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Allianz Pulse: Österreich bei KI-Nutzung und Weiterbildung im Rückstand

(Bild: © KI generiert)

Allianz Pulse: Österreich bei KI-Nutzung und Weiterbildung im Rückstand

14. Oktober 2026

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6 Min. Lesezeit

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Studien

Österreich liegt bei der Nutzung künstlicher Intelligenz unter dem internationalen Durchschnitt. Gleichzeitig sind die Sorgen über die Auswirkungen auf Arbeitsplätze besonders ausgeprägt. Das zeigt die Allianz-Pulse-Umfrage 2026, für die jeweils 1.000 Personen in acht Ländern befragt wurden. Auch bei betrieblichen KI-Schulungen schneidet Österreich vergleichsweise schwach ab.

Kerstin Quirchtmayr

Redakteur/in: Kerstin Quirchtmayr - Veröffentlicht am 14.10.2026

In Österreich nutzen 43% der Befragten mindestens einmal pro Woche künstliche Intelligenz. Im Durchschnitt der acht untersuchten Länder sind es 48%. Am höchsten liegt die regelmäßige Nutzung in den USA und Spanien mit jeweils rund 55%. Deutschland und Frankreich erreichen Werte von knapp über 40%.

Deutliche Unterschiede zeigen sich zwischen den Generationen. Während 74% der österreichischen Generation Z KI zumindest wöchentlich verwenden, sind es bei den Babyboomern lediglich 23%. Auch die Nutzung im beruflichen Umfeld bleibt begrenzt: 56% der österreichischen KI-Nutzer verwenden die Technologie überwiegend privat, 44% zumindest teilweise für Arbeit oder Ausbildung.

Sorgen um Arbeitsplätze besonders groß

Die österreichischen Befragten beurteilen die Auswirkungen künstlicher Intelligenz negativer als die Teilnehmer in den anderen untersuchten Ländern. Der Stimmungssaldo, also die Differenz zwischen positiven und negativen Einschätzungen, liegt für KI insgesamt bei minus 51 Prozentpunkten. Im Länderdurchschnitt beträgt er minus 34 Prozentpunkte.

Noch deutlicher fällt die Skepsis bei den wirtschaftlichen Folgen aus. Hier liegt der österreichische Saldo bei minus 59 Prozentpunkten gegenüber minus 43 Prozentpunkten im Durchschnitt.

Besonders ausgeprägt sind die Sorgen um Arbeitsplätze: 85% der Befragten erwarten negative und nur 4% positive Auswirkungen auf die Beschäftigung. Der Saldo beträgt damit minus 81 Prozentpunkte. Im Vorjahr lag er noch bei minus 62 Prozentpunkten.

Trotz dieser Einschätzung rechnen die Befragten für ihre persönliche Produktivität eher mit Vorteilen. Hier überwiegen die positiven Erwartungen die negativen um 23 Prozentpunkte. 41% erwarten allerdings wenig oder gar keine Auswirkungen auf ihre eigene Produktivität.

Ludovic Subran, Chefvolkswirt und Chief Investment Officer der Allianz, sieht vor allem bei der beruflichen Anwendung Handlungsbedarf:

"Für Europa kommt es darauf an, KI so einzusetzen, dass sie Produktivität und Wachstum stärkt. Viele Menschen nutzen KI bereits, doch zu wenige setzen sie im Job wirksam ein. Wenn wir diese Lücke nicht entschlossener schließen, drohen Österreich und Europa im KI-Wettlauf zurückzufallen und Chancen für künftigen Wohlstand zu verspielen."

Die Befragten gehen überwiegend davon aus, dass KI bestehende Tätigkeiten verändert, anstatt Arbeitsplätze vollständig zu ersetzen.

In Österreich erwarten 6%, dass ihr Arbeitsplatz durch KI ganz wegfällt. Weitere 18% rechnen damit, dass wesentliche Teile ihrer Arbeit übernommen werden. 31% gehen hingegen davon aus, dass KI sie bei ihren Aufgaben unterstützt. Insgesamt erwarten damit 49% eine teilweise Veränderung ihrer Arbeit.

Dabei unterscheiden sich die Erwartungen je nach eigener Erfahrung mit der Technologie. Von den Beschäftigten, die KI bereits beruflich einsetzen, rechnen 50% mit einer unterstützenden Funktion. Unter denjenigen, die KI nicht beruflich nutzen, sind es lediglich 12%.

Nur 11% haben eine KI-Schulung erhalten

Bei der betrieblichen Weiterbildung liegt Österreich ebenfalls unter dem internationalen Durchschnitt. Nur 11% der befragten Erwerbstätigen haben am Arbeitsplatz eine KI-Schulung erhalten. Über alle acht Länder hinweg beträgt der Anteil 17%, in den USA 30%. Lediglich Polen liegt mit 10% noch darunter.

Mehr als die Hälfte der österreichischen Erwerbstätigen (52%) gibt an, dass ihr Arbeitgeber keine KI-Schulungen anbietet. Das ist der höchste Wert unter den untersuchten Ländern; im Durchschnitt sind es 44%.

Die Ergebnisse zeigen außerdem, dass länderübergreifend vor allem höher qualifizierte Beschäftigte Zugang zu entsprechenden Weiterbildungsangeboten haben.

Wunsch nach stärkerer Regulierung wächst

Neben den Auswirkungen auf die Arbeitswelt beschäftigt die Befragten auch die Frage, wie sich KI auf gesellschaftliche Unterschiede auswirken könnte. In Österreich erwarten 45%, dass die Technologie bestehende Ungleichheiten verstärkt. Im Länderdurchschnitt sind es 37%.

Bei den konkreten Risiken nennen die österreichischen Befragten am häufigsten Desinformation (27%), gefolgt vom Kontrollverlust über fortgeschrittene KI-Systeme (21%), Datenschutzproblemen (19%) und dem Verlust von Arbeitsplätzen (14%). Die Sorge vor einem Kontrollverlust ist in Österreich stärker ausgeprägt als in allen anderen untersuchten Ländern.

Parallel dazu wächst die Zustimmung zu einer strengeren Regulierung. Der Saldo zwischen Befürwortern und Gegnern stieg in Österreich von plus 56 Prozentpunkten im Jahr 2025 auf plus 77 Prozentpunkte im Jahr 2026.

Simon Krause, Ökonom bei Allianz Research, erklärt:

"Die Angst vor Künstlicher Intelligenz ist groß. Fast die Hälfte der Befragten in Österreich rechnet damit, dass KI ihren Job in Teilen verändert. Sechs Prozent gehen sogar davon aus, dass KI ihren Arbeitsplatz in den nächsten fünf Jahren komplett ersetzt. Hinzu kommen große Sorgen vor zunehmender Ungleichheit und um die Sicherheit der Technologie. Daher überrascht es nicht, dass sich eine überwältigende Mehrheit der Österreicher für eine strengere Regulierung von KI ausspricht."

Zur Umfrage

Für die achte Ausgabe des „Allianz Pulse“ wurden jeweils 1.000 Personen in Österreich, Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Polen, Großbritannien und den USA befragt. Insgesamt umfasst die repräsentative Erhebung damit 8.000 Teilnehmer. Im Mittelpunkt standen die Nutzung künstlicher Intelligenz, ihre erwarteten Auswirkungen auf Arbeit und Wirtschaft sowie Weiterbildung und Regulierung.

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