Swiss Re: Versicherte Schäden aus Naturkatastrophen weltweit 22% über dem Durchschnitt

Swiss Re: Versicherte Schäden aus Naturkatastrophen weltweit 22% über dem Durchschnitt

02. August 2022

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4 Min. Lesezeit

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News-Versicherungen

Überschwemmungen und Stürme treiben im ersten Halbjahr 2022 weltweit versicherte Katastrophenschäden von USD 38 Milliarden an, 22% über dem Durchschnitt der letzten zehn Jahre (29 Mrd. US-Dollar), schätzt das Swiss Re Institute.

Kerstin Quirchtmayr

Redakteur/in: Kerstin Quirchtmayr - Veröffentlicht am 8/2/2022

Vom Menschen verursachte Ereignisse lösten zusätzliche versicherte Schäden in Höhe von 3 Mrd. US-Dollar aus, wodurch sich die gesamten katastrophenversicherten Schäden auf 38 Mrd. US-Dollar beliefen. Die Rekordtemperaturen in vielen Teilen Europas können zu weiteren Schäden durch Dürren und Waldbrände führen. Die Unwetterereignisse der vergangenen sechs Monate verdeutlichen einmal mehr, dass Naturkatastrophen, insbesondere Folgegefahren, in allen Regionen an Häufigkeit und Schwere zunehmen.

„Die Auswirkungen des Klimawandels zeigen sich in zunehmend extremen Wetterereignissen wie den beispiellosen Überschwemmungen in Australien und Südafrika. Dies bestätigt den Trend, den wir in den letzten fünf Jahren beobachtet haben, dass sekundäre Gefahren versicherte Schäden in allen Teilen der Welt verursachen. Im Gegensatz zu Hurrikanen oder Erdbeben sind diese Gefahren allgegenwärtig und werden durch die rasche Urbanisierung in besonders gefährdeten Gebieten verschärft. Angesichts des Ausmaßes der Verwüstung auf der ganzen Welt erfordern sekundäre Gefahren die gleiche disziplinierte Risikobewertung wie primäre Gefahren wie Hurrikane“, so Martin Bertogg, Leiter Katastrophengefahren bei Swiss Re.

„Klimawandel ist eines des größten Risiken für Gesellschaft und Wirtschaft weltweit“

Im Februar traf eine Reihe von Winterstürmen Europa und verursachte geschätzte versicherte Schäden von 3,5 Mrd. US-Dollar, was diese zentrale Gefahr wieder auf die Agenda der Versicherungsbranche brachte. Im Februar und März führten sintflutartige Regenfälle zu weit verbreiteten Überschwemmungen in Australien. Sie stellte mit bisher knapp 3,5 Mrd. US-Dollar einen neuen Rekord bei den Hochwasserschäden im Land auf. Für die Versicherungswirtschaft ist dies eine der teuersten Naturkatastrophen aller Zeiten im Land und das teuerste Ereignis weltweit im ersten Halbjahr 2022, gemessen an den versicherten Schäden. Überschwemmungen in Südafrika sowie in Indien, China und Bangladesch bestätigen das wachsende Verlustpotenzial durch Überschwemmungen in urbanisierten Gebieten weltweit.

In der ersten Jahreshälfte 2022 trafen Unwetter wie Hagelstürme und Starkregen Frankreich und verursachten bisher geschätzte 4 Mrd. Euro an versicherten Marktschäden, basierend auf Daten des französischen Verbandes der Versicherungsunternehmen.

Zwei schwere sommerliche Hitzewellen, die zu Rekordtemperaturen in ganz Europa geführt haben, haben in ganz Südwesteuropa zerstörerische Waldbrände ausgelöst. Die globale Durchschnittstemperatur für Juni 2022 lag etwa 0,3°C über dem Durchschnitt von 1991–2020 und ist damit der drittwärmste Juni seit Beginn der Aufzeichnungen. Da vorhergesagt wird, dass das sich erwärmende Klima Dürren verschlimmern wird, steigt die Wahrscheinlichkeit von Waldbränden, die größere Schäden verursachen, wenn sich die rasche Zersiedelung der Wildland-Stadt-Schnittstelle überschneidet.

„Der Klimawandel ist eines der größten Risiken, denen unsere Gesellschaft und die Weltwirtschaft ausgesetzt sind. Da 75% aller Naturkatastrophen immer noch nicht versichert sind, sehen wir große Schutzlücken, die sich durch die heutige Krise der Lebenshaltungskosten weltweit verschärfen. Durch die Partnerschaft mit dem öffentlichen Sektor ist die Versicherungsbranche von entscheidender Bedeutung, um die Widerstandsfähigkeit der Gesellschaft gegenüber Klimarisiken zu stärken, indem sie in eine nachhaltige Infrastruktur investiert und diese sicherstellt“, so Jérôme Jean Haegeli, Group Chief Economist von Swiss Re.

Die weltweiten wirtschaftlichen Schäden durch Naturkatastrophen und vom Menschen verursachte Katastrophenereignisse werden im ersten Halbjahr 2022 auf 75 Mrd. US-Dollar geschätzt. Das liegt unter dem Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre (80 Mrd. US-Dollar).

Bild: ©peterschreiber.media – stock.adobe.com

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