Kryptowährungen gewinnen in Österreich weiter an Bedeutung. Laut einer aktuellen Studie der Management- und Technologieberatung BearingPoint nutzt bereits fast jede fünfte Österreicherin bzw. jeder fünfte Österreicher (19%) Kryptowährungen zumindest gelegentlich. Damit liegt Österreich deutlich vor Deutschland (11%), bleibt jedoch hinter der Schweiz, die innerhalb der DACH-Region die höchste Akzeptanz aufweist. Für Banken und Finanzdienstleister unterstreicht die Studie den wachsenden Stellenwert digitaler Vermögenswerte – gleichzeitig bleiben Euro und Gold die wichtigsten Vertrauensanker.
Redakteur/in: Andreas Richter - Veröffentlicht am 31.07.2026
Für die Untersuchung wurden mehr als 4.000 Personen in Deutschland, Österreich und der Schweiz befragt. Während digitale Vermögenswerte hierzulande zunehmend Verbreitung finden, halten 87% der Österreicher staatliche Währungen weiterhin für ein gutes oder sehr gutes Zahlungsmittel. Auch Gold genießt unverändert großes Vertrauen: 67% sehen darin eine geeignete Anlageform, 65% einen wirksamen Inflationsschutz.
Junge Generation treibt Entwicklung
Besonders ausgeprägt ist die Krypto-Nutzung bei jungen Erwachsenen. In der Altersgruppe der 18- bis 24-Jährigen nutzt bereits mehr als ein Drittel (38%) Kryptowährungen zumindest gelegentlich, jede bzw. jeder Fünfte (20%) sogar täglich. Mit zunehmendem Alter nimmt die Nutzung deutlich ab. Auch zwischen den Geschlechtern bestehen Unterschiede: Während 28% der Männer Kryptowährungen nutzen, liegt der Anteil bei Frauen bei 10%.
Als größte Hürden für eine stärkere Verbreitung nennen die Befragten die hohe Volatilität (50%), regulatorische und steuerliche Unsicherheiten (41%) sowie die komplexe Verwahrung digitaler Vermögenswerte (35%).
„Österreich bringt gute Voraussetzungen mit, um die Entwicklung digitaler Vermögenswerte aktiv mitzugestalten. Gleichzeitig schafft der europäische Regulierungsrahmen mit MiCA erstmals einheitliche Spielregeln für den Markt. Das stärkt das Vertrauen und eröffnet Banken sowie Finanzdienstleistern die Chance, neue Angebote rund um digitale Vermögenswerte sicher und nachhaltig zu etablieren“, sagt Christian Knedelstorfer, Partner bei BearingPoint.
Vertrauen bleibt entscheidender Erfolgsfaktor
Die Studie zeigt zudem eine wachsende Offenheit gegenüber digitalen Geldformen insgesamt. So können sich 29% der Österreicher vorstellen, künftig einen digitalen Euro zu nutzen. Damit liegt die Zustimmung leicht über jener für digitales Bankengeld (24%), Kryptowährungen (23%) und Stablecoins (21%).
Für Banken und Finanzdienstleister ergibt sich daraus nach Einschätzung von BearingPoint ein klarer Handlungsauftrag. Digitale Vermögenswerte seien längst kein Nischenthema mehr. Entscheidend werde sein, regulatorische Anforderungen, Nutzerfreundlichkeit und Vertrauen miteinander zu verbinden. Wer sichere und verständliche Angebote entwickle, könne vom wachsenden Interesse an digitalen Assets profitieren.
zurück zur Übersicht
Beitrag speichern
sharing is caring
Das könnte Sie auch interessieren












