Laut der Analyse „Firmeninsolvenzen 2025“ des Informationsdienstleisters CRIF wurden im Vorjahr 7.392 Firmenpleiten in Österreich verzeichnet. Das sind 8,5% mehr als 2024 und rund 144% mehr als 2021. Wien weist sowohl absolut als auch relativ die höchsten Werte auf.
Redakteur/in: Kerstin Quirchtmayr - Veröffentlicht am 12.02.2026
Im Jahr 2025 wurden in Österreich 7.392 Firmeninsolvenzen registriert. Gegenüber 2024 mit 6.813 Insolvenzen entspricht das einem Anstieg von 8,5%. Im längerfristigen Vergleich fällt der Zuwachs noch deutlicher aus: Seit 2021 haben sich die Firmeninsolvenzen um rund 144% erhöht. Damals waren 3.030 Unternehmen betroffen.
Besonders auffällig war der Januar 2025 mit 760 Firmenpleiten. Damit war es der insolvenzstärkste Monat der vergangenen 60 Monate.
Wirtschaftliche Belastungen halten an
Auch 2025 blieb die wirtschaftliche Lage angespannt. Hohe Energie- und Lohnkosten, geopolitische Unsicherheiten, eine anhaltende Rezession sowie der Rückgang der Industrieproduktion im Euro-Raum belasteten die Unternehmen.
Anca Eisner Schwarz, Geschäftsführerin von CRIF Österreich:
"Die Unternehmen in Österreich standen 2025 weiterhin unter massivem Druck. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen haben sich nicht entspannt, und viele Betriebe konnten den Belastungen nicht mehr standhalten."
Für 2026 wird keine deutliche Entspannung erwartet. Nach den starken Anstiegen der vergangenen Jahre dürfte sich das Niveau eher stabilisieren.
Eisner-Schwarz:
"Insgesamt wird von einer Stagnation ausgegangen. Eine nachhaltige Entspannung lässt sich derzeit jedoch nicht erkennen. Dabei ist wichtig zu berücksichtigen, dass Insolvenzstatistiken vor allem die Vergangenheit abbilden und damit einen Blick in den Rückspiegel darstellen."
Regionale Unterschiede
Wien verzeichnete 2025 mit 2.741 Firmeninsolvenzen erneut die meisten Fälle, gefolgt von Niederösterreich mit 1.214, Oberösterreich mit 887, der Steiermark mit 761, Tirol mit 519, Salzburg mit 471, Kärnten mit 451, Vorarlberg mit 191 und dem Burgenland mit 157 Insolvenzen.
Auch bei der Insolvenzdichte lag Wien mit 190 Insolvenzen je 10.000 Unternehmen an der Spitze. Der österreichweite Durchschnitt betrug 123.
Regional entwickelten sich die Zahlen unterschiedlich. Das Burgenland verzeichnete als einziges Bundesland einen Rückgang von 20,3%. In Wien stiegen die Insolvenzen um 1,3%, in der Steiermark um 1,5% und in Niederösterreich um 4,0%. Deutlichere Zuwächse gab es in Vorarlberg mit 14,4%, in Kärnten mit 16,8% und in Oberösterreich mit 21,0% . Die stärksten Anstiege wurden in Salzburg mit 35,0% und in Tirol mit 44,6% registriert.
Branchen im Vergleich
Im Handel wurden 2025 insgesamt 1.388 Firmeninsolvenzen gezählt, ein Plus von 9,6% gegenüber 2024. Im Baugewerbe ging die Zahl auf 1.136 Insolvenzen zurück, was einem Minus von 2,7% entspricht. Das Gastgewerbe verzeichnete 937 Insolvenzen und damit einen Anstieg von 13,3%. In der Logistik stieg die Zahl auf 580 Fälle, ein Plus von 5,8%. Die sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen kamen auf 647 Insolvenzen und lagen damit 5,7% über dem Vorjahresniveau.
Foto oben: Anca Eisner Schwarz, Geschäftsführerin von CRIF Österreich
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