zurück zur Übersicht

Beitrag speichern

KFV: Waldbrandrisiko steigt – Prävention und Risikobewusstsein gewinnen an Bedeutung

(Bild: Dr. Armin Kaltenegger, Leiter der Bereiche Eigentumsschutz sowie Recht und Normen im KFV © KFV/APA Fotoservice/Schedl )

KFV: Waldbrandrisiko steigt – Prävention und Risikobewusstsein gewinnen an Bedeutung

30. Juli 2026

|

3 Min. Lesezeit

|

Recht & Wissen

Die aktuelle Trockenheit und die angekündigte Hitzewelle erhöhen auch in Österreich die Gefahr von Wald- und Vegetationsbränden. Darauf weist das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) hin. Während Spanien und Frankreich derzeit gegen großflächige Waldbrände kämpfen und internationale Löschkapazitäten teilweise gebunden sind, sieht das KFV auch hierzulande Anlass zu erhöhter Vorsicht. Für Versicherer und Makler rückt damit einmal mehr die Bedeutung von Prävention und Naturgefahrenmanagement in den Fokus.

Andreas Richter

Redakteur/in: Andreas Richter - Veröffentlicht am 30.07.2026

Nach Daten der Waldbrand-Datenbank der Universität für Bodenkultur Wien (BOKU) wurden seit Jahresbeginn bereits 269 Waldbrände registriert. Damit wurde der Wert des gesamten Vorjahres mit 196 Bränden bereits deutlich überschritten. Zum Vergleich: Der langjährige Durchschnitt der Jahre 1993 bis 2025 liegt bei 149 Waldbränden pro Jahr. Viele der Brände blieben aufgrund ihres begrenzten Ausmaßes weitgehend außerhalb der öffentlichen Wahrnehmung.

Besonders bemerkenswert ist laut KFV, dass rund 83% aller Waldbrände in Österreich auf menschliches Verhalten zurückzuführen sind. Trockenheit und Hitze schaffen zwar die Voraussetzungen für eine rasche Brandausbreitung, Auslöser sind jedoch häufig achtlos weggeworfene Zigaretten, offenes Feuer oder funkenbildende Arbeiten mit Geräten wie Winkelschleifern.

„Beim Umgang mit möglichen Zündquellen im Freien ist derzeit besondere Sorgfalt erforderlich. Verzichten Sie auf offenes Feuer, dämpfen Sie Zigaretten vollständig aus und werfen Sie diese keinesfalls in die Natur“, appelliert Armin Kaltenegger, Leiter des Bereichs Eigentumsschutz im KFV.

Für die Versicherungswirtschaft verdeutlichen die aktuellen Entwicklungen, dass Wald- und Vegetationsbrände längst nicht mehr ausschließlich ein Thema für südliche Länder Europas sind. Längere Trockenperioden und häufigere Hitzephasen erhöhen das Schadenpotenzial auch in Österreich – von Wohngebäuden in Waldrandlagen über land- und forstwirtschaftliche Betriebe bis hin zu Gewerbeobjekten und kritischer Infrastruktur. Entsprechend gewinnen Präventionsmaßnahmen und eine frühzeitige Sensibilisierung der Versicherten an Bedeutung.

Das KFV empfiehlt unter anderem, offenes Feuer im Wald oder in Waldnähe zu vermeiden, Fahrzeuge nicht auf trockenem Gras abzustellen, funkenbildende Arbeiten bei großer Trockenheit möglichst zu verschieben und bestehende Feuerverbote konsequent einzuhalten. Ebenso sollte bei Rauch- oder Brandentwicklung umgehend die Feuerwehr verständigt werden.

Die Entwicklung zeigt, dass klimabedingte Naturgefahren zunehmend auch in Österreich zu einem relevanten Risikofaktor werden. Für Versicherer und Vermittler bedeutet dies, das Thema Prävention noch stärker in die Beratung einzubinden und Kunden für vermeidbare Brandrisiken zu sensibilisieren. Dies kann nicht nur Schäden reduzieren, sondern auch das Risikobewusstsein im Umgang mit zunehmenden Wetterextremen stärken.

zurück zur Übersicht

Beitrag speichern

sharing is caring

Das könnte Sie auch interessieren


Ihnen gefällt dieser Beitrag?

Dann hinterlassen Sie uns einen Kommentar!

(Klicken um Kommentar zu verfassen)