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Wahlarzt-Kosten-Report 2026: Hohe Kosten bei Erstordinationen in Österreich

(Bild: ©REDPIXEL - stock.adobe.com)

Wahlarzt-Kosten-Report 2026: Hohe Kosten bei Erstordinationen in Österreich

10. Februar 2026

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3 Min. Lesezeit

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Studien

Der Wahlarzt-Kosten-Report 2026 von krankenversichern.at / AVERS Versicherungsmakler GmbH zeigt auf Basis von 1.590 Ordinationen deutliche Kostenunterschiede zwischen Fachrichtungen und Regionen. In den meisten Bereichen liegen die Honorare für Erstordinationen über 150 Euro, während die Kassenrückerstattung häufig nur einen kleinen Teil der Rechnung abdeckt.

Kerstin Quirchtmayr

Redakteur/in: Kerstin Quirchtmayr - Veröffentlicht am 10.02.2026

Laut Report liegen die durchschnittlichen Kosten für Erstordinationen in fast allen untersuchten Bereichen über 150 Euro. Unterhalb dieser Schwelle befinden sich lediglich die Allgemeinmedizin (Hausarzt) mit durchschnittlich 108 Euro sowie die Dermatologie mit 149 Euro.

Die höchsten durchschnittlichen Honorare weist die Radiologie mit 268 Euro aus. Danach folgen Urologie mit 237 Euro sowie Kardiologie mit 211 Euro. Auch Psychiatrie liegt bei 206 Euro, Pulmologie bei 203 Euro und Gynäkologie bei 202 Euro. Für Innere Medizin wurden im österreichweiten Schnitt 181 Euro, für Orthopädie 178 Euro und für Neurologie 177 Euro ermittelt.

Kassenrückerstattung orientiert sich am Kassentarif

Der Report weist darauf hin, dass die Rückerstattung durch gesetzliche Krankenversicherungen nicht anhand der tatsächlich bezahlten Wahlarztrechnung erfolgt, sondern auf Basis des Kassentarifs. Da dieser häufig deutlich niedriger ist als das Wahlarzthonorar, würden Patientinnen und Patienten laut Report in der Praxis oft nur etwa 10% bis 20% der realen Kosten rückerstattet bekommen.

Als Beispiel wird ein radiologischer Ersttermin mit durchschnittlich 268 Euro genannt. Dabei liege die Rückerstattung häufig bei rund 30 bis 50 Euro, während der verbleibende Betrag als Selbstbehalt beim Patienten bleibt.

Deutliche regionale Preisunterschiede

Zusätzlich zeigt der Report regionale Abweichungen, insbesondere im Vergleich zwischen Wien, Niederösterreich und Oberösterreich. In der Radiologie liegt Niederösterreich mit durchschnittlich 314 Euro über Wien mit 289 Euro und deutlich über Oberösterreich mit 197 Euro. Auch bei der Urologie weist Wien mit 310 Euro den höchsten Wert aus, gefolgt von Niederösterreich mit 264 Euro und Oberösterreich mit 227 Euro.

In der Inneren Medizin liegt Niederösterreich bei 202 Euro, während Wien mit 172 Euro und Oberösterreich mit 180 Euro darunter liegen. Für HNO wurden in Niederösterreich 200 Euro, in Wien 182 Euro und in Oberösterreich 156 Euro ausgewiesen. Der Hausarzt liegt in Wien bei durchschnittlich 100 Euro, in Niederösterreich bei 112 Euro und in Oberösterreich bei 98 Euro.

Datenerhebung von November 2025 bis Februar 2026

Für den Wahlarzt-Kosten-Report 2026 wurden zwischen 25. November 2025 und 3. Februar 2026 österreichweit Honorardaten erhoben. Grundlage waren standardisierte Preisanfragen bei Wahlärztinnen und Wahlärzten, wobei die Anfragenden als potenzielle Neupatienten mit ÖGK-Versicherung auftraten. Erfasst wurde jeweils das Honorar für eine Erstordination, also Anamnese, Status und Erstuntersuchung, bezogen auf definierte Standardszenarien je Fachrichtung. Die Auswertung umfasst 1.590 validierte Datensätze aus 14 Fachrichtungen.

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