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FMA: aushaftendes FX-Kreditvolumen erstmals wieder unter 10 Mrd. Euro
04. Oktober 2021

FMA: aushaftendes FX-Kreditvolumen erstmals wieder unter 10 Mrd. Euro

Das aushaftende Volumen an Fremdwährungskrediten (FX-Kreditvolumen) an private Haushalte hat im 2. Quartal 2021 wechselkursbereinigt um 460 Mio. Euro oder –4,5% abgenommen. Es sank damit innerhalb eines Jahres um 2,15 Mrd. Euro oder –17,6%. Dies geht aus der FMA-Erhebung zu Fremdwährungskrediten zum 2. Quartal 2021 hervor.


Zum 30. Juni 2021 hafteten damit 9,95 Mrd. Euro in fremder Währung aus; und damit erstmals seit 1999 weniger als 10 Mrd. Euro. Seit der Verhängung des Neuvergabe-Stopps im Herbst 2008 ist das FX-Kreditvolumen wechselkursbereinigt um 38,06 Mrd. Euro oder –80,7% zurückgegangen. Der Fremdwährungsanteil an allen aushaftenden Krediten an private Haushalte betrug zum Ende des 2. Quartals 2021 nur mehr 5,9%, um 1,8 Prozentpunkte weniger als ein Jahr davor. Am Höhepunkt des FX-Kreditbooms lag dieser Anteil noch bei 31,8%.

Langfristiger Trend wird fortgesetzt

„Fremdwährungskredite sind ein hochspekulatives Finanzierungsprodukt, das einer Vielzahl kumulativ wirkender Risiken ausgesetzt ist. Gerade die Finanzmarktturbulenzen der vergangenen Jahre haben dies dramatisch und für viele kostspielig vor Augen geführt,“ so der Vorstand der FMA, Helmut Ettl.

„Fremdwährungskredite und Kredite mit Tilgungsträgern sind für langfristige Finanzierungsbedürfnisse privater Haushalte ungeeignet. Der von der FMA bereits 2008 verhängte Neuvergabe-Stopp und die Maßnahmenpakete zur Begrenzung der Risiken bei den noch aushaftenden derartigen Krediten haben diese finanzielle Bedrohung für viele österreichische Haushalte nachhaltig eingedämmt“, so Eduard Müller: .

96,6% der FX-Kredite waren im 2.Quartal in Schweizer Franken (der Rest fast zur Gänze in japanischen Yen) aushaftend, wobei der Wechselkurs in diesem Zeitraum zwischen 1,0883 und 1,1099 zum Euro schwankte. Seit dem Höhepunkt des Fremdwährungskredit-Booms 2008 hat der Schweizer Franken um 50,5% aufgewertet.

Bild: © Boris Zerwann – stock.adobe.com





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