Freizeitunfälle verursachen jedes Jahr hohe gesundheitliche und finanzielle Belastungen. Der VVO (Verband der Versicherungsunternehmen Österreichs) weist darauf hin, dass die gesetzliche Unfallversicherung bei Unfällen in der Freizeit nicht greift. Private Unfallversicherungen zahlten im Vorjahr erstmals mehr als 1 Mrd. Euro an Leistungen aus.
Redakteur/in: Kerstin Quirchtmayr - Veröffentlicht am 02.06.2026
Während Arbeitnehmer und Personen in Ausbildung bei Arbeits- oder Schulunfällen durch die gesetzliche Unfallversicherung abgesichert sind, gilt dieser Schutz nicht für Unfälle in der Freizeit.
Eine private Unfallversicherung kann die gesetzliche Absicherung ergänzen und Leistungen etwa bei Invalidität oder im Ablebensfall erbringen. Je nach Vertragsumfang können auch Bergungskosten oder medizinisch notwendige Rücktransporte aus dem Ausland gedeckt sein. Die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt die Kosten einer Hubschrauberbergung grundsätzlich nicht. Diese können mehrere tausend Euro betragen.
Ralph Müller, Vizepräsident des Verbands der Versicherungsunternehmen Österreichs (VVO):
"Ein Unfall kann das Leben schlagartig verändern, wobei eine private Unfallversicherung die finanziellen Folgen zumindest teilweise abfedern kann. Im Vorjahr haben Österreichs private Versicherer in der Unfallversicherung erstmals mehr als eine Milliarde Euro an Leistungen an die Kunden ausbezahlt. Der private Sektor leistet damit einen unverzichtbaren Beitrag bei der Absicherung von Freizeitrisiken."
Rund 70.000 Verletzte in drei Sommermonaten
Laut der KFV-Unfalldatenbank IDB-Austria verletzten sich im vergangenen Jahr in den Monaten Juni, Juli und August rund 69.200 Menschen bei Freizeitunfällen so schwer, dass sie im Krankenhaus behandelt werden mussten.
Rund 44% dieser Unfälle ereigneten sich bei sportlichen Aktivitäten. Die meisten Verletzten gab es beim Fußball mit durchschnittlich 8.700 Personen. Beim Wandern und Klettern wurden rund 5.300 Verletzte registriert, beim Tennis und Tischtennis 2.200 sowie beim Mountainbiken 2.000.
Christian Schimanofsky, Direktor des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KFV):
"Gerade in den Sommermonaten sind viele Menschen in ihrer Freizeit entspannter unterwegs, dadurch werden Unfallrisiken jedoch oft unterschätzt. Doch Unfälle können nicht nur gesundheitlich, sondern auch organisatorisch und finanziell rasch zur Belastung werden. Denn im Ausland gelten oft andere Regelungen und die medizinische Versorgung ist teilweise nicht mit österreichischen Standards vergleichbar."
Hitze als zusätzlicher Risikofaktor
Neben den klassischen Unfallgefahren rückt zunehmend auch Hitze in den Fokus. Die Zahl der Hitzetage mit Temperaturen über 30 Grad ist in den vergangenen Jahrzehnten gestiegen. Hohe Temperaturen können zu Erschöpfung, Konzentrationsproblemen und damit zu einem erhöhten Unfallrisiko führen. Besonders gefährdet sind ältere Menschen, Personen mit Vorerkrankungen, aber auch sportlich Aktive.
Wolfgang Schobersberger, Leiter des Instituts für Sport-, Alpinmedizin & Gesundheitstourismus:
"Selbst in den Bergen kann es trotz kühlerer Luft und ausreichendem Trinken zu Überhitzung kommen. Die Körperkerntemperatur kann bei intensiver körperlicher Belastung auf über 41 Grad steigen – ein lebensgefährlicher Zustand. "
Schobersberger weist zudem darauf hin, dass andere Länder bereits umfassende Hitzekonzepte etabliert haben. In Österreich fehle es bislang weitgehend an vergleichbaren Strategien zur Hitzeprävention. Daher seien entsprechende Konzepte sowohl für die individuelle Sicherheit als auch für Veranstaltungen notwendig.
Foto oben v.l.n.r.: Christian Schimanofsky ,KFV-Direktor, Wolfgang Schobersberger, Leiter des Instituts für Sport-Alpinmedizin und Gesundheitstourismus Tirol Kliniken und UMIT Tirol, Hall, Ralf Müller, Vizepräsident VVO, Christian Eltner, Generalsekretär des VVO
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