Der PwC CEO Survey 2026 zeigt eine stark gedämpfte Erwartungshaltung heimischer Führungskräfte. Nur 24% der österreichischen CEOs rechnen mit Wirtschaftswachstum, weltweit sind es 61%.
Redakteur/in: Kerstin Quirchtmayr - Veröffentlicht am 23.01.2026
Österreichische CEOs beurteilen die wirtschaftliche Entwicklung deutlich skeptischer als ihre internationalen Kolleginnen und Kollegen. Laut dem PwC CEO Survey 2026 erwarten lediglich 24% ein Wirtschaftswachstum in Österreich, während global 61% der befragten CEOs von einem Wachstum ausgehen. Auch der Blick auf die eigene Geschäftsentwicklung fällt verhalten aus: Nur 12% der heimischen Führungskräfte sind zuversichtlich, ihre Umsätze in den kommenden zwölf Monaten steigern zu können. Weltweit liegt dieser Wert bei 30% und damit ebenfalls auf dem niedrigsten Stand der vergangenen fünf Jahre.
Die Ergebnisse basieren auf der 29. Global CEO Survey von PwC, für die weltweit 4.454 CEOs aus 95 Ländern befragt wurden, darunter 34 aus Österreich.
Kurzfristige Probleme binden Managementkapazitäten
Als größte Herausforderungen für das Jahr 2026 nennen österreichische CEOs makroökonomische Unsicherheiten mit 24%, Cyberrisiken ebenfalls mit 24% sowie die Inflation mit 18%. Diese Belastungen schlagen sich auch im Zeitmanagement nieder. Führungskräfte in Österreich verbringen 56% ihrer Arbeitszeit mit der Bewältigung kurzfristiger Probleme, während nur 11% auf langfristige Planung mit einem Horizont von mehr als fünf Jahren entfallen.
Rudolf Krickl, CEO von PwC Österreich:
"Der Zeitmangel für strategische Themen ist alarmierend, denn die Weichen für die Zukunft werden heute gestellt. CEOs müssen sich bewusst Freiräume für Zukunftsfragen schaffen durch Delegation, durch effizientere Prozesse und vor allem durch den klugen Einsatz von künstlicher Intelligenz. Wer jetzt in Innovation investiert, statt nur zu reagieren, sichert sich nachhaltige Wettbewerbsvorteile."
Der Einsatz von künstlicher Intelligenz ist in österreichischen Unternehmen laut Studie noch wenig wirksam verankert. Nur 18% der heimischen CEOs geben an, durch den Einsatz von KI höhere Umsätze erzielt zu haben. Gleichzeitig sehen 68% der Befragten die zentrale Herausforderung darin, ihr Unternehmen schnell genug zu transformieren, um mit technologischen Entwicklungen und KI Schritt zu halten.
Dort, wo Innovation bereits umgesetzt wird, zeigen sich messbare Effekte. 29% der österreichischen CEOs berichten, dass bereits 10 bis 20% ihres Gesamtumsatzes aus Produkten und Dienstleistungen stammen, die in den vergangenen drei Jahren neu eingeführt wurden.
„Künstliche Intelligenz ist in aller Munde – doch es scheitert oft an der Umsetzung. Die entscheidende Herausforderung liegt nicht in der Technologie selbst, sondern in ihrer strategischen Skalierung. Echte Transformation bedeutet, Abläufe grundlegend zu überdenken und KI als Katalysator für neue Geschäftsmodelle zu nutzen, nicht als Pflaster für alte Strukturen“, so Krickl.
Auslandsinvestitionen mit Fokus auf USA und Deutschland
Weltweit planen 51% der CEOs, im kommenden Jahr im Ausland zu investieren, in Österreich liegt dieser Anteil bei knapp 40%. Als wichtigste Zielmärkte nennen österreichische Führungskräfte weiterhin die USA und Deutschland mit jeweils 24%, obwohl der Zugang zum US-Markt durch Zölle und Handelsbarrieren schwieriger geworden ist.
Im internationalen Vergleich liegen die USA mit 35% an erster Stelle, gefolgt von Indien sowie Großbritannien und Deutschland mit jeweils 13%. In Österreich spielt Indien bislang mit 6% eine untergeordnete Rolle, liegt jedoch im Trend deutlich steigend und verdoppelt seinen Anteil Jahr für Jahr. China wird von nur 3% der österreichischen CEOs als Investitionsziel genannt, während der globale Durchschnitt bei 10% liegt.
Foto oben: Rudolf Krickl, CEO von PwC Österreich
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