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Standard Life-Umfrage: Mehrheit der Generation 50+ plant Ruhestand finanziell nicht

(Bild: © Standard Life)

Standard Life-Umfrage: Mehrheit der Generation 50+ plant Ruhestand finanziell nicht

25. Juni 2026

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4 Min. Lesezeit

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Studien

Eine INTEGRAL-Umfrage im Auftrag von Standard Life unter 50- bis 75-Jährigen zeigt, dass nur 22% einen konkreten Finanzplan für den Ruhestand erstellt haben. Gleichzeitig rechnen 58% mit gleich hohen oder höheren Ausgaben in der Pension, und lediglich 20% nehmen dafür professionelle Beratung in Anspruch.

Kerstin Quirchtmayr

Redakteur/in: Kerstin Quirchtmayr - Veröffentlicht am 25.06.2026

Viele Menschen in Österreich beschäftigen sich zwar mit ihrer künftigen Pension, verzichten aber auf eine konkrete finanzielle Planung. Das zeigt eine aktuelle INTEGRAL-Umfrage im Auftrag von Standard Life unter Personen zwischen 50 und 75 Jahren.

Wissen über Pension, aber wenig Planung

Sechs von zehn Befragten, die noch nicht im Ruhestand sind, kennen nach eigenen Angaben den Stand ihres Pensionskontos sehr oder eher genau. Dennoch haben nur 22% aller Befragten einen konkreten Einnahmen-Ausgaben-Plan für die Pension erstellt. Rund die Hälfte (51%) hat gar nicht vor, eine strukturierte finanzielle Planung für den Ruhestand vorzunehmen.

Nur 40% der Befragten sind zuversichtlich, ihren Lebensstandard in der Pension aufrechterhalten zu können. Gleichzeitig erwarten 58% gleich hohe oder höhere Ausgaben als während des Erwerbslebens.

Christian Nuschele, Head of Distribution & Marketing bei Standard Life Österreich:

"Die Studienergebnisse zeigen eine deutliche Lücke zwischen Problembewusstsein und tatsächlicher Vorsorge. Viele Menschen rechnen mit finanziellen Einschränkungen im Ruhestand, setzen sich jedoch zu spät oder gar nicht systematisch mit ihrer künftigen Einkommens- und Ausgabensituation auseinander. Auch Beratung wird in den meisten Fällen nicht in Anspruch genommen. Angesichts einer steigenden Lebenserwartung und Pensionsphasen von mitunter mehr als 30 Jahren braucht es jedoch nachhaltige Strategien, um Vermögen für die Zeit nach dem Erwerbsleben nicht nur aufzubauen, sondern daraus auch gezielt laufendes Einkommen zu generieren. Aufgrund der Komplexität ist es sinnvoll, sich Rat bei einem unabhängigen Experten einzuholen. Eine professionelle Planung verschafft zusätzlichen Handlungsspielraum für eine langfristig gesicherte finanzielle Situation im Ruhestand."

Verunsicherung über die Zukunft

56% der Befragten rechnen damit, dass das gesetzliche Pensionsantrittsalter innerhalb der kommenden fünf Jahre angehoben wird. Lediglich 3% glauben, dass dies auch in den nächsten 20 Jahren nicht der Fall sein wird. Jede zweite befragte Person sieht zudem die eigene Pflegebedürftigkeit oder jene eines Familienmitglieds als mögliche finanzielle Belastung im Ruhestand. Pensionseinbußen zur Finanzierung der Altersvorsorge künftiger Generationen würden lediglich 16% akzeptieren, während 78% dies ablehnen.

78% jener Personen, die sich bereits mit ihrer Altersvorsorge beschäftigen oder dies planen, organisieren diese ohne professionelle Unterstützung. Nur 20% wenden sich an Banken, Finanzdienstleister oder Versicherungsexperten.

Thomas Url, Senior Economist am WIFO:

"Aus volkswirtschaftlicher Perspektive spiegeln die Ergebnisse eine zunehmende Unsicherheit wider: Menschen suchen finanzielle Kontrolle in einem Umfeld, das als schwer kalkulierbar wahrgenommen wird. Das österreichische Pensionssystem bietet im internationalen Vergleich zwar eine hohe Einkommensersatzrate, ist aber stark auf das Umlageverfahren konzentriert. Angesichts des demografischen Wandels und struktureller Veränderungen am Arbeitsmarkt wird der Finanzierungsdruck in den kommenden Jahren weiter steigen. Die aktuelle Pensionsreform setzt wichtige Impulse für die Anhebung des faktischen Pensionsantrittsalters, grundlegende strukturelle Reformen wurden jedoch auf 2030 verschoben."

Sicherheit wichtiger als laufende Rentenzahlung

Für 60% der Befragten ist die jederzeitige Verfügbarkeit ihres Geldes das wichtigste Merkmal eines Finanzprodukts für den Ruhestand. 46% nennen die Sicherheit der Veranlagung, 32% flexible Ein- und Auszahlungen.

44% würden sich ihr angespartes Kapital zu Pensionsbeginn vollständig auszahlen lassen. Für eine lebenslange monatliche Rente sprechen sich 18% aus, während 31% eine Kombination aus Einmalzahlung und laufender Rente bevorzugen.

Foto oben v.l.n.r.: Dr. Wolfgang Ellmaier von der WELL.co.at GmbH, WIFO-Experte Dr. Thomas Url und Christian Nuschele von Standard Life

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