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CRIF-Analyse: Cyberangriffe werden gezielter und komplexer

CRIF-Analyse: Cyberangriffe werden gezielter und komplexer

20. Mai 2026

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4 Min. Lesezeit

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Studien

Der aktuelle „Cyber Report“ von CRIF zeigt eine zunehmende Professionalisierung von Cyberkriminalität. Analysiert wurden Entwicklungen rund um Datenlecks und Cyberrisiken im Open Web und Dark Web. Laut der Untersuchung nehmen sowohl die Zahl als auch die Schwere von Vorfällen weiter zu. Besonders betroffen sind ältere Personen sowie Unternehmen.

Kerstin Quirchtmayr

Redakteur/in: Kerstin Quirchtmayr - Veröffentlicht am 20.05.2026

CRIF analysierte gemeinsam mit seinem Tochterunternehmen in London im Jahr 2025 insgesamt fünf Milliarden Datensätze. Ziel war es, exponierte Informationen wie Zugangsdaten, personenbezogene Daten und Finanzdaten zu identifizieren sowie Muster von Cyberbedrohungen frühzeitig zu erkennen.

2025 registrierte CRIF mehr als 2,2 Mio. Warnmeldungen im Zusammenhang mit Datenexposition im Dark Web. Das entspricht einem Anstieg von 5,8% gegenüber 2024 und zugleich dem höchsten bisher erfassten Wert. Gleichzeitig nahm die durchschnittliche Schwere der Vorfälle um 22% zu.

Die Warnmeldungen beziehen sich laut CRIF ausschließlich auf identifizierte und überwachte Datensätze innerhalb der eigenen Services und nicht auf sämtliche weltweit kompromittierten Daten.

Anca Eisner-Schwarz, Geschäftsführerin von CRIF Österreich:

"Wir führen ein kontinuierliches Monitoring sowie eine strukturierte Analyse von im Internet zirkulierenden Daten durch, mit besonderem Fokus auf risikobehaftete Umgebungen, wie dem Dark Web."

Österreich bei kompromittierten Daten im Mittelfeld

Bei kompromittierten E-Mail-Domains liegt Österreich laut der Analyse weltweit auf Platz 28, nach Platz 29 im Vorjahr. Deutschland belegt in diesem Bereich Rang 4. Besonders häufig betroffen sind laut der Studie die USA, Russland und der Iran.

Bei gestohlenen Kreditkartendaten liegt Österreich 2025 auf Rang 74, nach Platz 54 im Vorjahr. Europa gilt insgesamt als die am stärksten betroffene Region beim Handel mit Kreditkartendaten. Laut CRIF nahm dieser Bereich gegenüber dem Vorjahr um mehr als 32% zu. Besonders betroffen seien Deutschland, Frankreich und Spanien.

Bei geleakten Telefonnummern liegt Österreich weltweit auf Rang 49 und innerhalb der Europäischen Union auf Platz 10.

Kombination mehrerer Daten erhöht Betrugsrisiko

Die Analyse zeigt laut CRIF einen Trend zu umfangreicheren Datensätzen im Dark Web. Während früher oft einzelne Informationen betroffen waren, würden inzwischen vermehrt Kombinationen sensibler Daten gehandelt. Besonders häufig treten Kreditkartendaten gemeinsam mit Namen auf – in 94% der Fälle. E-Mail-Adressen und Passwörter werden in 91,5% gemeinsam angeboten.

Vollständige Wohnadressen erscheinen in 44,5% der Fälle gemeinsam mit Telefonnummern. Passnummern treten mit Vor- und Nachnamen in 64,6% der Fälle gemeinsam auf und in 57,5% zusätzlich mit vollständiger Wohnadresse. Laut CRIF erhöhen solche Datensätze die Möglichkeiten für Identitätsdiebstahl, Finanzbetrug und sogenannte Social-Engineering-Angriffe deutlich.

In Österreich zählen laut der Analyse „123456789“, „passwort“ und verbreitete Vornamen weiterhin zu den häufigsten im Dark Web gefundenen Passwörtern.

Unternehmen und ältere Personen verstärkt betroffen

Neben Privatpersonen geraten laut CRIF zunehmend Unternehmen ins Visier von Cyberangriffen. Der Anteil kompromittierter Geschäftskonten stieg 2025 weltweit auf 9,8%.

Besonders häufig betroffen sind laut der Analyse Personen zwischen 51 und 60 Jahren sowie Menschen über 60 Jahre. Gleichzeitig erschwere der Einsatz künstlicher Intelligenz die Erkennung von Cyberangriffen. KI werde verstärkt für Phishing, Deepfakes, gefälschte Identitäten und personalisierte Betrugsversuche eingesetzt.

Datenbasierte Risikobewertung gewinnt an Bedeutung

Vor diesem Hintergrund sieht CRIF einen steigenden Bedarf an datenbasierter Risikobewertung und kontinuierlicher Überwachung von Datenexpositionen. Unternehmen müssten Risiken laufend analysieren und bewerten, um Cyberangriffe frühzeitig erkennen zu können.

Foto oben: Anca Eisner-Schwarz, Geschäftsführerin von CRIF Österreich

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