Die Digitalisierung verändert Arbeitsabläufe, Systemlandschaften und Entscheidungsprozesse in der Versicherungsbranche spürbar. Ing. Mag. Gerhard Schuster, CEO von TOGETHER CCA, erläutert, wo digitale Fortschritte bereits Wirkung zeigen, wo strukturelle Hürden bestehen und welche Rolle klare technologische Entscheidungen für Vermittler und Versicherer spielen.
Redakteur/in: Kerstin Quirchtmayr - Veröffentlicht am 06.02.2026
Die Digitalisierung habe in den vergangenen Jahren deutlich an Tempo gewonnen, so Schuster. Vor allem bei Standards und durchgängigen Prozessen seien spürbare Fortschritte erkennbar. Gleichzeitig zeigten sich dort Grenzen, wo historisch gewachsene IT-Strukturen Innovationen ausbremsen.
„Die größten Fortschritte sehe ich aktuell bei der Standardisierung von Datenschnittstellen und in der Etablierung durchgängiger digitaler Workflows. OMDS-Standards, elektronische Angebots- und Antragsstrecken oder cloudbasierte Lösungen sorgen dafür, dass Informationen endlich dort ankommen, wo sie hingehören – ohne Brüche, ohne Mehrfacheingaben. Wir erleben gerade, dass KI nicht mehr nur als Zukunftsthema wahrgenommen wird, sondern im Alltag angekommen ist – etwa beim Zulassungsscheinscan, dem Polizzenabgleich oder bei Chatbots“, erläutert Schuster. „Aufholbedarf sehe ich allerdings dort, wo Systemlandschaften noch zu stark fragmentiert sind und Altsysteme die Einführung moderner Lösungen bremsen. Hier braucht es Mut zur Erneuerung – und gleichzeitig Vertrauen in Partner, die die Transformation begleiten können, ohne den laufenden Betrieb zu gefährden.“
Strategische Entwicklung von TOGETHER CCA
Die Weiterentwicklung von TOGETHER CCA folgte laut Schuster klaren strategischen Leitlinien. Dabei gehe es nicht um Einzelprodukte, sondern um den Aufbau eines stabilen, vernetzten digitalen Ökosystems, das unterschiedliche Betriebsgrößen und Arbeitsweisen abdeckt.
„Für mich waren besonders sechs Entwicklungen richtungsweisend: unsere Cloudservices, das Hosting-Angebot, die Kundenportale, die Integration von KI-Funktionen, der BOAbot und der Ausbau unserer Dienstleistungen. Sie zeigen sehr deutlich, wohin sich TOGETHER CCA bewegt – hin zu einem modernen, vernetzten und gleichzeitig stabilen digitalen Ökosystem“, informiert Schuster. „Mit CCA Online und CCA CloudEdi haben wir flexible, ortsunabhängige Arbeitsweisen ermöglicht, während ‚CCA host it!‘ unseren Kunden auch die umfangreiche CCA9 Software inklusive Hosting aus einer Hand bietet. Ergänzt wird das durch Kundenportale wie myVersUm und proVersUm sowie KI-Funktionen, die im Alltag spürbar entlasten.“
Akzeptanz neuer Funktionen im Arbeitsalltag
Ob neue digitale Funktionen tatsächlich genutzt werden, entscheide sich laut Schuster nicht an ihrer technischen Raffinesse, sondern an ihrem konkreten Nutzen im Tagesgeschäft. Entwicklung und Praxis seien daher eng miteinander verzahnt.
„Neue Funktionen werden dann angenommen, wenn sie echten Mehrwert im Alltag bringen. Viele Ideen entstehen direkt aus dem Feedback unserer Kunden oder aus konkreten Alltagssituationen in der Beratung und Verwaltung“, berichtet Schuster. „KIRA unterstützt Nutzer direkt im Arbeitsprozess, der Polizzenabgleich spart Zeit und reduziert Fehler, und die geführten Prozesse in CCA Online vereinfachen komplexe Abläufe so, dass der Schulungsaufwand möglichst gering bleibt.“
Cloud-Hosting als Antwort auf strukturelle Anforderungen
Mit „CCA host it!“ reagierte TOGETHER CCA auf veränderte Anforderungen an IT-Betrieb und Datensicherheit. Dabei gehe es weniger um technologische Trends als um Entlastung und Betriebssicherheit für die Anwender.
„Viele Vermittler und Versicherungen wünschen sich moderne IT-Lösungen, aber ohne den Aufwand, eigene Server zu betreiben und zu warten“, erklärt Schuster. „Unser Hosting-Angebot richtet sich speziell an Kunden, die die große CCA9 Lösung nutzen wollen, jedoch die komplexen Anforderungen eines Datenbankbetriebes scheuen. Genau hier setzen wir an und ermöglichen eine sichere, vollständig betreute Lösung.“
BOAbot als zentraler Prozessbaustein
Ein wesentlicher Entwicklungsschwerpunkt lag 2025 auf dem BOAbot. Schuster beschreibt ihn als Werkzeug, das zunehmend zentrale Prozesse zwischen Vermittlern und Versicherern bündelt und vereinfacht.
„Der BOAbot hat sich 2025 zu einem echten Erfolgsfaktor entwickelt, weil wir ihn konsequent entlang der Anforderungen der Vermittler weiterentwickelt haben“, betont Schuster. „Neue Partner, zusätzliche Sparten und die erweiterte Datenübernahme sorgen dafür, dass Medienbrüche praktisch eliminiert werden. Für Vermittler bedeutet das weniger Aufwand, keine doppelten Arbeitsschritte und mehr Zeit für Kunden.“
Nächste Schritte in der Weiterentwicklung
Nach einer Phase intensiver Produkterweiterungen liege der Fokus nun auf Vernetzung, Stabilität und intelligenter Weiterentwicklung bestehender Funktionen. Ziel sei es, Komplexität zu reduzieren, ohne an fachlicher Tiefe zu verlieren.
„Unser Fokus liegt klar auf dem Ausbau der KI-Funktionen, der Weiterentwicklung des BOAbots und der kontinuierlichen Verbesserung unserer geführten Prozesse“, führt Schuster aus. „Die Lösungen sollen kostengünstig, einfach zu bedienen und ohne großen Schulungsaufwand nutzbar sein, dabei aber ausreichend individuelle Anpassungen ermöglichen.“
Foto oben: Ing. Mag. Gerhard Schuster, CEO von TOGETHER CCA, im Gespräch mit AssCompact Vertriebsleiter Ernst Vallant
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