Hohe Liquidität, fiskalische Impulse und ein starkes KI-Narrativ haben laut der Fondsboutique Comgest im Jahr 2025 zu erhöhter Risikobereitschaft an den Börsen geführt. Davon profitierten vor allem Value-Titel und Aktien mit KI-Bezug, während klassische Qualitäts- und Wachstumsaktien zeitweise zurückblieben.
Redakteur/in: Kerstin Quirchtmayr - Veröffentlicht am 06.03.2026
Nach Einschätzung von Comgest war das Börsenjahr 2025 von hoher Liquidität, fiskalischen Impulsen und niedrigen Credit Spreads geprägt. In diesem Umfeld stieg die Risikobereitschaft der Anleger, wovon insbesondere Value-Titel und Aktien mit Bezug zu Künstlicher Intelligenz profitierten.
Qualitäts- und Wachstumsaktien entwickelten sich dagegen zeitweise schwächer, obwohl ihre Fundamentaldaten stabil blieben. Der Bewertungsunterschied zwischen Value-Titeln und Qualitäts- beziehungsweise Growth-Aktien in Europa lag laut Comgest zeitweise bei mehr als 20%.
Mark Schumann, Portfoliomanager für europäische Aktien bei Comgest, erklärt:
"Ein Blick auf den MSCI Europe zeigt: Die Performance von 19% im vergangenen Kalenderjahr wurde zu 75% von Bewertungsausweitungen getragen, steigende Unternehmensgewinne der Unternehmen steuerten lediglich 10% bei."
Schumann zufolge deutet diese Entwicklung darauf hin, dass die Kursentwicklung vieler Aktien zuletzt stärker von steigenden Bewertungen als von tatsächlichem Gewinnwachstum geprägt war. In solchen Marktphasen könne sich die Kursentwicklung von der Gewinnentwicklung der Unternehmen abkoppeln, was zu Bewertungsunterschieden zwischen verschiedenen Marktsegmenten führen könne.
Qualitätsunternehmen könnten wieder stärker in den Fokus rücken
Aus Sicht von Comgest zeichnen sich Qualitätsunternehmen durch stabile Cashflows, solide Bilanzen, hohe Kapitalrenditen und strukturelle Wettbewerbsvorteile aus. Solche Eigenschaften könnten langfristiges Wachstum ermöglichen, unabhängig von kurzfristigen Konjunkturzyklen.
Schumann zufolge richten Investoren ihren Blick inzwischen stärker auf die Frage, welche Unternehmen durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz tatsächlich zusätzliche Erträge erzielen können. Während bei vielen US-Unternehmen lange Zeit Erwartungen rund um KI eine zentrale Rolle für Bewertungen gespielt hätten, rücke nun stärker der konkrete wirtschaftliche Nutzen der Technologie in den Mittelpunkt.
Dabei sieht Schumann auch Potenzial bei europäischen Unternehmen. Als Beispiele nennt er unter anderem den niederländischen Halbleiterzulieferer ASML, der Lithographiesysteme für die Chipproduktion entwickelt, sowie Schneider Electric, das Infrastruktur für Rechenzentren bereitstellt. Auch Unternehmen wie SAP, EssilorLuxottica oder RELX integrieren laut Comgest zunehmend KI-Anwendungen in ihre Produkte und Dienstleistungen.
Foto oben: Mark Schumann, Portfoliomanager für europäische Aktien bei Comgest
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