Regulatorische Anforderungen, Digitalisierung und die Nachfolgefrage prägen derzeit den Maklermarkt. Im Interview mit AssCompact Vertriebsleiter Ernst Vallant spricht Florian Weikl, Country Head von wefox Austria, über die größten Herausforderungen für ungebundene Vermittler, den Einsatz von Künstlicher Intelligenz, die Konsolidierung im Markt sowie die strategische Weiterentwicklung von wefox.
Die vergangenen Monate standen bei wefox Austria im Zeichen der Weiterentwicklung des Maklernetzwerks und des Ausbaus digitaler Services. Country Head Florian Weikl erläutert, welche Entwicklungen den Vermittlermarkt derzeit prägen und welche Schwerpunkte das Unternehmen künftig setzt.
Vermittler zwischen Regulierung und Nachfolge
Regulatorische Anforderungen, Digitalisierung und die demografische Entwicklung stellen viele Maklerbetriebe vor neue Herausforderungen. „Ungebundene Vermittler stehen derzeit unter erheblichem Druck. Neben zunehmender Regulierung und dem Bedarf an digitaler Effizienz beschäftigt viele Betriebe vor allem die Nachfolgefrage. Mehr als 44% der österreichischen Versicherungsmakler und Berater in Versicherungsangelegenheiten sind älter als 50 Jahre“, erklärt Weikl.
Neben der Nachfolgefrage sieht Weikl vor allem die Entlastung der Makler im Arbeitsalltag als wesentliches Handlungsfeld: „Eine weitere Herausforderung besteht darin, den Fokus auf das Wesentliche zu behalten: den Kunden und die Kundenberatung. Makler sollten sich auf diese Kernaufgabe konzentrieren können und dabei von Tools und automatisierten Prozessen unterstützt werden, die administrative und regulatorische Anforderungen erleichtern.“
Digitalisierung soll den Menschen unterstützen
Der technologische Wandel eröffnet nach Ansicht Weikls zahlreiche Möglichkeiten für Vermittler: „Technologie – ob Digitalisierung oder Künstliche Intelligenz – darf niemals zum Selbstzweck werden. Sie soll den Menschen und den eigentlichen Kern des Geschäfts unterstützen. Deshalb bin ich überzeugt, dass der hybride Vertrieb auch künftig der richtige Weg ist.“
Für Weikl bleibt die persönliche Beratung trotz zunehmender Digitalisierung ein wesentlicher Bestandteil des Geschäftsmodells: „Digitale Lösungen können Makler in ihrer Arbeit unterstützen, den persönlichen Kontakt und die Beratung jedoch nicht ersetzen. Ebenso wichtig sind Datensicherheit und Datenhoheit. Bei wefox gehören sämtliche Bestandsdaten dem jeweiligen Maklerpartner.“
Eigenständigkeit der Makler im Fokus
Gerade bei digitalen Plattformen spielen Eigentumsrechte an Bestandsdaten und Courtagen für viele Vermittler eine wichtige Rolle. „Ein wesentlicher Punkt ist dabei, dass der Makler selbst Vertragspartner des Versicherungsunternehmens bleibt. Genau das unterscheidet wefox von manchen anderen Plattformen am Markt. Wir greifen nicht in die Courtagevereinbarungen unserer Maklerpartner ein“, erläutert Weikl.
Laut Weikl arbeitet wefox zudem gemeinsam mit ausgewählten Maklerpartnern an einem aktiven Bestandsmanagement. Bestehende Verträge werden analysiert, Optimierungsmöglichkeiten aufgezeigt und Produktaktualisierungen geprüft, um sowohl für Kunden als auch für Makler einen Mehrwert zu schaffen.
Konsolidierung verändert den Markt
Die fortschreitende Konsolidierung zählt zu den prägenden Entwicklungen im österreichischen Maklermarkt. „Ich sehe die Konsolidierung in Österreich grundsätzlich als Chance und nicht als Bedrohung. Jede Veränderung führt letztlich auch zu einer Weiterentwicklung. Das ist aus meiner Sicht wichtig, damit sich der österreichische Versicherungs- und Maklermarkt weiterentwickeln kann“, so Weikl-
Für Weikl steht dabei weniger die Eigentümerstruktur eines Unternehmens als vielmehr der Nutzen für Kunden und Maklerunternehmen im Mittelpunkt.
Ausbau von Plattform und Netzwerk
Für die weitere Entwicklung setzt wefox auf den Ausbau seines Maklernetzwerks, technologische Innovationen und eine enge Zusammenarbeit mit den Maklerpartnern. „Für 2026 haben wir drei klare Prioritäten: profitables Wachstum unseres Maklernetzwerks, den weiteren Ausbau unserer Plattform – insbesondere mit Blick auf die Möglichkeiten der Künstlichen Intelligenz – sowie die Weiterentwicklung innerhalb unseres Maklernetzwerkes mit maximaler Transparenz.“
Laut Weikl sollen einfachere Prozesse, mehr Effizienz sowie Transparenz und Offenheit die Zusammenarbeit mit den Maklerpartnern weiter stärken: „Den Erfolg dieser Strategie erkennen unsere Partner wie bisher schon an einfacheren Prozessen, mehr Effizienz sowie an Transparenz und Offenheit bei Produkten, Konditionen und der Weiterentwicklung unseres Angebots. Letztlich wird sich der Erfolg auch an konkreten Ergebnissen messen lassen – an Prämienwachstum, zusätzlichen Erträgen und Wettbewerbsvorteilen für unsere Maklerpartner.“
Das gesamte Interview lesen Sie in der August-Ausgabe des AssCompact Magazins!
Foto oben: AssCompact Vertriebsleiter Ernst Vallant (links) im Gespräch mit Florian Weikl, Country Head von wefox Austria (rechts)
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