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durchblicker: Finanzielle Lage der Haushalte weiterhin angespannt
16. Juni 2021

durchblicker: Finanzielle Lage der Haushalte weiterhin angespannt

Bei 35% der österreichischen Haushalte hat sich das Haushaltseinkommen coronabedingt in den letzten 15 Monaten reduziert, jeder Sechste davon hat Schwierigkeiten, seine Fixkosten zu decken. Auch der Konsum ist noch verhalten – acht von zehn betroffene Haushalte müssen „den Gürtel enger schnallen“. Das sind die Ergebnisse der durchblicker-Studie zum Haushaltseinkommen in Corona-Zeiten.


Reduzierte Haushaltseinkommen aufgrund der Krise stellt für viele Menschen ein andauerndes Problem darstellt: 45% der Betroffenen gaben an, dass die finanziellen Einbußen länger als zwölf Monate spürbar waren. Das hat deutliche Folgen für das Konsumverhalten. 77% der von Reduktionen Betroffenen geben aktuell an, auf bestimmte Anschaffungen zu verzichten bzw. „den Gürtel enger zu schnallen“. Vor allem gespart werden muss bei Urlaub, Kleidung und Accessoires sowie Freizeit und Hobby.

Überforderung mit Fixkosten unverändert dramatisch

Nach wie vor kann jeder sechste betroffene Haushalt (17% bzw. 6% der Gesamtheit) seine Fixkosten aufgrund der geringeren finanziellen Mittel nicht mehr stemmen. Dass sinkende Haushaltseinkommen hier einschneidende Auswirkungen zeigen, darf laut durchblicker nicht verwundern: In 96% der Haushalte wird die Deckung von Fixkosten aus dem laufenden Einkommen bestritten. Am stärksten betroffen sind Haushalte in Vorarlberg und Kärnten, wo 25 bzw. 24% der Haushalte mit Einkommensreduktion mit ihren Fixkosten überfordert sind. In Tirol und Wien ist das hingegen nur bei 11 bzw. 14% der von Einbußen betroffenen Haushalte der Fall. Größe des Haushalts und Art der Erwerbstätigkeit machen in diesem Zusammenhang kaum einen Unterschied.

Kosten-Optimierung bleibt auf der Agenda

Um sich Spielraum zu verschaffen, haben fast 60% aller österreichischen Haushalte in den letzten 15 Monaten aufgrund der schlechteren finanziellen Lage ihre Fixkosten zumindest einmal optimiert bzw. gesenkt.

„Wir sehen, dass Mobilfunk, Versicherungen und Finanzen jene Bereiche sind, in denen die Menschen am ehesten Optimierungsschritte setzen. Bei Miete, Gas und Home-Internet ist das in deutlich geringerem Ausmaß der Fall. Unterm Strich wäre hier aber mehr möglich: Leider hält sich immer noch der Mythos, dass die Höhe der Ersparnis den Aufwand von Optimierungsschritten nicht rechtfertigt. Das Gegenteil ist der Fall: Das Spar-Potenzial bei den gängigen Fixkosten liegt bei bis zu 2.650 Euro pro Jahr“, so Reinhold Baudisch, Geschäftsführer von durchblicker.

45% der betroffenen Haushalte blicken pessimistisch auf 2021

Die Zukunftsaussichten werden weiter eher verhalten eingeschätzt. Optimisten und Pessimisten halten sich beinahe die Waage: 55% der Befragten mit Einkommenseinbußen glauben, dass sich ihr Haushaltseinkommen im Laufe des Jahres wieder erhöhen wird, 45% sehen das nicht so.

Kurzarbeit ist Hauptgrund, Nieder- und Oberösterreich am stärksten betroffen

Beinahe bei jedem zweiten in Mitleidenschaft gezogenen Haushalt (45%) ist die Kurzarbeit Ursache für die verschlechterte Einkommenslage, 27% geben den Verlust des Arbeitsplatzes an, 19% einen Umsatzrückgang bei selbstständiger Arbeit. Haushalte in Oberösterreich (41%), Niederösterreich (38%) und Tirol (37%) sind überdurchschnittlich häufig von Einkommenseinbußen betroffen sind. Noch am besten kommen jene in Kärnten, der Steiermark und in Vorarlberg davon, wo etwa ein Drittel der Haushalte angibt, mit geringeren finanziellen Mitteln auskommen zu müssen (27, 30 bzw. 31%).

Bild: ©magele-picture – stock.adobe.com





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