Der AssCompact Jungmakler Award versteht sich als Nachwuchsinitiative für Makler unter 35 Jahren, die ihr Geschäftsmodell aktiv weiterentwickeln und unternehmerische Verantwortung übernehmen. Im Fokus stehen nicht nur innovative Ansätze in Beratung, Vertrieb oder Digitalisierung, sondern vor allem die strukturierte Auseinandersetzung mit dem eigenen Betrieb. Steffen Ritter, Geschäftsführer des Instituts Ritter und langjähriger Jurypräsident, erläutert im Interview, welche Erkenntnisse Teilnehmer gewinnen – und warum der Bewerbungsprozess weit über einen klassischen Wettbewerb hinausgeht.
Redakteur/in: Kerstin Quirchtmayr - Veröffentlicht am 12.06.2026
Seit Jahren begleitet Steffen Ritter den Jungmakler Award und beobachtet dabei eine wiederkehrende Herausforderung: Viele junge Makler unterschätzen die strategische Dimension ihres Geschäfts. „Der Jungmakler-Award ist kein klassischer Wettbewerb, sondern ein echter Unternehmer-Realitätscheck. Junge Makler legen ihr Geschäftsmodell strukturiert dar und stellen sich kritischen Fragen, die im Alltag oft zu kurz kommen. Dadurch entsteht ein Niveau an Klarheit und Professionalität, das weit über das Übliche hinausgeht – und genau das macht den Award so besonders“, erklärt Ritter.
Der Blick auf das eigene Unternehmen
Die intensive Vorbereitung auf den Award führt laut Ritter dazu, dass sich Teilnehmer erstmals umfassend mit der eigenen strategischen Ausrichtung beschäftigen: „Die Vorbereitung zwingt dazu, das eigene Unternehmen nicht nur operativ, sondern auch strategisch zu durchdenken. Viele erkennen dabei erstmals, wo sie wirklich stehen und wo sie hinwollen – vor allem aber, was noch fehlt. Dieser Prozess schafft Klarheit, Fokus und konkrete Ansatzpunkte für Wachstum und Effizienzsteigerung.“
Typische Schwachstellen werden sichtbar
Ein wiederkehrendes Muster zeigt sich laut Ritter bei der strukturierten Analyse der Geschäftsmodelle: fehlende Prozesse und eine starke Abhängigkeit von der eigenen Person. „Die meisten Teilnehmer stellen fest, dass ihr Unternehmen eine noch klarere Struktur enorm weiterbringt. Durch die systematische Analyse erkennen sie, wo Prozesse fehlen, wo sie zu stark von sich selbst abhängig sind oder wo Ertragspotenziale ungenutzt bleiben. Diese Erkenntnisse sind oft der Ausgangspunkt für echte unternehmerische Entwicklung“, führt Ritter aus.
Was erfolgreiche Betriebe unterscheidet
Im Vergleich der Einreichungen zeigen sich klare Unterschiede zwischen durchschnittlichen und besonders überzeugenden Betrieben. „Die überzeugendsten Betriebe haben eine klare Zielgruppenstrategie und ein darauf abgestimmtes Geschäftsmodell. Sie arbeiten mit definierten Prozessen, standardisierten Abläufen und denken konsequent aus Kundensicht. Gleichzeitig zeigen sie unternehmerische Disziplin – sie setzen um, messen Ergebnisse und entwickeln sich aktiv weiter“, erklärt Ritter.
Strategie statt Zufall
Ein zentrales Thema ist für Ritter die unternehmerische Haltung im Maklergeschäft, die über den langfristigen Erfolg entscheidet: „Strategie und Positionierung sind die Grundlage für nachhaltigen Erfolg im Maklergeschäft. Wer klar weiß, für wen er arbeitet und welchen Mehrwert er bietet, kann sich deutlich vom Wettbewerb abheben. Entscheidend ist dabei das unternehmerische Denken: weg vom reinen Vermitteln hin zum bewussten Gestalten eines skalierbaren Maklerunternehmens.“
Perspektivenwechsel als Lerneffekt
Der größte Nutzen des Awards liegt laut Ritter im Perspektivenwechsel – weg vom Tagesgeschäft hin zur Steuerung des Unternehmens. „Der größte Lerneffekt liegt darin, das eigene Unternehmen aus der Vogelperspektive zu betrachten. Teilnehmer wechseln vom operativen Alltag in eine steuernde Rolle und erkennen, welche Stellhebel wirklich relevant sind. Das führt oft zu besseren Entscheidungen, klareren Prioritäten und einem deutlich strukturierteren Vorgehen in Vertrieb und Betrieb.“
Warum sich die Bewerbung lohnt
Auch für unsichere Interessenten sieht Ritter im Bewerbungsprozess vor allem eine Chance zur Weiterentwicklung. „Wer zögert, sollte sich bewusst machen, dass genau diese Unsicherheit ein Signal für Entwicklungspotenzial ist. Der Bewerbungsprozess ist keine Belastung, sondern eine Chance, das eigene Unternehmen auf ein neues Niveau zu bringen. Die Investition an Zeit zahlt sich in Form von Klarheit, Struktur und im besten Fall besseren Ergebnissen zurück“, erklärt Ritter.
Zentrale Fragen für die Zukunft
Für Ritter entscheidet sich die Zukunftsfähigkeit eines Maklerbetriebs an klar definierten Kernfragen. Diese betreffen vor allem Struktur, Skalierbarkeit und wirtschaftliche Stabilität. „Für welche Zielgruppe schaffe ich echten, klar differenzierbaren Mehrwert – und wie sichtbar ist das nach außen? Welche Prozesse ermöglichen mir eine skalierbare, effiziente Beratung und Betreuung – auch unabhängig von meiner eigenen Zeit? Ist mein Geschäftsmodell heute schon wirtschaftlich stabil und zukunftsfähig – oder basiert es noch zu stark auf persönlichem Einsatz statt auf Systemen?“, so Ritter abschließend.
Jetzt für den AssCompact Jungmakler Award 2026 bewerben

AssCompact sucht mit dem Jungmakler Award erneut engagierte Maklerinnen und Makler bis 35 Jahre, die in ihrem Unternehmen bereits Verantwortung übernehmen und innovative Ansätze in der Praxis umsetzen. Im Mittelpunkt stehen nicht theoretische Konzepte, sondern konkret gelebte Geschäftsmodelle, klare Positionierung und unternehmerisches Denken.
Der Bewerbungsprozess ist mehrstufig aufgebaut und umfasst eine Vorauswahl sowie die Präsentation vor einer Expertenjury. Die Verleihung erfolgt im Rahmen des AssCompact Trendtags, wo die besten Nachwuchsmakler der Branche vorgestellt werden.
Teilnehmer profitieren bereits im Zuge der Bewerbung von einer intensiven Auseinandersetzung mit dem eigenen Geschäftsmodell, erhalten Feedback aus der Praxis und gewinnen an Sichtbarkeit innerhalb der Branche.
Wir freuen uns, dass Sie Jungmakler/in des Jahres werden wollen!
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