In acht von 14 untersuchten Fachrichtungen sind die Wartezeiten auf Kassenarzttermine gegenüber 2025 gestiegen. Besonders lange dauert es in der Inneren Medizin und Psychiatrie. Das zeigt die zweite österreichweite Kassenarzt-Wartezeiten-Studie von krankenversichern.at.
Redakteur/in: Kerstin Quirchtmayr - Veröffentlicht am 15.09.2026
Für die Studie wurden zwischen 21. Mai und 10. September 2026 insgesamt 1.601 Terminanfragen bei Kassenordinationen in allen neun Bundesländern ausgewertet. In acht der 14 untersuchten Fachrichtungen lagen die Wartezeiten über dem Vorjahresniveau, in drei blieben sie unverändert und in drei gingen sie zurück.
Am längsten warten Patienten in der Inneren Medizin: Der Median liegt bei 65 Tagen und damit zwei Tage über dem Vorjahreswert. In der Psychiatrie sind es unverändert 61 Tage. Deutlich gestiegen sind die Wartezeiten in der Kardiologie um zwölf auf 45 Tage und in der Neurologie um acht auf 50 Tage. Zunahmen gab es außerdem in Pulmologie (+4 Tage), Radiologie (+3), Orthopädie und HNO (je +2) sowie Pädiatrie (+1).
Kürzer als 2025 fallen die Wartezeiten in der Gynäkologie mit 34 Tagen (-12), der Urologie mit 39 Tagen (-9) und der Augenheilkunde mit 46 Tagen (-6) aus. In der Dermatologie blieb der Wert mit 36 Tagen ebenso unverändert wie beim Hausarzt mit einem Tag.
Große Unterschiede zwischen den Bundesländern
Österreichweit beträgt die mediane Wartezeit auf einen Facharzttermin 34 Tage. In Wien liegt sie mit 22 Tagen am niedrigsten, im Burgenland mit 53 Tagen am höchsten. Vorarlberg kommt auf 46 Tage. Einzelne Fachrichtungen liegen regional noch deutlich darüber: In der Steiermark beträgt die Wartezeit auf einen Kassentermin in der Urologie 88 Tage, in Oberösterreich in der Inneren Medizin 78 Tage. In Wien werden für die Psychiatrie 64 Tage ausgewiesen.
Sebastian Arthofer, MSc, Studienleiter, Co-Gründer und COO von krankenversichern.at
"Der Kassenarzt kostet kein Geld, er hat einen Wartepreis. Bezahlt wird er in Wochen. Wer die nicht hat, bezahlt den Termin im Wahlarztbereich in Euro – selbst oder finanziert über eine private Krankenversicherung."
Eine weitere Erhebung von krankenversichern.at zeigt zudem, dass rund ein Drittel der Kassenordinationen derzeit keine neuen Patienten aufnimmt. Die aktuelle Wartezeiten-Studie berücksichtigt nur Ordinationen, bei denen überhaupt ein Termin angeboten wurde.
Über die Studie
Die Terminanfragen wurden verdeckt und standardisiert für eine neu zugezogene, bei der ÖGK versicherte Person mit einem Routine- oder Vorsorgeanliegen gestellt. Akutfälle wurden nicht untersucht, urlaubsbedingte Ordinationsschließungen nicht in die Wartezeiten einbezogen. Als Kennzahl wurde der Median verwendet; das angegebene 95%-Konfidenzintervall beträgt ±2,0 Tage.
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