Die Studie „Banking on Banks 2026“ des Informationsdienstleisters CRIF zeigt, dass 78% der Europäer in den kommenden zwölf Monaten finanzielle Sorgen haben. Gleichzeitig ist die Angst vor KI-gestützten Betrugsformen innerhalb eines Jahres von 25% auf 71% gestiegen.
Redakteur/in: Kerstin Quirchtmayr - Veröffentlicht am 09.07.2026
Die wirtschaftliche Unsicherheit in Europa bleibt hoch. Das zeigt die Studie „Banking on Banks 2026“ des Informationsdienstleisters CRIF, für die im März und April 2026 insgesamt 5.000 Konsument sowie 500 Unternehmensentscheider in Deutschland, Großbritannien, Irland, Italien und Polen befragt wurden.
78% der befragten Europäer erwarten finanzielle Herausforderungen in den kommenden zwölf Monaten. Im Vorjahr waren es 74%. Mehr als ein Drittel (35%) geht davon aus, am Monatsende weniger Geld zur Verfügung zu haben, jede zweite befragte Person (50%) plant, ihre Ausgaben zu reduzieren.
Auch Unternehmen sehen sich mit wirtschaftlichen Herausforderungen konfrontiert: 81% berichten von wesentlichen finanziellen Belastungen. 40% rechnen mit steigenden Betriebskosten, 36% haben ihre Wachstumspläne angepasst. Gleichzeitig setzen bereits 74% der Unternehmen Künstliche Intelligenz zur Effizienzsteigerung ein, bei Großunternehmen sind es 89%.
Anca Eisner-Schwarz, Geschäftsführerin von CRIF Österreich:
"Die aktuellen Zahlen spiegeln ein europäisches Umfeld wider, in dem viele Akteure mit Unsicherheit umgehen müssen. Umso wichtiger ist es, dass Finanzdienstleister verlässliche Partner sind – mit klaren Informationen, passgenauen Produkten und einem Blick für die individuelle Situation ihrer Kund."
Vertrauen in Finanzdienstleister bleibt hoch
61% der Konsument sehen Finanzinstitutionen als wichtigen Treiber des Wirtschaftswachstums im eigenen Land. 75% der befragten Unternehmen halten Finanzdienstleister für unverzichtbar für die europäische Wirtschaft. Gleichzeitig erwarten 57% der Konsument, dass Finanzanbieter in wirtschaftlich schwierigen Zeiten leistbare Produkte anbieten. 38% nehmen bei digitalen Banken und Fintechs eine Verbesserung des Serviceangebots in den vergangenen drei Jahren wahr.
Sorge vor KI-gestütztem Betrug wächst
Die Studie zeigt auch einen deutlichen Anstieg der Sorge vor Betrug. 64% der Konsument sehen Betrug als zunehmende persönliche Bedrohung, 49% der Unternehmen berichten von einer Zunahme von Betrugsversuchen.
Besonders stark gestiegen ist die Sorge vor KI-gestützten Betrugsformen: Innerhalb eines Jahres erhöhte sich der Anteil der Konsument, die darin eine Bedrohung sehen, von 25% auf 71%. Bei den Unternehmen befürchten 64%, dass Künstliche Intelligenz für immer ausgefeiltere Betrugsversuche eingesetzt wird.
Gleichzeitig nutzen 37% der Unternehmen, die Künstliche Intelligenz bereits einsetzen oder deren Einsatz planen, die Technologie zur Betrugsprävention. 76% der Unternehmensentscheider sehen Resilienz gegenüber Betrug und Cyberkriminalität als wesentlichen Erfolgsfaktor.
Anca Eisner-Schwarz:
"KI ist in der Betrugsprävention längst operative Realität. Entscheidend ist, dass Technologie und menschliches Urteilsvermögen Hand in Hand gehen – nur so entstehen Lösungen, die sowohl zuverlässig als auch nachvollziehbar sind."
Foto oben: Anca Eisner-Schwarz, Geschäftsführerin von CRIF Österreich
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