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Trendtag 2026: Berufsunfähigkeit – warum Aufklärung wichtiger denn je ist

(Bild: © Coloures-Pic - stock.adobe.com)

Trendtag 2026: Berufsunfähigkeit – warum Aufklärung wichtiger denn je ist

06. August 2026

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6 Min. Lesezeit

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Im Blickpunkt-Trendtag-News

Viele Erwerbstätige verlassen sich darauf, im Fall einer Berufsunfähigkeit ausreichend abgesichert zu sein. Mag. Jürgen Holzinger, Gründer und Obmann des Vereins ChronischKrank Österreich und Keynotespeaker beim AssCompact Trendtag am 8. Oktober 2026, erklärt, warum diese Annahme oft trügt, wo die größten Schwachstellen des staatlichen Systems liegen und welche Rolle Versicherungsmakler bei der Aufklärung ihrer Kunden spielen.

Kerstin Quirchtmayr

Redakteur/in: Kerstin Quirchtmayr - Veröffentlicht am 06.08.2026

Fehlende Aufklärung als zentrales Problem

Laut Jürgen Holzinger beginnt das Problem lange vor dem Eintritt einer Berufsunfähigkeit. Viele Menschen würden sich mit dem Risiko erst auseinandersetzen, wenn sie selbst betroffen sind: „In der Praxis erleben wir nach wie vor als größte Lücke die fehlende Sensibilisierung – sprich Aufklärung – von Kundinnen und Kunden der Versicherungsbranche bzw. anders formuliert von möglichen Betroffenen. Sowohl das staatliche System als auch die Berater aus der Versicherungsbranche klären im Bereich Berufsunfähigkeit und die möglichen negativen Folgen beinahe nicht auf. Erst bei Eintritt eines Schadensfalles werden viele Betroffene informiert, dass es eine private Absicherung bei BU gegeben hätte.“

Staatliche Leistungen reichen oft nicht aus

Viele Erwerbstätige würden davon ausgehen, im Fall einer Berufsunfähigkeit automatisch ausreichend abgesichert zu sein. Holzinger zu Folge entspricht diese Erwartung jedoch häufig nicht der Realität: „Es wurde viele Jahre von Seiten der Politik (unter dem Slogan: ‚die Pensionen sind sicher‘) auf die Sicherheit der staatlichen Pensionen sowie der Absicherung bei Krankheit werbemäßig hingewiesen. Dies hat eine ‚falsche Sicherheit‘ bei den Erwerbstätigen und Selbstständigen hervorgerufen.“

Die Folgen könnten für Betroffene gravierend sein. „Fakt ist jedoch, dass bei Berufsunfähigkeit im staatlichen System beinahe 75 % abgelehnt werden und vielfach im Sozialsystem und dem entsprechend in der Armut landen“, so Holzinger weiter.

Berufsunfähigkeit betrifft weit mehr als das Einkommen

Neben den finanziellen Folgen stellt eine Berufsunfähigkeit Betroffene oft auch vor erhebliche organisatorische und persönliche Herausforderungen. „Wenn man von BU betroffen ist, sind auf der einen Seite natürlich die medizinischen Maßnahmen wie Therapien, Medikamente und vieles mehr. Auf der anderen Seite müssen Betroffene sich im staatlichen System zurechtfinden und organisatorische Erledigungen stehen an der Tagesordnung“, erklärt Holzinger.

Gerade die Vielzahl an Verpflichtungen stelle viele Menschen vor große Belastungen: „Wenn jemand eine Leistung vom Staat beziehen will, so müssen auch dessen Regeln eingehalten werden – Stichwort: Mitwirkungspflicht. Dies alles unter dem Gesichtspunkt, dass man nicht gesund, sondern krank ist.“

Private Vorsorge gewinnt an Bedeutung

Aus seiner langjährigen Arbeit mit ChronischKrank Österreich zieht Holzinger den Schluss, dass das staatliche System allein künftig nicht ausreichen wird: „Vorweg muss man festhalten, dass wir in Österreich an sich ein gutes Gesundheits- und Sozialsystem haben. Dennoch gibt es massive Hürden zum Zugang dieser Leistungen. Es braucht vor allem in Richtung Zukunft und Finanzierbarkeit vor allem auch die private Vorsorge.“

Besonders problematisch sei, dass viele Betroffene völlig unvorbereitet in schwierige finanzielle Situationen geraten: „Zu viele Betroffene landen im Sozialsystem und sind von akuter Armut betroffen und das schlimmste daran, zumeist geschieht dies völlig unvorbereitet. Die Menschen müssen darauf hingewiesen werden, dass beim Versicherungsfall der geminderten Erwerbsfähigkeit eine private Absicherung unerlässlich ist.“

Makler als wichtige Aufklärer

Eine zentrale Rolle sieht Holzinger bei den Versicherungsmaklern. Sie könnten wesentlich dazu beitragen, Kunden frühzeitig über die tatsächlichen Leistungen des staatlichen Systems zu informieren: „Die Versicherungsmakler sind in der Form gefordert, dass es einer Aufklärung vor allem auf staatlicher Seite bedarf. Dazu gehören Themen wie Krankenstand, Krankengeld, die Aussteuerung oder auch die Leistungen des AMS und des Sozialsystems und wie der Weg durch dieses System bei Krankheit aussieht.“

Auf dieser Grundlage könne anschließend eine passende Absicherung aufgebaut werden. „Darauf aufbauend sollte das individuelle BU-Produkt passen. Aus diesem Grunde habe ich speziell für die Versicherungsbranche ein Fachbuch in mittlerweile 6. Auflage herausgebracht, wo alle ‚Hard-Facts‘ enthalten sind und dies innerhalb weniger Minuten dem Kunden vermittelt werden kann“, informiert Holzinger.

Jürgen Holzinger beim AssCompact Trendtag 2026

Trendtag 2026: Berufsunfähigkeit – warum Aufklärung wichtiger denn je ist

Mag. Jürgen Holzinger, Gründer und Obmann des Vereins ChronischKrank® Österreich

In seinm Vortrag beim AssCompact Trendtag wird Mag. Jürgen Holzinger aufzeigen, welche Lücken das staatliche System bei Berufsunfähigkeit aufweist und welche Bedeutung einer frühzeitigen Aufklärung zukommt. Sein Ziel ist es, Vermittler dafür zu sensibilisieren, das Thema Berufsunfähigkeit stärker in den Mittelpunkt ihrer Beratung zu rücken. „Obwohl wir ein gutes Sozialsystem haben, hat dieses im Bereich der Berufsunfähigkeit massive Lücken und Hürden, und bringt viele Menschen in die Armut. Dem kann nur entgegengewirkt werden, in dem wir gemeinsam aufklären, wachrütteln und den Fokus auf die BU-Absicherung setzen“, fordert Holzinger abschließend.

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