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Gewerbesymposium 2026: Versicherbarkeit braucht Risikotransparenz

(Bild: © MonsterZtudio - stock.adobe.com)

Gewerbesymposium 2026: Versicherbarkeit braucht Risikotransparenz

03. Februar 2026

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5 Min. Lesezeit

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Im Blickpunkt

Versicherbarkeit im Gewerbegeschäft entsteht laut DI Gerhart Ebner nicht allein durch Prävention, sondern vor allem durch nachvollziehbare Risikobewertung und professionelle Risikodarstellung. Der geschäftsführende Gesellschafter der Risk Experts Risiko Engineering GmbH und Referent beim AssCompact Gewerbeversicherungssymposium 2026, erläutert im Interview, warum Risikotransparenz zur zentralen Voraussetzung für Underwriting-Entscheidungen geworden ist und welche Rolle Makler bei der Positionierung von Risiken spielen.

Kerstin Quirchtmayr

Redakteur/in: Kerstin Quirchtmayr - Veröffentlicht am 03.02.2026

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Die Versicherbarkeit von Gewerberisiken ist laut Gerhart Ebner das Ergebnis eines operativen Prozesses. Entscheidend sei nicht das Risiko an sich, sondern wie strukturiert, objektiv und vollständig dieses gegenüber dem Versicherer dargestellt wird. Ebner zu Folge ist Risikotransparenz die zentrale Voraussetzung dafür, dass Versicherer Risiken überhaupt bewerten können. Fehlende oder beschönigte Informationen wirkten sich unmittelbar negativ auf die Zeichnungsentscheidung aus: „Professionelle Risikobewertung und -darstellung sind keine bloßen Formalitäten, sondern die operative Basis für Versicherungsschutz. In einem zunehmend selektierenden Markt sichern sie die Versicherbarkeit durch Risikotransparenz. Die objektive Information über die Risikosituation ist die Basis für die Risikobewertung. Das ‚Schönen‘ der Risikosituation wird negativ bewertet.“

Prävention als Voraussetzung für Marktzugang

Ebner betont, dass Prävention im Gewerbegeschäft keine freiwillige Zusatzleistung mehr ist. In vielen Sparten sei sie bereits formale Voraussetzung für eine Zusage: „Heutzutage ist Prävention nicht mehr bloß ein ‚nice-to-have‘, sondern die Grundvoraussetzung für den Marktzugang. In vielen Sparten ist das Vorhandensein spezifischer Präventionsmaßnahmen eine Zusage-Bedingung. Ohne den Nachweis von Mindeststandards müssen Underwriter die Zeichnung meistens schon deshalb ablehnen.“

Professionelle Risikobewertung als operatives Instrument

Unter professioneller Risikobewertung versteht Ebner keinen formalen Akt, sondern einen systematischen, unternehmensspezifischen Prozess, der gezielt auf Versicherbarkeit ausgerichtet ist: „Eine professionelle Risikobewertung ist ein individuell auf das jeweilige Unternehmen abgestimmter systematischer Prozess zur Identifizierung, Analyse und Einstufung von Gefahren und deren mögliche Auswirkungen. Bezogen auf die Versicherbarkeit von Unternehmen ist eine professionelle Risikobewertung das entscheidende Instrument, um ein Unternehmen bei den meisten Versicherern zeichnungsfähig zu machen.“

Fokus statt allgemeiner Risikoabhandlung

Ebner weist außerdem darauf hin, dass die zunehmende Komplexität von Risiken die Analyse erschwert. Umso wichtiger sei es, sich nicht in allgemeinen Darstellungen zu verlieren, sondern das konkrete Risiko klar zu adressieren: „In einer Zeit, in der wir uns immer öfter mit Extremwetterereignissen, globalen Krisen und weltweiten politischen und sozialen Umbrüchen sowie einer Flut von Normen, Vorschriften und Reglementierungen beschäftigen müssen, wird eine qualifizierte Risikoanalyse zu einer immer größeren Herausforderung. Wichtig ist daher der klare Fokus auf das zu bewertende Risiko und nicht eine allgemeine Abhandlung.“

Risikodarstellung als Grundlage für Underwriting-Entscheidungen

Nicht nur die Bewertung, sondern vor allem die Struktur der Unterlagen entscheidet laut Ebner darüber, ob Underwriter rasch zu einer Entscheidung kommen. „Gut aufgearbeitete Unterlagen liefern nicht nur belastbare Daten, sondern ermöglichen dem Underwriter eine rasche Einstufung des Risikos. Schlecht aufbereitete Unterlagen führen hingegen zu Fehlinterpretationen. Es nützt nichts, wenn man selbst weiß, dass das Risiko gut ist.“

Gerhart Ebner beim AssCompact Gewerbeversicherungssymposium 2026

Gewerbesymposium 2026: Versicherbarkeit braucht Risikotransparenz

DI Gerhart Ebner, geschäftsführende Gesellschafter der Risk Experts Risiko Engineering GmbH

DI Gerhart Ebner referiert beim AssCompact Gewerbeversicherungssymposium 2026 am 3. März in der Pyramide Wien/Vösendorf zum Thema „Mehr als Prävention: Wie professionelle Risikobewertung und Risikodarstellung Versicherbarkeit sichern“. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie strukturierte Risikoaufbereitung und transparente Unterlagen Underwritern sichere Entscheidungsgrundlagen liefern.

„Professionelle Risikobewertung und -darstellung sind keine bloßen Formalitäten, sondern die operative Basis für Versicherungsschutz. Risikotransparenz, nachvollziehbare Präventivmaßnahmen und eine klare Risikodarstellung sichern die Versicherbarkeit. Gut aufgearbeitete Unterlagen ermöglichen eine rasche Einstufung – ohne sie bleibt auch ein gutes Risiko schwer vermittelbar“, so Ebner.

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AssCompact Gewerbeversicherungssymposium 2026

Gewerbesymposium 2026: Versicherbarkeit braucht Risikotransparenz

Wirtschaftliche Unsicherheit, digitale Haftungsfallen und steigende Anforderungen an die Beratung verändern das Gewerbegeschäft grundlegend – wer hier bestehen will, braucht mehr als Standardlösungen. Am 3. März 2026 zeigt das AssCompact Gewerbeversicherungssymposium in der Pyramide Wien/Vösendorf, wie Versicherungsmakler mit diesen Entwicklungen professionell umgehen können – inklusive 5 unabhängiger IDD-Weiterbildungsstunden.

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