Die Prämien für neu abgeschlossene private Krankenversicherungen steigen 2026 im Durchschnitt um 6,1%. Das zeigt eine Auswertung des Fachportals krankenversichern.at auf Basis von 77.760 Tarifkonstellationen. Besonders betroffen sind junge Erwachsene zwischen 19 und 25 Jahren sowie Personen ab 45 Jahren. Für bestehende Verträge gilt dieser Anstieg laut Analyse nicht.
Redakteur/in: Kerstin Quirchtmayr - Veröffentlicht am 12.05.2026
Die Untersuchung basiert auf Neuabschlüssen für Personen zwischen 0 und 60 Jahren und vergleicht die Einstiegsprämien von 2025 mit jenen für 2026. Berücksichtigt wurden Tarife von acht Versicherern in neun Bundesländern und drei Sozialversicherungsträgern.
Die höchsten Steigerungen zeigen sich laut Analyse bei Personen zwischen 19 und 25 Jahren sowie bei Menschen über 45 Jahren. In beiden Gruppen steigen die Einstiegskosten um bis zu 6,7%. In der Altersgruppe zwischen 26 und 45 Jahren liegt der durchschnittliche Anstieg bei 6,1%.
Als Gründe nennt krankenversichern.at unterschiedliche Entwicklungen. Bei späteren Neueinstiegen ab 45 Jahren würden Versicherer höhere Kosten moderner medizinischer Leistungen direkt in die Prämien einrechnen. Bei jungen Erwachsenen würden sich langfristige Erwartungen an künftige Gesundheitskosten stärker auf die heutige Einstiegsprämie auswirken.
Sebastian Arthofer, Co-Gründer von krankenversichern.at:
"Trotz dieser Teuerungs-Spitzen ist der Verzicht auf Vorsorge am Ende oft teurer. Wer heute im öffentlichen System bis zu 63 Tage auf einen Facharzttermin wartet oder im Akutfall bis zu 268 Euro beim Privatarzt aus der eigenen Tasche zahlt, weiß: Schnelle Medizin ist längst kein Luxus mehr, sondern pure Notwendigkeit."
Unterschiede zeigen sich laut Analyse auch zwischen den Tarifkategorien. Reine Wahlarzt-Tarife im Basisbereich verteuern sich demnach mit bis zu 6,9% am stärksten.
Comfort-Modelle, die Wahlarzt-Schutz, Sonderklasse nach Unfall und eine spätere Erweiterungsoption kombinieren, steigen hingegen um durchschnittlich 5,6%. Premium-Vollschutz-Tarife liegen mit einem Plus von 5,7% ebenfalls unter dem Niveau der Basis-Tarife.
„Es ist ein strategischer Trugschluss zu glauben, dass das einfachste Paket auch das preisstabilste ist. Unsere Auswertung beweist das Gegenteil: Die Comfort-Vorsorge bietet nicht nur ein deutlich breiteres Sicherheitsnetz, sondern dämpft die Teuerung im Vergleich zur reinen Basis-Vorsorge sogar spürbar ab. Für den Mittelstand ist das aktuell der klügste Weg, sich dem Kassen-Kollaps zu entziehen, ohne in die Kostenfalle zu tappen“, so Arthofer abschließend.
Analyse basiert auf 77.760 Tarifkonstellationen
Für die Auswertung wurden laut krankenversichern.at gezielt die Tarifkonzepte Basis, Comfort und Premium analysiert. Ziel sei gewesen, die Vergleichbarkeit bei definiertem Leistungsumfang sicherzustellen, anstatt sämtliche am Markt verfügbaren Tarife einzubeziehen.
Foto oben: Sebastian Arthofer, Co-Gründer von krankenversichern.at
zurück zur Übersicht
Beitrag speichern
sharing is caring
Das könnte Sie auch interessieren












