Der im Frühjahr 2026 veröffentlichte Stoïk Cyber Schadensbericht zeigt, dass Cybervorfälle in den Sommermonaten zunehmen. Besonders betroffen ist derzeit die Hotellerie, wo der Anteil betroffener Betriebe laut Stoïk von 2,67% auf 7,04% gestiegen ist.
Redakteur/in: Kerstin Quirchtmayr - Veröffentlicht am 24.06.2026
Urlaubszeiten können Unternehmen anfälliger für Cyberangriffe machen. Nach Angaben des Cyberversicherers Stoïk nutzen Angreifer gezielt Abwesenheiten, Vertretungssituationen und reduzierte Kontrollprozesse aus. Juli und August gehören laut dem im Frühjahr 2026 veröffentlichten Cyber Schadensbericht zu den schadensintensivsten Monaten des Jahres.
Besonders deutlich zeigt sich diese Entwicklung in der Hotellerie. Der Anteil betroffener Hotels ist laut Stoïk von 2,67% auf 7,04% gestiegen. Dabei beobachten die Experten ein wiederkehrendes Angriffsmuster: Über Phishing werden Zugangsdaten und Informationen aus Datenbanken entwendet, anschließend versenden die Angreifer gefälschte Zahlungsaufforderungen an Gäste.
E-Mail-Angriffe dominieren
Ein Schwerpunkt der Sommermonate sind laut Stoïk E-Mail-basierte Betrugsversuche. Im Zeitraum von Juni bis August 2025 standen 69% aller gemeldeten Vorfälle in Zusammenhang mit E-Mails. Dazu zählen unter anderem Lieferantenimitationen und Rechnungsbetrug.
Neben E-Mail-Angriffen gehörten laut Cyber Schadensbericht 2025 auch Kompromittierungen internet-exponierter Systeme mit 8%, Ransomware mit 6% sowie Datendiebstahl mit 6% zu den häufigsten Vorfällen im Sommer.
Typische Szenarien entstehen laut Stoïk etwa dann, wenn Mitarbeitende während der Urlaubszeit Vertretungen übernehmen und Zahlungsanweisungen oder Änderungen von Bankverbindungen nicht ausreichend überprüft werden. In einzelnen Fällen seien dadurch Schäden in Millionenhöhe entstanden.
Verzögerte Folgen von Sommer-Angriffen
Ein weiteres Muster zeigt sich laut den Daten erst Monate später. Kompromittierungen von Zugangsdaten im Sommer werden häufig erst im Herbst entdeckt. Entsprechend steigt die Zahl der Credential Breaches im Oktober und November deutlich an.
Nach Angaben von Stoïk begannen 40% aller Angriffe mit einer Kompromittierung von VPN- oder Zugangsdaten. Ransomware-Angriffe blieben im Sommer durchschnittlich 31 Tage unentdeckt und damit deutlich länger als im Jahresdurchschnitt von 22 Tagen.
Vor diesem Hintergrund verweist Stoïk auf die Bedeutung organisatorischer Schutzmaßnahmen. Vertretungsregelungen, das Vier-Augen-Prinzip sowie die Überprüfung von Zahlungsanweisungen könnten dazu beitragen, Risiken während der Urlaubszeit zu reduzieren. Kompromittierungen aus dem Sommer würden häufig erst im Oktober oder November sichtbar, wenn Zugangsdaten bereits über längere Zeit missbraucht wurden.
Die Auswertung basiert auf Daten aus von Stoïk bearbeiteten Schadensfällen. Das Unternehmen begründet die Analyse mit Erkenntnissen aus der Kombination von Cyberversicherung und Cybersicherheitsleistungen.
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