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KR Helmut Mojescick: Wir stehen vor der Aufgabe, Erfahrung mit neuen Perspektiven zu verbinden“

KR Helmut Mojescick: Wir stehen vor der Aufgabe, Erfahrung mit neuen Perspektiven zu verbinden“

02. Februar 2026

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4 Min. Lesezeit

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Recht & Wissen

Der 23. Informationstag der Wiener Versicherungsmakler rückt näher. Fachgruppenobmann KR Helmut Mojescick erläutert, welche inhaltlichen Schwerpunkte gesetzt werden, wie sich der Maklertag über die Jahre entwickelt hat und welche Entwicklungen die Branche derzeit fachlich herausfordern – technologisch, organisatorisch und menschlich.

Kerstin Quirchtmayr

Redakteur/in: Kerstin Quirchtmayr - Veröffentlicht am 02.02.2026

Der Informationstag im Wandel – und warum er ein Fixpunkt wurde

Der Maklertag versteht sich seit jeher als Veranstaltung, die aktuelle Entwicklungen aufgreift und persönliche Begegnungen ermöglicht. „Wir waren als Fachgruppe mit der Auswahl der Themen oder Speakerinnen und Speaker immer am Puls der Zeit – oft schon, bevor sie in Österreich bekannt wurden“, so Mojescick. „Unsere Inhalte entstehen nie aus Gewohnheit, sondern aus dem Anspruch, Entwicklungen früh zu erkennen und greifbar zu machen.“

Für Mojescick ist der Maklertag kein Format, das ständig neu erfunden werden müsse, sondern ein Ort, an dem fachlicher Austausch, persönliche Begegnung und die Auseinandersetzung mit aktuellen Themen miteinander verbunden werden. Dass heuer das Motto „Cross-Generation Empowerment – Wo Erfahrung auf neue Perspektiven trifft“ gewählt wurde, steht für die inhaltliche Auseinandersetzung mit realen Veränderungen in Unternehmen und im Markt. „Das Motto spiegelt die aktuelle Entwicklung unserer Zeit wider. Wir stehen vor der Aufgabe, die Stärke erfahrener Führung mit dem Innovationsgeist der jungen Generation zu verbinden“, erklärt Mojescick. „In einer Branche, die auf Vertrauen und langfristige Beziehungen baut, ist dieser Generationendialog entscheidend.“

Der menschliche Faktor bleibt entscheidend

Nach Jahren intensiver Auseinandersetzung mit Digitalisierung richtet die Wiener Fachgruppe den Blick nun bewusst auf die Zusammenarbeit innerhalb der Unternehmen. „In den vergangenen Jahren haben wir uns intensiv mit Digitalisierung und Zukunftsstrategien beschäftigt“, erläutert Mojescick. „Wichtig dabei ist aber trotzdem, dass technologische Entwicklung nur dann erfolgreich ist, wenn auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gut interagieren, die mit diesen Technologien umgehen sollen.“

Mojescick beschäftigt sich seit Längerem mit Künstlicher Intelligenz und beobachtet deutliche Unterschiede zwischen Chancen für Profis und Risiken für Endkunden. „Ich sehe das ganz zweischneidig. KI ist gekommen, um zu bleiben – das wissen wir aus anderen Bereichen“, so Mojescick. „Eine KI in der Hand eines/r fachlich gut ausgebildeten Versicherungsmaklerers/in ist wahnsinnig hilfreich. Doch was sie derzeit an Informationen für Endkundinnen und -kunden liefert, halte ich für schlichtweg katastrophal.“

Strukturwandel und Konsolidierung

Die Marktveränderungen wirken sich auch auf die Organisationsformen der Maklerbetriebe aus. „Die österreichische Maklerlandschaft ist sehr klein strukturiert. International gesehen ist man mit 20 Angestellten ein Zwerg“, erklärt Mojescick. „Der Verkauf ist in vielen Fällen der logische Schritt, und die Konsolidierung ist für mich keine Bedrohung, sondern eine Entwicklung, die jede Branche irgendwann durchläuft.“

Die Entwicklungen im Markt betreffen auch die Frage, wie sich unterschiedliche Betriebsgrößen künftig positionieren können. „Ich bin überzeugt, dass es in sechs bis zehn Jahren wieder eine Kundengruppe geben wird, die sagt: ‚Ich will keine Nummer sein‘“, so Mojescick. „Diese Menschen werden gezielt nach kleineren, persönlichen Maklereinheiten suchen.“

Spezialisierung als Grundlage fachlicher Tiefe

Die zunehmende Komplexität in Produkten und Regulierung führt zu einem wachsenden Bedarf an Expertise. „Nach 39 Jahren in diesem Beruf würde ich sagen, dass ich mich in maximal zwei bis drei Sparten wirklich gut auskenne“, betont Mojescick. „Für mich bedeutet Fachkenntnis, dass ich Bedingungen schreiben, sie wirklich verstehen und mit den Fach- und Schadenabteilungen der Versicherer auf Augenhöhe diskutieren kann.“

Foto oben: KR Helmut Mojescick, Fachgruppenobmann der Wiener Versicherungsmakler

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