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CRIF: Privatkonkurse steigen weiter – bis zu 9.500 Verfahren im Jahr 2026 erwartet

(Bild: © CRIF)

CRIF: Privatkonkurse steigen weiter – bis zu 9.500 Verfahren im Jahr 2026 erwartet

05. August 2026

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4 Min. Lesezeit

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Studien

Im ersten Halbjahr 2026 wurden in Österreich 4.722 Privatkonkurse eröffnet – ein Plus von 4,8% gegenüber dem Vorjahreszeitraum. CRIF rechnet für das Gesamtjahr nun mit bis zu 9.500 Verfahren und verweist auf die anhaltend hohe finanzielle Belastung vieler privater Haushalte.

Kerstin Quirchtmayr

Redakteur/in: Kerstin Quirchtmayr - Veröffentlicht am 05.08.2026

Die Zahl der Privatkonkurse in Österreich ist im ersten Halbjahr 2026 weiter gestiegen. Nach der aktuellen Halbjahresanalyse des Informationsdienstleisters CRIF wurden 4.722 Privatkonkurse registriert. Das entspricht einem Anstieg von 217 Verfahren beziehungsweise 4,8% gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Auf Basis der aktuellen Entwicklung hat CRIF seine Prognose für das Gesamtjahr von bisher 9.000 auf bis zu 9.500 Privatkonkurse angehoben. Sollte diese Prognose eintreffen, wäre dies der zweithöchste Wert der vergangenen zehn Jahre. Lediglich 2018 wurden mit 10.062 Privatkonkursen mehr Verfahren eröffnet. Dieser Höchststand sei allerdings nur eingeschränkt vergleichbar, da er laut CRIF maßgeblich auf die Insolvenzrechtsreform 2017 und einen daraus resultierenden Nachholeffekt zurückzuführen gewesen sei.

Anca Eisner-Schwarz, Geschäftsführerin von CRIF Österreich:

"Die Entwicklung der Privatkonkurse ist ein wichtiger Indikator für die finanzielle Situation privater Haushalte. Unsere aktuellen Analysen zeigen, dass viele Menschen trotz einer leicht rückläufigen Inflation weiterhin unter erheblichem finanziellem Druck stehen. Steigende Fixkosten und die höhere Arbeitslosigkeit führen dazu, dass finanzielle Reserven zunehmend aufgebraucht sind und unerwartete Belastungen immer häufiger zu einer Überschuldung führen."

Als häufigste Ursachen für Privatinsolvenzen nennt CRIF Arbeitslosigkeit oder dauerhaft geringe Einkommen, gescheiterte Selbstständigkeit, Trennung oder Scheidung, gesundheitliche Probleme sowie ein langfristig nicht tragbares Konsumverhalten.

Oberösterreich mit stärkstem Anstieg

Regional entwickelte sich die Zahl der Privatkonkurse unterschiedlich. Den stärksten Anstieg verzeichnete Oberösterreich mit 773 Verfahren (+16,4%), gefolgt von Niederösterreich mit 708 Verfahren (+13,8%) und der Steiermark mit 487 Verfahren (+11,7%). Zuwächse gab es auch in Vorarlberg (+10,5%), dem Burgenland (+7,8%) und Salzburg (+7,1%). Rückgänge wurden hingegen in Kärnten (−6,6%), Wien (−2,0%) und Tirol (−0,9%) registriert.

Mit 1.591 eröffneten Privatkonkursen entfielen die meisten Verfahren weiterhin auf Wien. Gleichzeitig weist die Bundeshauptstadt mit 79,3 Privatkonkursen je 100.000 Einwohner die höchste Insolvenzdichte Österreichs auf. Der österreichweite Durchschnitt liegt bei 51,5 Fällen je 100.000 Einwohner.

Die meisten Privatkonkurse wurden erneut bei den 40- bis 49-Jährigen verzeichnet. In dieser Altersgruppe stieg die Zahl der Verfahren auf 1.335 (+7,2%). Auch bei den 50- bis 59-Jährigen (+6,8%), den über 60-Jährigen (+6,1%) sowie den 30- bis 39-Jährigen (+2,0%) nahmen die Fallzahlen zu. Lediglich bei den 18- bis 29-Jährigen ging die Zahl der Privatkonkurse leicht um 2,4% zurück.

Mit Blick auf die weitere Entwicklung verweist CRIF auch auf die geänderte Rechtslage. Seit Mitte Juli gilt für Privatinsolvenzen wieder eine Entschuldungsdauer von fünf Jahren. Die zuvor befristete Möglichkeit einer Entschuldung nach drei Jahren ist ausgelaufen. Welche Auswirkungen diese Änderung auf die Zahl der Privatkonkurse haben wird, lasse sich derzeit noch nicht abschließend beurteilen.

Foto oben: Anca Eisner-Schwarz, Geschäftsführerin von CRIF Österreich

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