Geopolitische Spannungen, Cyberangriffe, Lieferkettenprobleme und wirtschaftliche Unsicherheit erhöhen den Druck auf Unternehmen. Beim KOBAN SÜDVERS Risk Summit 2026 diskutierten Entscheidungsträger aus Wirtschaft und Risikomanagement darüber, wie sich Betriebe auf eine zunehmend komplexe Risikolandschaft einstellen können. Im Fokus standen dabei nicht nur Versicherungen, sondern vor allem Orientierung, Resilienz und strategische Handlungsfähigkeit.
Redakteur/in: Andreas Richter - Veröffentlicht am 19.06.2026
Unternehmen sehen sich heute mit einer Risikolandschaft konfrontiert, die komplexer und dynamischer ist als jemals zuvor. Geopolitische Spannungen, Cyberangriffe, Naturkatastrophen, regulatorische Anforderungen und wirtschaftliche Unsicherheiten wirken zunehmend gleichzeitig und verstärken sich gegenseitig. Vor diesem Hintergrund veranstaltete KOBAN SÜDVERS in Salzburg den zweiten KOBAN SÜDVERS Risk Summit und brachte CEOs, CFOs, Inhouse Broker sowie Experten aus Wirtschaft, Recht und Versicherungswesen zum fachlichen Austausch zusammen.
Bereits in seiner Begrüßung machte Mag. Dr. Klaus Koban, MBA, deutlich, dass Unternehmen heute deutlich mehr benötigen als klassische Versicherungslösungen. Die Anforderungen an das Risikomanagement hätten sich grundlegend verändert. Risiken seien stärker miteinander vernetzt, komplexer und oftmals schwer kalkulierbar geworden. Gerade deshalb brauche es Plattformen, die unterschiedliche Perspektiven zusammenbringen und Orientierung bieten.
„Heute brauchen Unternehmer nicht mehr nur Versicherungen. Sie brauchen Orientierung in einer Risikolage, die komplexer, vernetzter und letztlich auch schwer kalkulierbarer geworden ist“, betonte Koban vor den Teilnehmern. Der Risk Summit verstehe sich daher bewusst als Diskussions-, Netzwerk- und Wissensplattform, die den Austausch zwischen Wirtschaft, Recht und Risikomanagement fördert.
Einen der inhaltlichen Höhepunkte lieferte die Eröffnungskeynote von Dr. Martin Pfeffer, CEO der VALTUS Management Factory Corporate Advisory GmbH. Unter dem Titel „Krisensituationen in Unternehmen – Lösungen als Executive Interim Manager“ beleuchtete er die Herausforderungen von Unternehmen in Ausnahmesituationen.
Pfeffer zeigte auf, dass Krisen heute häufig nicht mehr isoliert auftreten, sondern sich aus einer Kombination unterschiedlicher Faktoren entwickeln. Wirtschaftliche Schwierigkeiten, operative Probleme, Personalengpässe oder externe Schocks könnten Unternehmen innerhalb kurzer Zeit vor existenzielle Herausforderungen stellen. In solchen Situationen sei vor allem rasche Handlungsfähigkeit gefragt.
Als Executive Interim Manager begleitet Pfeffer Unternehmen genau in diesen Phasen. Seine zentrale Botschaft: Krisenmanagement erfordert nicht nur Fachwissen, sondern vor allem Erfahrung, Entscheidungsstärke und die Fähigkeit, auch unter hohem Druck handlungsfähig zu bleiben. Externe Führungskräfte auf Zeit könnten dabei helfen, festgefahrene Situationen zu analysieren, notwendige Maßnahmen umzusetzen und Veränderungsprozesse zu beschleunigen.
Der Risk Summit zeigte aber auch, wie vielfältig die aktuellen Risikofelder geworden sind. Philipp Traussnig, MA, MBA, Geschäftsführer der TRAUSSNIG Spedition GmbH, sprach über die zunehmende Verwundbarkeit von Lieferketten und Transportstrukturen. Demografische Entwicklungen, Fachkräftemangel und eingeschränkte Transportkapazitäten würden die Resilienz vieler Unternehmen auf die Probe stellen. Ein weiterer Schwerpunkt galt dem Thema Cyberrisiken. Patrick Bardel, CEO der BPN Group, und Michael Geisler, CISO der Lagermax Lagerhaus und Speditions AG, erläuterten, weshalb Cyberrisiken längst auf Vorstandsebene angekommen sind und welche Informationen Entscheidungsträger benötigen, um Cyberbedrohungen realistisch einschätzen zu können.
Abgerundet wurde das Programm durch zwei hochkarätig besetzte Podiumsdiskussionen. Diskutiert wurden die Herausforderungen der Großschadenabwicklung im Spannungsfeld zwischen Regulierung, Kundenerwartungen und operativer Realität sowie Erfolgsfaktoren internationaler Versicherungsprogramme in einer globalisierten Wirtschaft.
Der KOBAN SÜDVERS Risk Summit machte deutlich, dass modernes Risikomanagement heute weit über die Absicherung einzelner Risiken hinausgeht. Gefragt sind ganzheitliche Strategien, die Prävention, Krisenmanagement, Resilienz und Versicherbarkeit miteinander verbinden. Für viele Unternehmen wird genau diese Fähigkeit zunehmend zu einem entscheidenden Wettbewerbsfaktor.
Foto oben: Dr. Martin Pfeffer, CEO der VALTUS Management Factory Corporate Advisory GmbH
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