Sieben von zehn Österreicherinnen und Österreichern wollen heuer im Sommer verreisen. Gleichzeitig beeinflussen steigende Kosten und geopolitische Entwicklungen die Reiseplanung. Laut einer Deloitte-Umfrage haben vier von zehn Reisenden für ihren Sommerurlaub eine Reise- oder Stornoversicherung abgeschlossen.
Redakteur/in: Kerstin Quirchtmayr - Veröffentlicht am 15.06.2026
Trotz wirtschaftlicher Unsicherheit und steigender Lebenshaltungskosten planen sieben von zehn Befragten einen Sommerurlaub. Knapp ein Drittel möchte sogar mehrmals verreisen.
Orsolya Hegedüs, Partnerin bei Deloitte Österreich:
"Auch in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten lassen sich die Österreicherinnen und Österreicher ihren Urlaub nicht nehmen: Sieben von zehn Befragten möchten in diesem Sommer verreisen, knapp ein Drittel sogar mehrmals. Gleichzeitig wird deutlich, dass die Teuerung Spuren hinterlassen hat. Das durchschnittliche Reisebudget liegt heuer bei rund 1.300 Euro pro Person und damit um 200 Euro unter dem Vorjahreswert."
Viele Reisende reagieren mit Einsparungen. Jede fünfte Person plant, vor Ort weniger Geld auszugeben. Andere achten verstärkt auf Rabatte und Sonderangebote, wählen günstigere Reiseziele oder verkürzen ihren Aufenthalt.
Europa bleibt bevorzugtes Reiseziel
Fast drei Viertel der Urlauberinnen und Urlauber verbringen ihren Sommerurlaub innerhalb Europas. 37% bleiben in Österreich. Fernreisen spielen laut der Umfrage nur eine untergeordnete Rolle.
Mehr als die Hälfte der Befragten verwendet das Urlaubsgeld zumindest teilweise für den Sommerurlaub. Gleichzeitig nutzt bereits jede vierte Person die Sonderzahlung für laufende Ausgaben.
Harald Breit, CEO von Deloitte Österreich:
"Wenn das Urlaubsgeld zunehmend für laufende Kosten statt für Erholung verwendet werden muss, zeigt das deutlich, wie stark die finanziellen Belastungen vieler Haushalte gestiegen sind. Diese Entwicklung sollte ein Warnsignal für den Standort Österreich sein."
Krisen verändern das Reiseverhalten
Mehr als jede zweite Person gibt an, ihre Reise aufgrund aktueller Krisen angepasst zu haben. Viele bevorzugen Reiseziele innerhalb Europas, meiden bestimmte Regionen oder verfolgen die Sicherheitslage vor Reiseantritt genauer als in der Vergangenheit.
Auch steigende Spritpreise wirken sich auf die Urlaubsplanung aus. Sieben von zehn Befragten berücksichtigen die höheren Kosten bei ihrer Reiseplanung und sparen dafür an anderer Stelle.
Reise- und Stornoversicherungen häufiger Thema
Vier von zehn Reisenden haben für den diesjährigen Sommerurlaub eine Reise- oder Stornoversicherung abgeschlossen. Ein Viertel davon gibt an, üblicherweise keine Versicherung abzuschließen, sich heuer aber dafür entschieden zu haben.
Harald Breit:
"Der Sommerurlaub ist heute nicht mehr nur eine Budgetfrage. Sicherheit entwickelt sich zunehmend zu einem entscheidenden Faktor bei der Wahl des Reiseziels. Wer verreist, plant flexibler, informiert sich intensiver und sichert sich bewusster gegen Risiken ab. Für die Tourismusbranche wird Sicherheit damit immer stärker zu einem Wettbewerbsfaktor."
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