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Allianz-Studie: Einkommenslücke zwischen Frauen und Männern schrumpft

(Bild: © Allianz)

Allianz-Studie: Einkommenslücke zwischen Frauen und Männern schrumpft

05. März 2026

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4 Min. Lesezeit

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Studien

Eine Studie von Allianz Research zeigt, dass Frauen in Österreich über ihr gesamtes Erwerbsleben hinweg weiterhin deutlich weniger verdienen als Männer. Zwar ist die Einkommenslücke zwischen den Generationen kleiner geworden, doch die Annäherung verläuft zunehmend langsamer.

Kerstin Quirchtmayr

Redakteur/in: Kerstin Quirchtmayr - Veröffentlicht am 05.03.2026

Anlässlich des Internationalen Frauentags hat Allianz Research die Studie „Closing the Gender Income Gap: From Paycheck to Pension“ veröffentlicht. Analysiert wurden 14 OECD-Länder sowie drei Generationen mit den Geburtsjahrgängen 1975, 2000 und 2025.

Die Studie betrachtet das gesamte Einkommen über den Lebensverlauf hinweg. Dabei werden nicht nur Erwerbseinkommen berücksichtigt, sondern auch Kapitalerträge sowie Pensionseinkünfte. Ziel ist es zu zeigen, wie sich Einkommensunterschiede zwischen Frauen und Männern über mehrere Jahrzehnte entwickeln.

Ludovic Subran, Chief Investment Officer und Chefvolkswirt der Allianz:

"Unsere Studie betrachtet das Lebenseinkommen ganzheitlich – von Erwerbseinkommen über Spar- und Kapitalerträge bis hin zu Pensionsansprüchen. Für Österreich beträgt die Einkommenslücke zwischen Frauen und Männern über das gesamte Leben für den Jahrgang 2025 noch 19,4%. Das ist eine klare Verbesserung gegenüber früheren Generationen, aber die Dynamik lässt nach."

Einkommenslücke zwischen den Generationen kleiner geworden

Die Untersuchung zeigt, dass sich die Einkommensunterschiede über die Generationen hinweg verkleinert haben. Für Personen des Geburtsjahrgangs 1975 liegt die Einkommenslücke über das gesamte Erwerbsleben hinweg bei 31,4%. Beim Jahrgang 2000 sinkt sie auf 22,4%, und für den Jahrgang 2025 wird sie noch mit 19,4% berechnet.

Damit hat sich der Abstand zwischen Frauen und Männern in den vergangenen Jahrzehnten zwar reduziert, die Annäherung erfolgt jedoch deutlich langsamer als in früheren Generationen.

Für den Jahrgang 2000 bedeutet das laut Studie, dass eine heute 26-jährige Frau über ihr gesamtes Erwerbsleben hinweg durchschnittlich rund 1,24 Mio. Euro weniger verdienen wird als ein gleichaltriger Mann. In dieser Berechnung sind Erwerbseinkommen, Kapitalerträge und Pensionseinkünfte enthalten.

Österreich im internationalen Vergleich im hinteren Feld

Im Vergleich der untersuchten Länder liegt Österreich beim verbleibenden Einkommensunterschied des Jahrgangs 2025 auf Rang 11 von 14.

In Schweden könnten Frauen dieses Jahrgangs laut Studie über ihr gesamtes Erwerbsleben hinweg sogar ein leicht höheres Einkommen erzielen als Männer, mit einem Wert von −2,4%. Die größte Einkommenslücke weist die Schweiz mit 32,1% auf.

Sabine Stöger, Chief Financial Officer der Allianz Österreich, erklärt:

"Der Gender Pay Gap ist in den letzten Jahren zurückgegangen, doch wir sind noch lange nicht am Ziel. Dabei sind sowohl faire und angemessene Vergütung über alle Branchen als auch echte Chancengleichheit über das gesamte Berufsleben hinweg, bis hin zur Pension entscheidend. Als Versicherungsunternehmen setzen wir uns dafür ein, Finanzbildung und Vorsorge zu stärken, damit Frauen Vermögen aufbauen und Pensionslücken nachhaltig schließen können."

Teilzeit als zentraler Treiber der Einkommensunterschiede

Ein wesentlicher Grund für die Unterschiede im Lebenseinkommen liegt laut Studie in der hohen Teilzeitquote von Frauen. In der Altersgruppe der 25- bis 49-Jährigen arbeiten in Österreich 52% der Frauen in Teilzeit, bei Männern sind es 11%. Bei den 50- bis 59-Jährigen liegt der Anteil bei 50% bei Frauen und 8% bei Männern.

Die Erwerbsquoten nähern sich hingegen weiter an und liegen bei 74,2% für Frauen und 82,1% für Männer.

Trotz dieser Entwicklung bleibt das durchschnittliche jährliche Arbeitseinkommen von Frauen deutlich niedriger. Für das Jahr 2026 ergibt sich laut Studie ein Einkommensunterschied von 32,5% zwischen Frauen und Männern. Wenn die aktuellen strukturellen Trends unverändert bleiben, könnte die Lücke selbst im Jahr 2100 noch bei 17% liegen.

Foto oben: Sabine Stöger, Chief Financial Officer der Allianz Österreich

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