Das AssCompact FORUM Gewerbe- & Industrieversicherung 2026 bringt zahlreiche Experten aus dem Gewerbe- und Industriegeschäft nach Wels. Zu den Top-Keynotes der Veranstaltung zählt auch Christopher C. Genillard von GCo Advisory, der zum Thema „Neue Risiken – neue Lösungen: Die Entwicklung von Spezialversicherungen im Gewerbe- und Industriegeschäft“ sprechen wird. Im Mittelpunkt seines Vortrags stehen die Veränderungen der Risikolandschaft durch Cyber, Klimawandel, globale Lieferketten und die Frage, wie sich Versicherungslösungen und Risikomanagement dadurch verändern.
Redakteur/in: Kerstin Quirchtmayr - Veröffentlicht am 18.05.2026
Die Entwicklung von Spezialversicherungen ist laut Christopher C. Genillard eng mit der Veränderung der Risikolandschaft verknüpft. Während früher standardisierte Deckungen im Vordergrund standen, rückt heute die spezifische Betrachtung einzelner Risiken stärker in den Fokus. Technologische Entwicklungen, neue Bedrohungsszenarien und steigende Anforderungen an Unternehmen haben diesen Wandel beschleunigt. „Aus meiner Sicht haben mehrere Schlüsselfaktoren den Markt für Spezialversicherungen im Gewerbe- und Industriegeschäft in den letzten 25 Jahren fundamental verändert. Die Entwicklung ist geprägt von einem Wandel hin zu datengetriebenen Lösungen, komplexeren Risikoszenarien und einer engeren Verzahnung von Versicherung und Risikomanagement“, erklärt Genillard.
Neue Risiken durch Vernetzung und globale Abhängigkeiten
Die zunehmende Digitalisierung und internationale Vernetzung verändern die Risikoprofile von Unternehmen grundlegend. Genillard sieht dabei eine klare Verschiebung von klassischen physischen Risiken hin zu digitalen und operationellen Gefahren. Besonders Lieferketten und IT-Systeme werden zu kritischen Faktoren für die Stabilität von Unternehmen: „Neue Technologien, globale Lieferketten und zunehmende Vernetzung haben die Risikoprofile von Unternehmen in den letzten Jahren deutlich verändert und komplexer gemacht. Die Kombination aus Digitalisierung – etwa durch IoT und Künstliche Intelligenz – und globaler Vernetzung führt zu einer Verschiebung von physischen Risiken hin zu Cyber- und operationellen Risiken.“
Deckungslücken in bestehenden Polizzen
Viele bestehende Versicherungsverträge sind laut Genillard nicht auf die heutigen Risikostrukturen ausgelegt. Insbesondere dort, wo kein klassischer Sachschaden vorliegt, entstehen häufig Lücken im Versicherungsschutz. Das betrifft vor allem Cyberrisiken, Betriebsunterbrechungen oder komplexe Lieferkettenabhängigkeiten. „Die größten Deckungslücken in klassischen Gewerbe- und Industriepolizzen entstehen durch die Diskrepanz zwischen traditionellen, physischen Risikobegriffen und der modernen, vernetzten Wirtschaft. Viele Polizzen setzen weiterhin einen direkten Sachschaden voraus, um Leistungen auszulösen“, so Genillard.
Cyberversicherung als integraler Bestandteil
Genillard beschreibt den Wandel der Cyberversicherung als besonders deutliches Beispiel für die veränderte Risikolandschaft. Aus seiner Sicht hat sich Cyber von einem Nischenthema zu einem zentralen Bestandteil des Risikomanagements entwickelt. Dabei betont er, dass Versicherer zunehmend auch präventiv tätig werden und Anforderungen an Unternehmen stellen: „ESG-Anforderungen haben tiefgreifende Auswirkungen auf die Versicherungswirtschaft, insbesondere auf Spezialversicherungen und die Risikobewertung. Nachhaltigkeit ist dabei nicht mehr nur ein Reputationsfaktor, sondern eine wirtschaftliche Notwendigkeit, da ESG-Risiken die Vermögens- und Ertragslage von Unternehmen direkt beeinflussen können.“
ESG und Klimarisiken verändern die Bewertung
Neben technologischen Risiken gewinnen auch Nachhaltigkeits- und Klimathemen an Bedeutung. Diese wirken sich sowohl auf die Entwicklung neuer Produkte als auch auf die Risikobewertung durch Versicherer aus. Unternehmen müssen sich zunehmend mit erweiterten Anforderungen auseinandersetzen, die über klassische Risikofaktoren hinausgehen. „ESG-Anforderungen haben tiefgreifende Auswirkungen auf die Versicherungswirtschaft, insbesondere auf Spezialversicherungen und die Risikobewertung. Nachhaltigkeit ist dabei nicht mehr nur ein Reputationsfaktor, sondern eine wirtschaftliche Notwendigkeit, da ESG-Risiken die Vermögens- und Ertragslage von Unternehmen direkt beeinflussen können“, erklärt Genillard.
Steigende Naturgefahren und Auswirkungen auf die Versicherbarkeit
Genillard sieht im Risiko- und Versicherungsumfeld von Gewerbe- und Industrieunternehmen eine klare Verschiebung durch zunehmende Wetterextreme. Häufigere und intensivere Ereignisse sowie steigende Schadenbelastungen führen aus seiner Sicht dazu, dass Versicherer ihre Risikobewertung anpassen und Deckung schwieriger oder teurer wird: „Der Klimawandel führt zu einer signifikanten Veränderung im Risiko- und Versicherungsumfeld von Gewerbe- und Industrieunternehmen. Die zentralen Entwicklungen sind durch eine steigende Frequenz und Intensität von Wetterextremen sowie eine veränderte Risikobewertung durch Versicherer geprägt.“
Vom Risikotransfer zum aktiven Risikomanagement
Die Rolle von Vermittlern und Beratern verändert sich parallel zur Entwicklung der Risiken. Laut Genillard reicht es nicht mehr aus, Risiken lediglich zu versichern. Vielmehr geht es darum, Risiken aktiv zu steuern, Deckungslücken zu erkennen und Unternehmen strategisch zu begleiten. „Vermittler und Risikoberater sollten sich künftig stärker mit der Verzahnung von aktiver Risikominimierung und spezialisiertem Deckungsschutz beschäftigen. Der Fokus verschiebt sich von der reinen Risikoverlagerung hin zu einer ganzheitlichen Risikobewältigung“, so Genillard abschließend.
Christopher C. Genillard beim AssCompact FORUM Gewerbe- & Industrieversicherung 2026
Beim AssCompact FORUM Gewerbe- & Industrieversicherung 2026 am 16. Juni 2026 in der Messe Wels ordnet Christopher C. Genillard die Entwicklung von Spezialversicherungen im Gewerbe- und Industriegeschäft ein. In seinem Vortrag „Neue Risiken – neue Lösungen: Die Entwicklung von Spezialversicherungen im Gewerbe- und Industriegeschäft“ zeigt er, wie sich die Risikolandschaft in den vergangenen 25 Jahren verändert hat und welche Konsequenzen sich daraus für Versicherer, Vermittler und Unternehmen ergeben.
Im Fokus steht die zunehmende Komplexität moderner Risiken – von Cyberbedrohungen über Lieferkettenprobleme bis hin zu Klimarisiken – sowie die Frage, wie darauf mit spezialisierten Versicherungslösungen reagiert werden kann. Darüber hinaus wird beleuchtet, welche Rolle datenbasierte Analysen, neue Deckungskonzepte und eine stärkere Verzahnung von Versicherung und Risikomanagement in der Praxis spielen. Ziel ist es, ein Verständnis dafür zu schaffen, warum sich die Beratung im Gewerbe- und Industriegeschäft zunehmend von standardisierten Produkten hin zu individuell strukturierten Lösungen entwickelt.
AssCompact FORUM Gewerbe- & Industrieversicherung 2026 – Jetzt anmelden

Das AssCompact FORUM Gewerbe- & Industrieversicherung 2026 findet am 16. Juni 2026 in der Messe Wels statt und richtet sich an Vermittler, die im Gewerbe- und Industriegeschäft tätig sind oder in dieses Segment einsteigen möchten. Im Fokus stehen praxisnahe Fachvorträge, die zentrale Fragestellungen rund um Risikoeinschätzung, Platzierung und Spezialisierung im Firmenkundengeschäft aufgreifen.
Das Programm umfasst mehrere unabhängige Vorträge mit klarem Praxisbezug, die aktuelle Entwicklungen, konkrete Risiken und Lösungsansätze aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchten. Neben fachlichen Inhalten bietet die Veranstaltung auch die Möglichkeit zum direkten Austausch mit Versicherern und spezialisierten Dienstleistern.
Teilnehmer erhalten damit einen strukturierten Überblick über ein anspruchsvolles Marktsegment und konkrete Impulse für die eigene Beratungspraxis.
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