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EY-Studie: Solvenzquoten österreichischer Versicherer steigen weiter

(Bild: © EY/Christina Häusler)

EY-Studie: Solvenzquoten österreichischer Versicherer steigen weiter

06. Juli 2026

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4 Min. Lesezeit

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Studien

Eine Analyse von EY zeigt, dass die Solvenzquoten österreichischer Versicherungsunternehmen 2025 weiter gestiegen sind und über dem europäischen Durchschnitt liegen. Gleichzeitig erhöhten sich die verrechneten Prämien um 4,9% auf 24,3 Mrd. Euro und damit stärker als die Inflation.

Kerstin Quirchtmayr

Redakteur/in: Kerstin Quirchtmayr - Veröffentlicht am 06.07.2026

Die Solvenz österreichischer Versicherungsunternehmen hat sich 2025 weiter verbessert. Das geht aus der aktuellen EY-Analyse der Solvency-II-Kennzahlen hervor, die sämtliche österreichischen Versicherungsunternehmen analysiert, die der österreichischen Versicherungsaufsicht unterliegen.

Kapitalausstattung weiter verbessert

Die durchschnittliche Solvenzkapitalquote (SCR-Quote) stieg von 255,4% auf 275,5%. Gleichzeitig erhöhten sich die anrechenbaren Eigenmittel um 12,3%, nachdem das Plus im Vorjahr noch 1,5% betragen hatte. 94,1% der Eigenmittel entfielen auf die höchste Qualitätsstufe.

Barbara Czanik, Partnerin und Leiterin des Bereichs Versicherungsprüfungen bei EY Österreich:

"Die österreichische Versicherungsbranche zeigt sich auch 2025 sehr robust. Die Solvenzquoten sind gestiegen und liegen weiterhin über dem europäischen Durchschnitt. Das ist ein starkes Stabilitätssignal – gerade in einem Umfeld, in dem Versicherer gleichzeitig mit höheren Schadenrisiken, Kapitalmarktveränderungen und zunehmender Regulierung umgehen müssen."

Prämien legen erneut zu

Die verrechneten Prämien stiegen 2025 um 4,9% auf 24,3 Mrd. Euro. Damit fiel das Wachstum zwar geringer aus als im Vorjahr (5,5%), lag aber weiterhin über der Inflationsrate von 3,6%.

Den größten Anteil am Prämienvolumen hatte die Schaden- und Unfallversicherung mit 64,2%, gefolgt von der Lebensversicherung mit 21,7% und der Krankenversicherung mit 14,1%. In der Schaden- und Unfallversicherung legten die Prämien um 4,9% zu. Besonders stark entwickelten sich Assistance-Versicherungen (+9,6%) sowie sonstige Kraftfahrtversicherungen (+8,8%). In der Krankenversicherung betrug das Prämienwachstum 8,5% nach 10,7% im Vorjahr. Die Lebensversicherung verzeichnete mit einem Plus von 2,6% den stärksten Prämienanstieg der vergangenen fünf Jahre.

Christopher Grocholski, Senior Manager und Aktuar bei EY Österreich:

"Die Kapitalausstattung der österreichischen Versicherer ist nicht nur hoch, sondern auch qualitativ stark. Das ist entscheidend, weil Solvenz nicht nur eine regulatorische Kennzahl ist, sondern die Fähigkeit eines Versicherers widerspiegelt, Verpflichtungen gegenüber Kund auch unter Stressbedingungen erfüllen zu können."

Österreich über dem europäischen Durchschnitt

Auch im europäischen Vergleich liegen österreichische Versicherer bei der Solvenz über dem Durchschnitt. Die mediane SCR-Quote der Lebensversicherer beträgt 266,6% gegenüber 244,4% in Europa. Bei den Schaden- und Unfallversicherern erreicht Österreich einen Median von 256%, der europäische Vergleichswert liegt bei 219%.

Bei der Prämienentwicklung zeigt sich ein differenziertes Bild: In der Lebensversicherung lag der Median in Österreich bei 4,7% und damit unter dem europäischen Wert von 6,6%. Im Schaden- und Unfallversicherungsgeschäft erreichte Österreich mit 5,9% hingegen einen höheren Median als Europa mit 4,5%.

Neue Anforderungen durch Solvency-II-Review

Neben der aktuellen Kapitalausstattung verweist die Studie auf den Solvency-II-Review. Dieser bringt unter anderem technische Anpassungen bei Zinskurve, Risikomarge und Volatilitätsanpassung sowie neue Anforderungen an Berichterstattung, Governance und den Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken. Ziel der Reform ist es, die Proportionalität der Regulierung zu verbessern, langfristige Investitionen zu fördern und Berichtspflichten zu vereinfachen.

Foto oben: Barbara Czanik, Partnerin und Leiterin des Bereichs Versicherungsprüfungen bei EY Österreich

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