Immer mehr Menschen in Österreich schließen eine private Krankenversicherung ab. Laut einer aktuellen Marktanalyse des Vergleichsportals krankenversichern.at waren 2025 bereits rund 3,66 Mio. Menschen privat krankenversichert. Damit verfügt inzwischen fast jeder zweite Österreicher über eine Form der privaten Kranken- bzw. Zusatzversicherung. Als wesentliche Ursache nennt die Studie den anhaltenden Boom bei Wahlärzten und die langen Wartezeiten im öffentlichen Gesundheitssystem.
Redakteur/in: Kerstin Quirchtmayr - Veröffentlicht am 19.05.2026
Mit rund 3,66 Mio. privat Krankenversicherten wurde 2025 ein neuer Rekordwert erreicht. Laut der von krankenversichern.at veröffentlichten Marktanalyse entspricht das einem Anteil von 39,7% der österreichischen Bevölkerung. Gegenüber dem Vorjahr kamen rund 86.000 Versicherte hinzu.
Die Entwicklung zeigt sich laut den veröffentlichten Langzeitdaten bereits seit Jahren. Seit 2014 ist die Zahl der privat Versicherten demnach um mehr als 600.000 Personen gestiegen. Die Studie spricht von einem strukturellen Wachstum, das sich seit Jahren kontinuierlich fortsetzt.
Dabei beziehen sich die Zahlen nicht nur auf klassische Sonderklasse-Versicherungen im stationären Bereich. Die Auswertungen umfassen laut den angeführten Leistungsdaten auch ambulante Leistungen und Wahlarztkosten innerhalb der privaten Kranken- und Zusatzversicherung.
Kärnten vor Wien
Regional zeigen sich deutliche Unterschiede. Absolut betrachtet weist Wien mit knapp 938.000 privat Versicherten die höchste Zahl auf. Den höchsten Anteil an Privatversicherten verzeichnet laut Studie jedoch Kärnten. Dort verfügen bereits 51,9% der Bevölkerung über eine private Krankenversicherung.
Am niedrigsten liegt der Anteil in Niederösterreich mit knapp 29%.
Wahlarzt-Boom treibt die Entwicklung
Als Hauptgrund für den starken Zuwachs nennt krankenversichern.at die zunehmende Nutzung von Wahlärzten. Laut Sebastian Arthofer, Co-Gründer der Plattform, würden Wartezeiten von bis zu 63 Tagen bei Kassenärzten viele Menschen dazu bewegen, zusätzlichen Versicherungsschutz abzuschließen. Sieben von zehn Personen würden laut den erhobenen Daten genau diesen Engpass als Hauptmotiv für den Abschluss nennen.
Der Trend zeigt sich auch bei den Leistungsausgaben. Die Kosten für Wahlarzthonorare stiegen 2025 laut den veröffentlichten Branchendaten um 10,1% auf mehr als 355 Mio. Euro.
Steigende Folgekosten bei Medikamenten
Die Studie sieht im zunehmenden Wahlarzt-Besuch auch Auswirkungen auf weitere Leistungsbereiche. So erhöhten sich laut den veröffentlichten Daten auch die Ausgaben für Medikamente deutlich. Diese stiegen 2025 um 14%.
Sebastian Arthofer:
"Der Haupttreiber für den Abschluss einer privaten Krankenversicherung ist fast immer das Bedürfnis nach einem zeitnahen Arzttermin. Die steigenden Arzneikosten sind eine direkte Begleiterscheinung dieser Entwicklung: Entscheiden sich Patienten für den Weg zum Wahlarzt, resultiert daraus häufig auch die Verschreibung spezifischer oder weiterführender Therapien, die dann ebenfalls über den Zusatzschutz abgerechnet werden."
Foto oben: Sebastian Arthofer, Co-Gründer von krankenversichern.at
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