Laut einer aktuellen Analyse von CRIF Österreich liegt der Frauenanteil in Führungspositionen derzeit bei 31,4%. Oberösterreich weist mit 32,7% den höchsten Anteil auf, während Tirol mit 25,7% das Schlusslicht bildet.
Redakteur/in: Kerstin Quirchtmayr - Veröffentlicht am 06.03.2026
Der Frauenanteil in Führungspositionen in Österreich ist erneut leicht gestiegen. Nach einer aktuellen Auswertung des Informationsdienstleisters CRIF Österreich liegt er derzeit bei 31,4%. Im Jahr 2025 lag der Anteil noch bei 30,8%, 2024 bei 30,3%. Damit liegt Österreich deutlich vor Deutschland, wo derzeit 23,5% der Führungspositionen von Frauen besetzt sind.
Die Analyse umfasst rund 920.000 Funktionen in österreichischen Unternehmen, darunter Inhaber, Geschäftsführer, Vorstände, Aufsichtsräte und Prokuristen. Besonders hoch ist der Frauenanteil unter Inhaberinnen von Einzelunternehmen mit 44,7% sowie unter Prokuristinnen mit 35,9%.
In den obersten Führungsebenen großer Unternehmen sind Frauen jedoch weiterhin deutlich unterrepräsentiert. Der Anteil weiblicher Vorstandsmitglieder liegt bei 12,3%, bei Geschäftsführerinnen bei 15,9%. In Aufsichtsräten beträgt die Frauenquote 24,2%.
„Auch wenn österreichweit bereits fast ein Drittel aller Führungspositionen von Frauen besetzt ist, zeigt der Blick auf die obersten Entscheidungsebenen ein deutlich anderes Bild. In den Vorstandsetagen ist nach wie vor nur etwa jede zehnte Führungskraft eine Frau, und auch in der Geschäftsführung ist weibliche Besetzung eher die Ausnahme als die Regel. Die Gesamtentwicklung ist positiv, doch gerade an der Spitze bleibt der Zugang für Frauen stark begrenzt“, kommentiert CRIF-Geschäftsführerin Anca Eisner-Schwarz.
Unterschiede zwischen den Bundesländern
Im Bundesländervergleich zeigt sich ein unterschiedliches Bild. Oberösterreich weist mit 32,7% den höchsten Anteil weiblicher Führungskräfte auf. Dahinter folgen das Burgenland mit 31,2% und Wien mit 30,7%. Kärnten erreicht 30,0%, die Steiermark 29,3% und Niederösterreich 28,9%. Salzburg liegt bei 27,7%, Vorarlberg bei 26,2% und Tirol bei 25,7%.
Große Unterschiede zwischen den Branchen
Noch stärker fallen die Unterschiede zwischen einzelnen Branchen aus. Im Gesundheits- und Sozialwesen werden 76,9% der Führungsfunktionen von Frauen ausgeübt. Auch im Bereich sonstiger Dienstleistungen ist der Anteil mit 71,7% hoch. Im Bildungsbereich beträgt der Frauenanteil 49,1%, in der Beherbergung und Gastronomie 42,4%.
Deutlich niedriger ist der Anteil in technischen und industriellen Branchen. Im Baugewerbe liegt er bei 4,6%. In Telekommunikation, Softwareentwicklung und IT-Beratung beträgt der Anteil 10,2%, in der Logistik 10,4% und in der Land- und Forstwirtschaft sowie Fischerei 11,9%. Im Verlags- und Medienwesen liegt die Frauenquote bei 18,2% und damit ebenfalls unter dem österreichischen Durchschnitt.
Datengrundlage der Analyse
Die Auswertung basiert auf rund 920.000 Unternehmensfunktionen in verschiedenen Branchen und Rechtsformen. Berücksichtigt wurden unter anderem Geschäftsführer, Vorstände, Aufsichtsräte, Inhaber und Prokuristen sowie regionale und branchenspezifische Verteilungen.
Foto oben: Anca Eisner-Schwarz, Geschäftsführerin von CRIF Österreich
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