Die Erwartungen von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern an ihren Arbeitsplatz verändern sich mit den unterschiedlichen Lebensphasen. Eine aktuelle PwC-Studie zeigt, dass drei Viertel der Beschäftigten in Österreich Arbeitsmodelle bevorzugen, die stärker auf ihre jeweilige Lebenssituation abgestimmt sind. Für die Untersuchung „Arbeiten im Wandel der Lebensphasen“ wurden im Mai 2026 insgesamt 1.092 Erwerbstätige in Österreich befragt.
Redakteur/in: Andreas Richter - Veröffentlicht am 22.07.2026
Den Studienergebnissen zufolge hängt die Bereitschaft, länger im Erwerbsleben zu bleiben, wesentlich davon ab, ob Arbeitsbedingungen auch in späteren Berufsphasen als attraktiv und bewältigbar wahrgenommen werden. Gleichzeitig berichten 63 % der Befragten, dass ihre psychische Belastung in den vergangenen zwei Jahren zugenommen hat. Besonders betroffen sind Personen mit Pflegeverantwortung: In dieser Gruppe geben 83 % an, eine höhere psychische Belastung zu verspüren.
Die zusätzliche Verantwortung wirkt sich laut Studie auch auf den Blick in die Zukunft aus. Während Beschäftigte in der Phase des Karriereaufbaus oder am Ende ihres Berufslebens vergleichsweise optimistisch bleiben, fällt der Zukunftsoptimismus bei Menschen mit Pflegeverantwortung deutlich geringer aus. Gleichzeitig zeigen sich Unterschiede bei der finanziellen Zuversicht im Hinblick auf die Pension. Frauen verfügen laut Studie seltener über finanzielle Klarheit für den Ruhestand als Männer.
„Besonders deutlich werden die blinden Flecken bei Frauen, in späteren Erwerbsphasen und bei Pflegeverantwortung: Hier verdichten sich Belastung, geringere Förderung, schwächerer Zukunftsoptimismus und finanzielle Unsicherheit. Umso wichtiger ist es, Arbeit so zu gestalten, dass sie auch in herausfordernden Lebensphasen tragfähig bleibt“, sagt Sophie Landsteiner, Workforce Transformation Lead bei PwC Österreich.
Die Studie zeigt außerdem, dass für die Arbeitsfähigkeit weit mehr zählt als das Gehalt allein. Als wichtigste Faktoren nennen die Befragten eine gute Zusammenarbeit im Team und Flexibilität am Arbeitsplatz (jeweils 32 %), gefolgt von Wertschätzung und Anerkennung durch den Arbeitgeber (26 %). Finanzielle Anreize (24 %) und Telearbeit (23 %) rangieren dahinter.
Gleichzeitig sehen viele Beschäftigte Verbesserungspotenzial bei der Förderung ihrer Arbeitsfähigkeit. Fast jede vierte befragte Person (23 %) gibt an, in den vergangenen zwei Jahren keine entsprechende Unterstützung erhalten zu haben. Frauen berichten davon häufiger als Männer.
Für Unternehmen ergibt sich daraus laut PwC die Herausforderung, Personalmaßnahmen stärker an unterschiedlichen Lebensphasen auszurichten. Angebote zur Gesundheitsförderung, Flexibilität oder Weiterbildung müssten die jeweiligen Zielgruppen tatsächlich erreichen und deren konkrete Lebensrealität berücksichtigen. Nur so ließen sich langfristig Arbeitsfähigkeit, Motivation und Mitarbeiterbindung stärken.
zurück zur Übersicht
Beitrag speichern
sharing is caring
Das könnte Sie auch interessieren











