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Maklermarkt im Wandel: Generali setzt auf Service und Digitalisierung

Maklermarkt im Wandel: Generali setzt auf Service und Digitalisierung

29. Mai 2026

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5 Min. Lesezeit

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Im Blickpunkt

Reinhard Pohn, Vorstand für Vertrieb und Marketing der Generali Versicherung AG, ordnet aktuelle Entwicklungen im Maklermarkt ein und beschreibt, wie sich Kundenerwartungen, Vertrieb und Produkte verändern. Im Fokus stehen Servicequalität, technologische Weiterentwicklung und strategische Schwerpunkte für die kommenden Jahre.

Kerstin Quirchtmayr

Redakteur/in: Kerstin Quirchtmayr - Veröffentlicht am 29.05.2026

Konsolidierung verändert den Maklermarkt

Die Entwicklungen im Maklermarkt sind laut Pohn stark von strukturellen Veränderungen geprägt. Neben zunehmenden Übernahmen sieht er auch eine steigende Dynamik innerhalb bestehender Strukturen. „Der Maklermarkt steht unter starkem Konsolidierungsdruck. Investorengruppen kaufen zunehmend Unternehmen auf. Ein professionelles Beziehungsmanagement zu Verkäufer_innen und Investor_innen ist ein zentraler Erfolgsfaktor. Parallel dazu ist eine hohe Dynamik innerhalb der Maklerverbünde zu beobachten. Die Generali setzt einen starken Fokus auf die Weiterentwicklung eines eigenen Verbunds, den Ausbau der elektronischen Datenübertragung sowie die Reduktion von Komplexität“, so Pohn.

Kundenerwartungen werden differenzierter

Die Erwartungen der Kunden entwickeln sich laut Pohn zunehmend auseinander – je nach Zielgruppe und Kommunikationsverhalten. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit, unterschiedliche Zugänge parallel zu bedienen: „Die Kundenerwartungen verändern sich heute schneller denn je. Unsere Kund_innen sind informierter und haben klare Erwartungen. Sie wünschen sich Services, die nahtlos funktionieren und individuell auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten sind – kanalübergreifend und ohne Umwege. Gleichzeitig wird die Kundenansprache immer zielgruppenabhängiger: Während sich die jüngere Generation vor allem schnelle und digitale Kommunikation wünscht, bevorzugen ältere Kund_innen häufig noch eine persönliche Beratung.“

Technologie als Unterstützung, nicht als Ersatz

Digitale Tools und KI werden vor allem zur Effizienzsteigerung eingesetzt. Der persönliche Kontakt bleibt aus Sicht des Unternehmens jedoch zentral. „Neue Technologien eröffnen Chancen. Wir nutzen diese als Unterstützung, um Prozesse zu vereinfachen, administrative Tätigkeiten zu reduzieren und unsere Services zu verbessern. Trotz aller technologischer Entwicklungen bleibt eines unverändert: Der Mensch steht im Zentrum unseres Handelns. Versicherung ist und bleibt ein „Mensch-zu-Mensch-Geschäft“, denn gerade in unserer Branche ist Vertrauen der entscheidende Faktor“, betont Pohn.

Standardisierung im Maklergeschäft

Mit OMDS 3.0 setzt die Generali auf standardisierte Prozesse im Datenaustausch mit Maklern. Ziel ist eine effizientere Abwicklung im Tagesgeschäft. „Durch OMDS 3.0 werden nicht nur Beratungen effizienter durchgeführt, sondern auch Vertrags-, Stamm- und Schadendaten direkt abgerufen und Schadenmeldungen digital übermittelt. Das reduziert Verwaltungsaufwand und spart wertvolle Zeit. Gleichzeitig werden wichtige rechtliche Anforderungen wie etwa IDD oder Datenschutz automatisch berücksichtigt“, erklärt Pohn.

Nachwuchs bleibt Engpass

Die Branche steht vor einem Generationenwechsel, der sowohl die Betreuung bestehender Kunden als auch die Gewinnung neuer Vertriebspartner betrifft. „Viele Kundenbetreuer_innen gehen in den nächsten Jahren in Pension. Es sind also nicht nur attraktive Modelle notwendig, um Kundenbestände zu übergeben, wir brauchen auch mehr Kundenbetreuer_innen. Bei der Generali verfolgen wir daher diverse Rekrutierungsinitiativen wie etwa das interaktive Versicherungsspiel „Future Agent Challenge“, unser Mitarbeiterempfehlungstool „My Referrals“ sowie die gezielte Ansprache über Social Media“, so Pohn.

Klare Themen für 2026

Für das Jahr 2026 definiert die Generali mehrere inhaltliche Schwerpunkte, die sich aus demografischen und gesellschaftlichen Entwicklungen ableiten. „Wir setzen klare Produkt-Schwerpunkte: Die private Altersvorsorge spielt weiterhin eine wichtige Rolle. Die österreichische Bevölkerung wird älter, die Lebenserwartung steigt und gleichzeitig sinkt der Anteil der Erwerbstätigen. Damit gewinnt das etablierte 3-Säulen-Modell – staatliche, betriebliche und private Vorsorge – weiter an Bedeutung“, erklärt Pohn.

Erweiterung im Produktangebot

Die Produktentwicklung orientiert sich laut Pohn an klar definierten Zielgruppen und deren spezifischen Bedürfnissen, insbesondere im Gesundheitsbereich: „In der Krankenversicherung erweitern wir unser Home of Health um drei neue Tarife. Mit Smart fit schaffen wir ein Angebot, das speziell auf junge, gesundheitsbewusste Menschen zugeschnitten ist. Der Krankentarif verbindet präventive Leistungen mit digitalen Services und Lifestyle-Angeboten, abgestimmt auf moderne Gesundheitsgewohnheiten und einen aktiven Alltag.“

Foto oben: Reinhard Pohn, Vorstand für Vertrieb und Marketing der Generali Versicherung AG

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