitale Services sind, desto wichtiger wird Vertrauen als entscheidender Unterschied zwischen den Anbietern. Gleichzeitig wird jedoch die persönliche Beratung weiterhin das wesentliche vertrauensbildende Element bleiben. Deshalb wird es umso wichtiger sein, technologische Möglichkeiten sinnvoll mit persönlicher Kompetenz und Vertrauen zu verbinden", so Schneider abschließend.

Das gesamte Interview lesen Sie in der August-Ausgabe des AssCompact Magazins.

Foto oben: MMag. Georg Schneider, Vorstandsdirektor der Grazer Wechselseitigen Versicherung AG

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