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Financial Lines Summit Austria: Cyber, D&O und Prävention im Fokus

Financial Lines Summit Austria: Cyber, D&O und Prävention im Fokus

11. Juni 2026

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5 Min. Lesezeit

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Recht & Wissen

Volles Haus beim Financial Lines Summit Austria 2026: Finlex bringt heute, am 11. Juni, im K47-Penthouse in Wien erneut führende Marktteilnehmer aus den Sparten Cyber, D&O und Financial Lines zusammen. Mehr als 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer nutzen die Veranstaltung zum Austausch über aktuelle Markttrends, Deckungsfragen und Beratungsherausforderungen.

Andreas Richter

Redakteur/in: Andreas Richter - Veröffentlicht am 11.06.2026

Peter Loisel, Country Head Austria von Finlex, betonte zur Eröffnung den besonderen Charakter des Formats. Im Mittelpunkt stünden keine klassischen Einzelvorträge, sondern Panels mit mehreren Perspektiven. Der Summit verstehe sich bewusst als interaktive Plattform, bei der auch das Publikum aktiv eingebunden werde. Inhaltlich liege der Schwerpunkt auf dem österreichischen Mid-Market – passend zu einem Markt, der stark von KMU geprägt ist.

Auch Finlex-CEO Sebastian Klapper hob den Dialogcharakter hervor. Österreich sei Vorreiter dieser Veranstaltungsreihe gewesen. Ziel sei es, nicht nur Informationen zu vermitteln, sondern daraus konkrete Impulse für Markt, Produkte und Beratungspraxis abzuleiten. Finlex sehe sich dabei als Schnittstelle zwischen Maklern, Versicherern und Kunden.

Financial Lines Summit Austria: Cyber, D&O und Prävention im Fokus

v.l.n.r.: Tobias Tessartz, Peter Loisel, Jana Dünkeloh, Manuel Häusler, Linus Töbke

Im ersten Panel diskutierten Jana Dünkeloh, Head of Financial Lines bei Zurich, Tobias Tessartz, Head of Financial Lines Europe bei Hiscox, Manuel Häusler, Country Manager Österreich bei Markel, sowie Linus Töbke, Team Lead Cyber bei ERGO, über aktuelle Entwicklungen in den Financial Lines.

KI sorgt für neue Pflichten, aber nicht für neue Panik

Künstliche Intelligenz war eines der dominierenden Themen des Panels. Die Diskutanten waren sich einig, dass KI zwar neue Fragestellungen für Unternehmen und Versicherer mit sich bringt, die grundlegenden Prinzipien der Haftungs- und Risikobeurteilung aber bestehen bleiben. Jana Dünkeloh verwies insbesondere auf die regulatorische Dimension. Mit dem EU AI Act werde der Einsatz von KI zunehmend zu einem Governance-Thema für Geschäftsführer und Vorstände. „Der EU AI Act macht den Einsatz von KI zu einem Governance-Thema für Geschäftsführer und Vorstände“, betonte sie.

Tobias Tessartz lenkte den Blick auf die praktische Umsetzung in den Unternehmen. Künftig werde stärker hinterfragt werden, wie KI-Systeme dokumentiert, überwacht und in Entscheidungsprozesse eingebunden werden. Linus Töbke verwies darauf, dass viele der aktuell diskutierten Fragen erst im konkreten Schadenfall beantwortet werden könnten. Entscheidend sei letztlich, wie die Technologie eingesetzt werde und ob sich Ursachen und Verantwortlichkeiten nachvollziehen lassen.

Grundsätzlich sehen die Versicherer KI derzeit nicht als völlig neue Risikokategorie. „Die Nutzung von KI ist bei uns mitversichert“, stellte Manuel Häusler klar. Vielmehr handle es sich um die Weiterentwicklung bestehender Softwaretechnologien, die mit den bekannten Instrumenten des Risikomanagements bewertet werden könnten.

Prävention wird zum festen Bestandteil der Cyberversicherung

Breiten Raum nahm auch die Diskussion über Präventionsleistungen ein. Awareness-Trainings, Phishing-Simulationen und technische Sicherheitsanalysen werden von immer mehr Anbietern als wesentlicher Bestandteil moderner Cyberkonzepte verstanden. Eine Live-Abfrage unter den Teilnehmern zeigte, dass diese Maßnahmen im Markt mittlerweile als sehr relevant angesehen werden.

Die Herausforderung liegt allerdings weniger im Angebot als in dessen Nutzung. Mehrere Panelteilnehmer berichteten, dass viele Unternehmen vorhandene Präventionsleistungen noch immer zu wenig in Anspruch nehmen. „Wir sehen bei Kunden, die Prävention aktiv nutzen, eine deutlich geringere Schadenhäufigkeit“, sagte Manuel Häusler. Daraus leiten viele Versicherer inzwischen die Konsequenz ab, Präventionsleistungen stärker in ihre Produkte zu integrieren.

Tobias Tessartz verwies darauf, dass Cyberrisikomanagement heute weit über den eigentlichen Versicherungsschutz hinausgehe und Prävention, Serviceleistungen und Versicherungslösung zunehmend miteinander verzahnt würden. Jana Dünkeloh machte darauf aufmerksam, dass selbst kostenlose Angebote oft hinter den Erwartungen zurückbleiben. Die Branche stehe daher vor der Aufgabe, den Nutzen solcher Maßnahmen noch besser zu vermitteln.

Linus Töbke brachte eine weitere Perspektive ein. Aus seiner Sicht zeigt sich gerade im österreichischen Markt, der stärker von kleinen und mittleren Unternehmen geprägt ist als Deutschland, dass Prävention und Risikobewusstsein zunehmend an Bedeutung gewinnen. Gleichzeitig beobachte man bei Kunden, die Präventionsleistungen bewusst auswählen und dafür bezahlen, häufig eine intensivere Nutzung dieser Angebote.

Mit Themen wie aktuellen Schadenfällen in Cyber und D&O, der richtigen Cyber-Versicherungssumme, Vertrauensschadenversicherungen sowie aktuellen Deckungstrends und Marktvergleichen stehen im weiteren Verlauf des Financial Lines Summit Austria noch zahlreiche weitere praxisrelevante Fragestellungen auf dem Programm. Besonders aus Maklersicht versprechen die Diskussionen wertvolle Einblicke in aktuelle Haftungsrisiken, Deckungskonzepte und Entwicklungen im österreichischen Financial-Lines-Markt.

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