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Allianz-Strategiewechsel im Maklergeschäft: Erreichbarkeit, Regionalität, Vertrauen

Allianz-Strategiewechsel im Maklergeschäft: Erreichbarkeit, Regionalität, Vertrauen

22. Januar 2026

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8 Min. Lesezeit

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Im Blickpunkt

Veränderungen im Management und eine strategische Neuausrichtung prägen derzeit die Allianz Österreich. CEO Daniel Matić und Vertriebsvorstand René Brandstötter erläutern im Titelinterview der Jänner-Ausgabe, wie sie den Maklervertrieb neu positionieren wollen, welche Schwerpunkte für 2026 gesetzt sind und wie Vertrauen im Markt nachhaltig gestärkt werden soll.

Kerstin Quirchtmayr

Redakteur/in: Kerstin Quirchtmayr - Veröffentlicht am 22.01.2026

Seit knapp einem Jahr steht Daniel Matić an der Spitze der Allianz Österreich. In dieser Phase sei es für ihn zentral gewesen, Markt, Organisation und Wettbewerbsumfeld genau zu verstehen, bevor operative Veränderungen gesetzt werden. Der Fokus habe zunächst darauf gelegen, Strukturen zu analysieren und ein realistisches Bild der eigenen Positionierung zu gewinnen. „Zu Beginn war es für mich entscheidend zu verstehen, wie der österreichische Markt funktioniert und wo die Allianz hier steht. Ich wollte ein klares Bild davon bekommen, wie die Organisation arbeitet, wie wir im Wettbewerb positioniert sind und wo unsere Stärken und Schwächen liegen. Dazu gehört auch, die verschiedenen Vertriebswege zu analysieren und zu sehen, was gut läuft und wo wir nachschärfen müssen“, so Matić.

Maklergeschäft als strategischer Schwerpunkt für 2026: „Makler brauchen Ansprechpartner vor Ort“

Für das Jahr 2026 kündigt die Allianz eine deutliche Schwerpunktsetzung im Maklerbereich an. Dabei gehe es weniger um kurzfristige Aktionen, sondern um strukturelle Verbesserungen in Betreuung, Prozessen und Produktentwicklung. „2026 wollen wir den Maklerbereich deutlich stärker in den Fokus nehmen. Dazu gehört vor allem, die persönliche Betreuung auszubauen und regionale Unterschiede besser zu berücksichtigen. Viele Makler brauchen Ansprechpartner vor Ort, und genau diese Nähe wollen wir wieder verstärken. Unsere Prozesse müssen so gestaltet sein, dass sie tatsächlich zu den Anforderungen der Makler passen – eine einzige Lösung für alle gibt es nicht“, erläutert Matić.

Der Maklermarkt sei für die Allianz ein wesentlicher Wachstumstreiber, auch weil hier noch ungenutztes Potenzial bestehe. Entscheidend sei dabei ein nachhaltiger, verlässlicher Auftritt und keine kurzfristige Positionierung über Preise, betont der CEO.

„Wir haben Fehler aus der Vergangenheit analysiert und wollen daraus lernen“

Vor diesem Hintergrund verweist Vertriebsvorstand René Brandstötter auch auf eine kritische Auseinandersetzung mit der eigenen Vergangenheit: „Wir haben Fehler aus der Vergangenheit analysiert, und die für uns relevante Frage ist, was wir daraus lernen. Wenn wir Verbesserungen konsequent umsetzen, können wir im Maklermarkt wieder stärker wachsen“, so Brandstötter und ergänzt: „2026 setzen wir drei Schwerpunkte: erstens die Erreichbarkeit und den Service neu aufstellen, damit Makler im Erstkontakt wieder sofort bei einem zuständigen Ansprechpartner landen. Zweitens bringen wir ein neues, flexibles Gewerbeprodukt, das das gesamte Segment besser abdeckt und für den Maklervertrieb ein zentraler Baustein wird. Drittens investieren wir gezielt in Regionalität, weil Präsenz in den Bundesländern entscheidend ist“, führt Brandstötter aus.

Diese Maßnahmen seien keine theoretischen Planungen, sondern eine direkte Reaktion auf klare Rückmeldungen aus dem Markt. „All das sind Ergebnisse aus Rückmeldungen, die wir sehr klar bekommen haben. Unser Ziel ist es, diese Punkte umzusetzen, um den Alltag der Makler spürbar zu erleichtern“, so Brandstötter. Gerade im Gewerbe- und Industriegeschäft seien bereits erste Schritte gesetzt worden. Nun gehe es darum, Vertrauen nachhaltig zurückzugewinnen und Zusagen auch langfristig einzuhalten.

„Makler sollen Standardänderungen künftig selbst und direkt durchführen können“

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf operativen Verbesserungen im Alltag der Makler. Ziel sei es, Abläufe zu vereinfachen und Wartezeiten zu reduzieren. „Ein Punkt, der in vielen Gesprächen thematisiert wurde, ist die Möglichkeit eines zuverlässigen Rückrufservices. Wenn ein Makler ein Anliegen hinterlässt, soll er die Sicherheit haben, dass wir ihn innerhalb einer klar definierten Zeitspanne zurückrufen. Ein weiteres zentrales Thema sind moderne Self-Service-Funktionen. Makler sollen künftig wieder mehr Standardänderungen direkt und ohne Umwege selbst durchführen können“, erklärt Brandstötter.

Darüber hinaus arbeite die Allianz an der Weiterentwicklung digitaler Lösungen, um neben Neugeschäft auch Bestandsänderungen direkt über die Systeme abwickeln zu können. Diese Maßnahmen seien unmittelbare Reaktionen auf klares Feedback aus dem Markt.

„Walk the Talk: Wenn wir etwas zusagen, müssen wir es auch einhalten“

Der Managementwechsel bringe zwangsläufig die Notwendigkeit mit sich, Vertrauen neu aufzubauen, betont CEO Matić. Entscheidend sei dabei, dass Ankündigungen auch konsequent umgesetzt werden. „Für mich ist entscheidend: Walk the Talk. Wenn wir etwas zusagen, müssen wir es auch einhalten. Und wenn etwas nicht möglich ist, müssen wir das offen sagen und erklären. Diese Klarheit schafft Verlässlichkeit. Vertrauen entsteht durch Kontinuität und persönliche Präsenz – nicht in sechs Monaten, sondern über Jahre“, so Matić.

Transparenz, nachvollziehbare Entscheidungen und eine klare Kommunikation seien zentrale Elemente dieses Ansatzes. Dabei wolle man sich nicht an internen Sichtweisen orientieren, sondern die Perspektive des Marktes aktiv einbeziehen.

„Gute Kommunikation beginnt bei der Erreichbarkeit“

Auch Brandstötter sieht in direkter Kommunikation einen wesentlichen Hebel. Portfoliogespräche, Roundtables und persönliche Kontakte sollen dazu beitragen, Bedürfnisse besser zu verstehen und konkrete Maßnahmen abzuleiten.

„Gute Kommunikation beginnt bei der Erreichbarkeit. Wenn jemand mit einem Anliegen bei uns anruft, muss eine zuständige Person erreichbar sein, die das Thema versteht und weiterbringt. Genau dort setzen wir an, weil gutes Service und gutes Miteinander immer beim ersten Kontakt beginnt“, sagt Brandstötter.

Stabilität entstehe letztlich durch konsequentes Liefern über einen längeren Zeitraum. Nicht jeder Partner werde diesen Weg mitgehen, räumt der Vertriebsvorstand ein, gleichzeitig gebe es im Markt den Wunsch nach einer starken Allianz, an den man anknüpfen wolle.

Klare Botschaft an den Markt: „Wir nehmen euch ernst! Und wir handeln!“

Abschließend formulieren beide Vorstände eine klare Botschaft an die Maklerinnen und Makler. Der Anspruch sei, Vertrauen durch konkrete Taten zu festigen und langfristige Partnerschaften aufzubauen.

„Liebe Makler: Wir nehmen euch ernst! Und wir handeln! Wir haben 2025 bereits konkrete Schritte umgesetzt und 2026 geht es weiter. Wir verbessern unsere Prozesse und stärken unser Service“, betont Brandstötter.

Matić ergänzt: „Unsere Botschaft ist: Wir sind wieder da und wollen im Maklermarkt ein verlässlicher Partner sein. Für uns zählt eine nachhaltige, stetige Zusammenarbeit – nicht kurzfristige Aktionen. Genau daran wollen wir uns messen lassen.“

Foto oben v.l.n.r.: Vertriebsvorstand Renè Brandstötter und CEO Daniel Matić, Allianz Österreich

Das gesamte Interview lesen Sie in der AssCompact Jänner-Ausgabe!

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