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Zwischen Tradition und Zukunft: Nora Wallner gestaltet den Generationswechsel aktiv mit

Zwischen Tradition und Zukunft: Nora Wallner gestaltet den Generationswechsel aktiv mit

14. Juli 2026

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8 Min. Lesezeit

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Im Blickpunkt

Die Versicherungsbranche befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel – technologisch, strukturell und personell. Mit Nora Wallner übernimmt eine junge Maklerin zunehmend Verantwortung in einem traditionsreichen Familienunternehmen. Gemeinsam mit ihren Eltern führt sie die CEBCO Versicherungsmakler GmbH und setzt dabei auf Digitalisierung, Weiterbildung und die aktive Mitgestaltung der Branche.

Andreas Richter

Redakteur/in: Andreas Richter - Veröffentlicht am 14.07.2026

Dass Nora Wallner einmal in die Versicherungsbranche einsteigen würde, war keineswegs selbstverständlich. Zwar ist sie in einem klassischen Familienunternehmen der Branche aufgewachsen, beruflich hatte sie ursprünglich aber ganz andere Pläne. „Ich habe Politikwissenschaft studiert und wollte nach dem Studium in einem Ministerkabinett arbeiten“, erzählt sie. Erst später entschied sie sich, einen Blick ins Familienunternehmen zu werfen – sehr zur Überraschung ihrer Eltern.

Was zunächst als vorsichtiger Perspektivenwechsel begann, entwickelte sich rasch zu einer bewussten Entscheidung. Besonders die unternehmerische Freiheit und die Möglichkeit, Dinge aktiv zu gestalten, hätten sie überzeugt. Gleichzeitig habe sie schnell erkannt, wie vielseitig und spannend die Tätigkeit als Versicherungsmaklerin tatsächlich sei. Vor allem der direkte Kontakt mit Kundinnen und Kunden sowie die Verantwortung, individuelle Lösungen zu entwickeln, hätten sie nachhaltig begeistert.

Generationswechsel mit Verantwortung

Dennoch bringt die Nachfolge in einem bekannten Familienunternehmen naturgemäß besondere Herausforderungen mit sich. Ihr Vater Christoph Berghammer ist als Fachverbandsobmann der Versicherungsmakler eine der prägenden Persönlichkeiten der Branche – ein Umstand, der für sie sowohl Vorteile als auch zusätzlichen Druck mit sich bringt. „Es ist ein Vor- und ein Nachteil: Zum einen öffnet es natürlich Türen, aber zum anderen muss man sich oft doppelt beweisen“, sagt sie offen.

Seit 2025 ist Nora Wallner offiziell Geschäftsführerin der CEBCO Versicherungsmakler GmbH. Persönlich habe sich dadurch allerdings weniger verändert als viele vermuten würden. Bereits zuvor war sie mehrere Jahre lang Prokuristin und in sämtliche Entscheidungen des Unternehmens eingebunden. Der Übergang erfolgte damit bewusst schrittweise und nicht abrupt – ein Modell, das sie generell für Unternehmensübergaben empfiehlt.

Denn gerade beim Thema Nachfolge ortet sie in der Branche oft unterschätzte Herausforderungen. Entscheidend sei, der jungen Generation frühzeitig Verantwortung zu übertragen und ihr Vertrauen entgegenzubringen. Gleichzeitig brauche es aber auch Respekt gegenüber der Erfahrung der älteren Generation. Idealerweise gebe es einen klar definierten Übergabeplan mit konkreten Zeitpunkten, an den sich alle Beteiligten halten. Fehlende Kommunikation und unklare Rollenbilder seien hingegen häufige Konfliktquellen.

Führungsstil und Unternehmensentwicklung

Ihren eigenen Führungsstil beschreibt Nora Wallner als klar, offen und teamorientiert. Verantwortung zu übertragen und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aktiv einzubinden, sei ihr wichtig. Gleichzeitig lege sie großen Wert auf transparente Kommunikation und kurze Entscheidungswege. Gerade in einer Zeit, in der sich die Anforderungen an Maklerbetriebe laufend verändern, seien flexible Strukturen und motivierte Teams entscheidend.

Entsprechend setzt sie bei der Weiterentwicklung des Unternehmens klare Prioritäten. Digitalisierung, effizientere interne Prozesse und die kontinuierliche Verbesserung der Beratungsqualität stehen weit oben auf der Agenda. Parallel dazu investiert CEBCO intensiv in die Aus- und Weiterbildung des Teams.

Engagement für die Branche

Auch außerhalb des Unternehmens engagiert sich Nora Wallner aktiv für die Branche. Sie ist Fachgruppenobmann-Stellvertreterin der Versicherungsmakler:innen und Berater:innen in Versicherungsangelegenheiten in Salzburg und arbeitet damit nicht nur im Betrieb, sondern auch in der Interessenvertretung eng mit ihrem Vater zusammen. Die Rollen könne sie dabei gut trennen, sagt sie. In der Standesvertretung sei es ihr wichtig, unabhängig aufzutreten und eigene Positionen zu vertreten. Gleichzeitig sei ein guter Draht zum Fachverband natürlich von Vorteil.

Besonders wichtig ist ihr dabei die aktive Mitgestaltung der Branche durch junge Maklerinnen und Makler. Die Branche sei in vielen Bereichen noch stark von traditionellen Strukturen geprägt und gleichzeitig teilweise überaltert. Umso wichtiger sei es, dass junge Menschen neue Impulse einbringen. Gleichzeitig plädiert sie klar für ein Zusammenspiel der Generationen: Erfahrung und neue Ideen gemeinsam seien die beste Grundlage für eine nachhaltige Weiterentwicklung.

Konsolidierung und Digitalisierung

Die Versicherungsbranche insgesamt sieht Nora Wallner aktuell vor großen strukturellen Veränderungen. Die laufende Konsolidierung des Maklermarktes werde sich ihrer Einschätzung nach weiter verstärken. CEBCO ist Mitglied der IGV Austria – für Wallner ein wichtiger Schritt. Sie glaubt, dass es künftig ohne Zusammenschlüsse für viele Maklerbüros zunehmend schwierig werden wird, am Markt zu bestehen. Große Investitionen in Künstliche Intelligenz, Apps oder digitale Prozesse könnten oft nur gemeinsam wirtschaftlich getragen werden. Gleichzeitig eröffneten Kooperationen Zugang zu erweitertem Know-how, zusätzlichen Produkten und neuen Beratungsmöglichkeiten.

Digitalisierung ist für sie insgesamt ein wichtiges Zukunftsthema – allerdings mit Augenmaß. Den größten Mehrwert sieht sie in der schnelleren Bearbeitung standardisierter Abläufe und effizienteren Prozessen. Gleichzeitig glaubt sie, dass Digitalisierung gerade in der Kundenberatung oft überschätzt werde. Viele Kundinnen und Kunden würden nach wie vor den persönlichen und klassischen Kontakt bevorzugen.

Dass sich das Informationsverhalten der Kunden massiv verändert hat, erlebt sie täglich. Kundinnen und Kunden kämen heute häufig deutlich besser informiert in Beratungsgespräche. Gleichzeitig führe das durch Informationen aus ChatGPT oder anderen Quellen auch zu gefährlichem Halbwissen. Umso wichtiger sei es geworden, Risiken verständlich zu erklären und Zusammenhänge sauber aufzuzeigen.

Als besonders unterschätztes Risiko nennt Nora Wallner die Berufsunfähigkeitsversicherung. Vor allem psychische Erkrankungen würden von vielen Menschen massiv unterschätzt, gleichzeitig sei die Absicherung der eigenen Arbeitskraft in Österreich noch immer viel zu gering verbreitet. Auch Cyberversicherungen sieht sie als zentrale Zukunftssparte. Viele glaubten noch immer, Cyberangriffe würden nur große Unternehmen betreffen – tatsächlich könne heute praktisch jeder betroffen sein.

Blick nach vorne

Persönlich sieht Nora Wallner ihren Antrieb sowohl im unternehmerischen Erfolg als auch im Gestaltungsanspruch für die Branche. Sie arbeite sehr gerne im eigenen Unternehmen, gleichzeitig sei ihr das Engagement für die Weiterentwicklung der Branche wichtig. Für die kommenden zehn Jahre erwartet sie deutliche Veränderungen – sowohl für sich selbst als auch für CEBCO. Das Unternehmen werde weiter wachsen und auch künftig Firmen zukaufen. Gleichzeitig werde der Fokus verstärkt auf Künstlicher Intelligenz und Spezialisierung liegen.

Rückblickend gibt es dennoch einen Punkt, den sie heute anders machen würde: „Wenn ich noch einmal am Anfang meiner Karriere stünde, würde ich zunächst auch Erfahrungen in anderen Betrieben sammeln, bevor ich ins Familienunternehmen einsteige.“

Das gesamte Maklerporträt lesen Sie in der AssCompact Juli-Ausgabe!

Foto oben: Nora Wallner

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