Fast jeder zweite Motorradfahrer ist laut einer aktuellen Erhebung des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KFV) nicht ausreichend geschützt unterwegs. Angesichts steigender Unfallzahlen warnt das KFV vor dem Verzicht auf Schutzkleidung – auch weil dies im Schadenfall rechtliche und finanzielle Folgen haben kann.
Redakteur/in: Kerstin Quirchtmayr - Veröffentlicht am 15.07.2026
Das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) warnt angesichts steigender Unfallzahlen vor dem Verzicht auf Schutzkleidung beim Motorradfahren. Nach rund 13.900 Beobachtungen tragen 45% der Motorradfahrer keine angemessene Schutzkleidung. Innerorts liegt dieser Anteil sogar bei 76%, außerorts bei 31%.
Als angemessene Schutzausrüstung gelten laut KFV Helm, Handschuhe, Motorradstiefel sowie Motorradbekleidung aus Leder oder Textil für Oberkörper und Beine. Darüber hinaus empfiehlt das KFV Bekleidung mit integrierten Airbag-Systemen, die die Schwere von Verletzungen reduzieren können.
Es sei ein Irrglaube, dass einem bei geringem Tempo im Ortsgebiet nichts Schlimmes passieren kann, so Klaus Robatsch, Leiter des Bereichs Verkehrssicherheit im KFV. Wer ohne geeignete Schutzkleidung bei einem Unfall verletzt wird, muss laut KFV zudem mit einer Kürzung des Schmerzensgeldes rechnen, selbst wenn der Unfallgegner die volle Schuld trägt.
Die Unfallstatistik unterstreicht die Bedeutung der Prävention: Mit 4.584 verletzten Motorradfahrern wurde 2025 österreichweit ein neuer Höchststand erreicht. Gleichzeitig verzeichneten Niederösterreich (978 Verletzte), Wien (799), die Steiermark (688) und Kärnten (410) jeweils die höchste Zahl verletzter Motorradfahrer seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 1976.
Besonders hoch bleibt das Risiko im Vergleich zum Pkw-Verkehr. Unter Berücksichtigung der Fahrleistung ist das Risiko, beim Motorradfahren verletzt zu werden, laut KFV rund 37-mal höher als beim Autofahren. Bis einschließlich 12. Juli 2026 kamen zudem bereits mindestens 36 Motorradfahrer ums Leben.
Klaus Robatsch:
"Verzichten Sie bitte auch bei sommerlichen Temperaturen nicht auf angemessene Schutzkleidung. Statt schwerer Lederbekleidung gibt es mittlerweile sehr gute atmungsaktive Textilmaterialien. Auch Airbag-Westen sind in leichten Ausführungen erhältlich."
Foto oben: Klaus Robatsch, Leiter des Bereichs Verkehrssicherheit im KFV
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