zurück zur Übersicht

Beitrag speichern

Allianz Zentrum für Technik entwickelt neue Sicherheitslösungen für den Bobsport

(Bild: © Zaiteva Irina - stock.adobe.com)

Allianz Zentrum für Technik entwickelt neue Sicherheitslösungen für den Bobsport

13. Februar 2026

|

3 Min. Lesezeit

|

Recht & Wissen

Das Allianz Zentrum für Technik (AZT) und der Bob- und Schlittenverband für Deutschland (BSD) haben bei den Olympischen Winterspielen Milano Cortina 2026 neue Systeme zur Erhöhung der Sicherheit im Bobsport vorgestellt. Im Mittelpunkt stehen das Kopfschutzsystem HIP (Head Impact Protection) und das Gurtsystem PASS (Passive Athlete Safety System). Beide Lösungen sollen bis spätestens Mitte 2028 eingesetzt werden.

Kerstin Quirchtmayr

Redakteur/in: Kerstin Quirchtmayr - Veröffentlicht am 13.02.2026

Das Allianz Zentrum für Technik (AZT) hat gemeinsam mit dem BSD und unter Einbindung der Technischen Universität München Sicherheitsanalysen zu den Belastungen bei Bobstürzen durchgeführt. Dabei zeigte sich, dass die beiden vorderen Athleten vor allem durch Kopfaufprall gefährdet sind, während die hinteren Positionen ein erhöhtes Risiko haben, aus dem Bob geschleudert zu werden.

Zur Verbesserung des Kopfschutzes wurde das HIP-System entwickelt. Es soll eine strukturelle Sicherheitszone im Bereich des Kopfes schaffen und direkte Einwirkungen auf die Insassen verhindern. Ziel ist eine standardisierbare Lösung, die auch in bestehende Bobs integrierbar ist und die Beweglichkeit beim Einstieg nicht einschränkt.

Christian Sahr, Leiter des Allianz Zentrum für Technik (AZT):

"Für den Kopfschutz war es entscheidend, dass zuerst eine strukturelle Integration auch in bestehende Bobs einfach möglich ist, um die Umsetzbarkeit bei allen internationalen Teams zu gewährleisten. Daher muss eine weitgehend standardisierbare Ausführung gefunden werden. Zudem darf die Beweglichkeit der Athletinnen und Athleten beim zeitkritischen Einstieg in den Bob nicht behindert werden."

Für die Positionen drei und vier wurde das PASS-Gurtsystem entwickelt. Besonders der Bremser (Position 4) ist bei einem Sturz gefährdet, da seine Körperhaltung das Herausheben aus dem Schlitten begünstigen kann. Das getestete System sieht eine automatische Gurtschlaufe vor, in die der Athlet beim Einstieg springt und die sich anschließend selbstständig um das Becken legt.

Markus Beischl, Ingenieur für Sportgeräte und Sportmaterialien im Allianz Zentrum für Technik (AZT):

"Wir haben mit dem Bob-Team Illmann einige Konzepte am Eiskanal Altenberg testen können. Hierbei hat sich für den Bremser ein Gurtsystem als beste Lösung gezeigt, bei dem der Athlet in eine bereits geöffnete Gurtschlaufe springt und diese sich danach automatisch um sein Becken legt. Im Falle eines Sturzes kann der Sportler so im Schlitten gehalten werden. Damit können Eiskontakte und damit einhergehende Verletzungen wie beispielsweise an der Wirbelsäule oder auch nur Verbrennungen durch das Scheuern auf dem Eis bei hoher Geschwindigkeit vermieden werden."

Für die dritte Position wird derzeit ein weiteres System erprobt, das über einen am Becken getragenen Gurt mit einer automatischen Verschlusseinheit an der Fahrwerkstruktur verbunden ist.

Die Konzepte sollen nun mit den Sport- und Materialkommissionen des Internationalen Bob- & Skeletonverbands (IBSF) abgestimmt werden. Ziel ist eine Umsetzung bis spätestens Mitte 2028.

zurück zur Übersicht

Beitrag speichern

sharing is caring

Das könnte Sie auch interessieren


Ihnen gefällt dieser Beitrag?

Dann hinterlassen Sie uns einen Kommentar!

(Klicken um Kommentar zu verfassen)