Eine Studie der VAV Versicherung unter 200 österreichischen Installationsbetrieben zeigt: Werden Sanitär- und Haustechnikprodukte vom Kunden selbst beschafft, sind Haftungsfragen häufig unklar. 43% der Betriebe berichten von Reklamationen oder Schäden, am häufigsten durch Wasserschäden.
Redakteur/in: Kerstin Quirchtmayr - Veröffentlicht am 03.07.2026
Immer häufiger werden Installationsbetriebe erst dann beauftragt, wenn Sanitär- und Haustechnikprodukte bereits gekauft wurden. Das geht aus einer Studie der VAV Versicherung hervor, für die das Marktforschungsunternehmen Telemark Marketing 200 österreichische Installationsbetriebe befragt hat.
Haftungsfragen rücken stärker in den Fokus
57% der befragten Betriebe beobachten, dass dieser Trend in den vergangenen fünf Jahren zugenommen hat. 55% bauen grundsätzlich auch selbst beschaffte Produkte ein, knüpfen dies aber meist an Bedingungen wie den Ausschluss der Gewährleistung für das Produkt oder eine Haftung ausschließlich für die Montageleistung.
Robert Sobotka, Studienautor und Geschäftsführer von Telemark Marketing:
"Der Installateur wird zunehmend vom Komplettanbieter zum reinen Montagedienstleister gemacht. Mehr als die Hälfte der befragten Installateure gaben dabei an, dass dieser Trend in den letzten fünf Jahren zugenommen hat. Häufig wird jedoch von Kundenseite die Haftungsfrage unterschätzt, wenn es zu einem Schadensfall kommen sollte."
Wasserschäden häufigste Folge
43% der Betriebe, die Fremdprodukte montieren, berichten von Reklamationen oder Schäden aufgrund ungeeigneter Produkte. In 60% dieser Fälle handelte es sich um Wasserschäden, 26% entfielen auf Funktionsausfälle. Elektrische Defekte sowie Folgeschäden an anderen Geräten machten jeweils 6% der Schadensfälle aus. In knapp sieben von zehn Fällen mussten die betroffenen Personen die entstandenen Kosten selbst tragen.
Nach Einschätzung der befragten Betriebe sind vielen Personen die Haftungsrisiken beim Einbau selbst beschaffter Produkte nicht ausreichend bewusst. 95% empfehlen daher, sich vor dem Kauf fachlich beraten zu lassen.
Werner Blaschke, Ressortleiter Firmengeschäft der VAV Versicherung:
"Wasserschäden zählen zu den häufigsten und zugleich kostspieligsten Schäden. Die fachliche Beratung und Ausführung durch qualifizierte Installationsbetriebe bleiben daher wesentliche Faktoren für Sicherheit und Werterhalt. Dadurch werden Risiken reduziert und spätere Unklarheiten bei Haftungs- und Versicherungsfragen vermieden."
Foto oben: Werner Blaschke, Ressortleiter Firmengeschäft der VAV Versicherung
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