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Eigenheim- und Haushaltsversicherung im Wandel – Teil 3: Beratung mit Zukunft

Eigenheim- und Haushaltsversicherung im Wandel – Teil 3: Beratung mit Zukunft

21. August 2026

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6 Min. Lesezeit

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Recht & Wissen

Die Erwartungen der Kunden an die Eigenheim- und Haushaltsversicherung verändern sich ebenso wie die Rolle der Versicherungsmakler. Im dritten Teil der Interviewrunde erläutern Wolfgang Petschko, Vorstand der DONAU Versicherung AG Vienna Insurance Group, Dipl.-Ing. Christian Sipöcz, Vorstand der VAV Versicherungs-AG, und Mag. Hubert Sprosec, CUO Retail und Mitglied des Vorstands bei Zurich in Österreich, welche Leistungen künftig gefragt sein werden und wie sich die Beratung in den kommenden Jahren weiterentwickeln dürfte.

Kerstin Quirchtmayr

Redakteur/in: Kerstin Quirchtmayr - Veröffentlicht am 21.08.2026

Kunden erwarten mehr als klassischen Versicherungsschutz

Neben einer umfassenden Absicherung gewinnen zusätzliche Leistungen und flexible Lösungen zunehmend an Bedeutung. Gleichzeitig verändern technologische Entwicklungen die Anforderungen an die Beratung.

Wolfgang Petschko beobachtet, dass sich die Erwartungen der Kunden in den vergangenen Jahren deutlich gewandelt haben. „Gefragt sind Versicherungslösungen, die mit den Lebensgewohnheiten und der technischen Entwicklung Schritt halten. Das betrifft sowohl die zunehmende Technisierung des Eigenheims als auch neue Risiken, etwa im digitalen Bereich.“

Aus seiner Sicht ergeben sich daraus zahlreiche neue Beratungsanlässe für Makler. „Themen wie Cyberrisiken, moderne Haustechnik, hochwertige elektronische Geräte oder der Ausbau von Pools und Außenanlagen sollten regelmäßig angesprochen werden. Gerade bei größeren Investitionen lohnt sich ein Beratungsgespräch.“

Christian Sipöcz sieht vor allem einfache Abläufe und leistungsstarke Produkte im Fokus. „Kundinnen und Kunden erwarten heute einfache Prozesse, schnelle Schadenabwicklung und gleichzeitig einen möglichst umfassenden Versicherungsschutz. Die Qualität der Leistungen rückt dabei zunehmend stärker in den Vordergrund als reine Preisvergleiche.“

Darauf müsse auch die Beratung eingehen. „Besonders gefragt werden flexible Produktbausteine sein, die moderne Gebäudetechnik ebenso berücksichtigen wie Serviceleistungen im Alltag. Maklerinnen und Makler sollten daher nicht nur den klassischen Gebäude- und Haushaltswert betrachten, sondern gezielt nach technischen Investitionen und Modernisierungen fragen.“

Auch Hubert Sprosec erkennt einen klaren Wandel bei den Kundenbedürfnissen. „Kundinnen und Kunden erwarten heute einfache, transparente und flexible Lösungen. Neben einem umfassenden Versicherungsschutz gewinnen zusätzliche Serviceleistungen zunehmend an Bedeutung.“

Dabei rücken auch neue Themen stärker in den Fokus. „Dazu zählen beispielsweise Assistance-Leistungen im Schadenfall, digitale Schadenmeldungen, schnelle Regulierung sowie erweiterte Deckungen für nachhaltige Technologien wie Photovoltaik- oder E-Mobilitätslösungen. Gleichzeitig steigt das Interesse an modularen Produkten, die sich individuell an die jeweilige Lebenssituation anpassen lassen.“

Makler werden zu langfristigen Risikoberatern

Nach Einschätzung der drei Experten wird sich die Eigenheim- und Haushaltsversicherung in den kommenden Jahren weiter verändern. Persönliche Beratung werde dabei trotz zunehmender Digitalisierung eine zentrale Rolle spielen.

Wolfgang Petschko erwartet eine noch stärkere Ausrichtung auf die individuelle Risikosituation der Kunden. „Moderne Haustechnik, neue Energielösungen und zunehmende Naturgefahren verändern die Anforderungen an den Versicherungsschutz laufend.“

Digitale Prozesse und persönliche Beratung schließen sich für ihn nicht aus. „Ich bin überzeugt, dass Digitalisierung und persönliche Beratung kein Widerspruch sind. Digitale Prozesse vereinfachen Abschluss und Schadenabwicklung und beschleunigen sie. Weil Risiken komplexer werden, gewinnt persönliche Beratung weiter an Bedeutung.“

Christian Sipöcz sieht die Zukunft in einem ganzheitlichen Risikomanagement. „Die Eigenheim- und Haushaltsversicherung wird sich in den kommenden Jahren deutlich stärker in Richtung eines ganzheitlichen Risikomanagements entwickeln. Digitalisierung, Nachhaltigkeit und intelligente Gebäudetechnik werden den Versicherungsbedarf weiter verändern. Versicherungen werden künftig noch stärker Prävention, Assistance und individuelle Zusatzleistungen miteinander verbinden.“

Damit wachse auch die Bedeutung der Makler. „Versicherungsmakler werden dabei eine noch wichtigere Rolle einnehmen. Sie entwickeln sich zunehmend zu ganzheitlichen Risikoberatern, die regelmäßig überprüfen, ob neue Investitionen bereits ausreichend abgesichert sind.“

Auch Hubert Sprosec geht davon aus, dass persönliche Beratung künftig unverzichtbar bleiben wird. „Die Eigenheim- und Haushaltsversicherung wird in den kommenden Jahren noch stärker vernetzt, datenbasiert und präventionsorientiert sein. Versicherer werden Risiken genauer analysieren können und Kundinnen und Kunden mit digitalen Services dabei unterstützen, Schäden zu vermeiden, bevor sie entstehen.“

Für ihn bleibt der Makler auch künftig der wichtigste Ansprechpartner der Kunden. „Gleichzeitig bleibt die persönliche Beratung unverzichtbar. Gerade weil Risiken komplexer werden und sich Bedürfnisse laufend verändern, wird die Rolle des Maklers weiter an Bedeutung gewinnen. Makler werden zunehmend als ganzheitliche Berater auftreten, die ihre Kundinnen und Kunden nicht nur bei der Auswahl einer passenden Versicherung begleiten, sondern auch bei Fragen rund um Prävention und Werterhalt beraten.“

Die gesamte Interviewrunde lesen Sie in der AssCompact August-Ausgabe!

Hier geht’s zum ersten Teil des Beitrages …

Hier geht’s zum zweiten Teil des Beitrages …

Foto oben v.l.n.r.: Wolfgang Petschko, Vorstand der DONAU Versicherung AG Vienna Insurance Group, Dipl.-Ing. Christian Sipöcz, Vorstand der VAV Versicherungs-AG, und Mag. Hubert Sprosec, CUO Retail und Mitglied des Vorstands bei Zurich in Österreich


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