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Die Zukunft der fondsgebundenen Lebensversicherung liegt in der Digitalisierung

(Bild: © magele-picture - stock.adobe.com)

Die Zukunft der fondsgebundenen Lebensversicherung liegt in der Digitalisierung

02. April 2026

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5 Min. Lesezeit

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Im Blickpunkt

Zuletzt waren die Einlagen in fondsgebundenen Lebensversicherungen (FLV) trotz des schwierigen wirtschaftlichen und finanziellen Umfelds relativ dynamisch. Dies ist insbesondere auf eine Verlagerung des Anlegerverhaltens hin zu renditestarken, aber risikoreicheren Anlageformen zurückzuführen. In diesem Kontext müssen Versicherer mehr denn je ihr Geschäftsmodell neu erfinden, indem sie die Verwaltung der fondsgebundenen Lebensversicherungen automatisieren und so eine effizientere Steuerung gewährleisten.

Artikel von:

Maxim Pertl

Maxim Pertl

Partner Geschäftsentwicklung DACH bei Clearwater Analytics (CWAN)

Um den Bedürfnissen ihrer Kunden gerecht zu werden, industrialisieren Versicherer ihre Prozesse und setzen auf Digitalisierung. Zukunftssichere Technologie-Lösungen ermöglichen es der Branche, manuelle Prozesse und isolierte Insellösungen zu beseitigen und alle Funktionen für die Kapitalanlage, einschließlich Orderausführung, Datenabgleich, Performance, Compliance und Risikoanalyse in einem einheitlichen System zu integrieren. Dadurch können nicht nur regulatorische Anforderungen (z.B. DORA – Digital Operational Resilience Act) erfüllt, sondern zugleich Prozesse verschlankt, Ressourcen geschont und die operative Sicherheit erhöht werden.

Die Verwaltung von fondsgebundenen Lebensversicherungen (FLVs) unterliegt heute einer Logik der Personalisierung und der Notwendigkeit, Informationen in Echtzeit zu verarbeiten. Da die Kunden immer spezifischere Bedürfnisse äußern, müssen Versicherer maßgeschneiderte Lösungen einführen, um ihre Prozesse zu automatisieren und ihre Investitionsdaten zu konsolidieren. Die Personalisierung der Kundenbeziehung führt zu erheblichen Herausforderungen in der Steuerung Tausender FLVs, insbesondere durch die Berücksichtigung einer wachsenden Anzahl von Risikoprofilen. Derzeit stoßen die Legacy-Verwaltungssysteme bei der Industrialisierung dieser Modelle an ihre Grenzen. Um den Kundenanforderungen gerecht zu werden, müssen Versicherer ihre Geschäftsprozesse verbessern und ihre Arbeitsabläufe automatisieren.

Eine weitere Herausforderung stellen die wachsenden Abflüsse aus dem Lebensversicherungsgeschäft dar. Die alternde Bevölkerung wird für die Lebensversicherer zunehmend zu einer großen Herausforderung. Viele Verträge stehen in den nächsten Jahren zur Auszahlung an, und branchenweit kompensiert das Neugeschäft teilweise diesen Trend nicht. Das bedeutet im Klartext, dass derzeit Milliardenbeträge von den Versicherern abfließen – an den Vermittlern vorbei, denen hier eine große Chance auf Folge- und Neugeschäft entgeht. Geldmarktfonds und Kurzläufer bieten eine Möglichkeit, Kapitalabflüsse aus dem Lebensversicherungsgeschäft abzufangen. Hierzu bedarf es jedoch einer integrierten CRM-Lösung, um die individuelle Kundensituation rechtzeitig zu erfassen und eine gezielte Ansprache zu unterstützen.

Durch den Einsatz veralteter Tools setzen sich Versicherer Risiken im Zusammenhang mit der Deckung von Kundenverpflichtungen aus, beispielsweise aufgrund fehlender Funktionalitäten zur Kontrolle von Passiv-/Aktivabweichungen. Eine verbesserte Nachverfolgung ermöglicht häufigere, genauere und individuellere Berichte, die den Anforderungen der Endkunden gerecht werden. In diesem Zusammenhang liefert unsere jüngste Studie eine aussagekräftige Zahl: Europäische Versicherer geben an, dass 80 % ihrer Tätigkeiten im Zusammenhang mit der Erstellung von Berichten noch manuell durchgeführt werden.

Hohe Exposition gegenüber
operationellen Risiken

Dieselbe Studie berichtet, dass 90% der Versicherer nicht glauben, ihr derzeitiges Betriebsmodell könne den zukünftigen Anforderungen ihres Unternehmens gerecht werden. Digitalisierung, innovative Technologien, Wettbewerb und Kundenerwartungen setzen die Versicherungsbranche einem starken, grundlegenden transformativen Wandel aus. Im Bereich der Verwaltung von Rechnungseinheiten stellt der Mangel an Konsolidierung, Industrialisierung und Digitalisierung eine tägliche Herausforderung dar: Lebensversicherungen weisen teilweise einen technologischen Rückstand auf und arbeiten teils mit Schatten-IT (z. B. Excel), was zu Herausforderungen bei den operativen Risiken, der Steuerung und der Prüfung führt.

Fazit

Mit modernen Cloud-Lösungen für fondsgebundene Lebensversicherungen lassen sich Datensilos auflösen und manuelle Bestandsprozesse automatisieren. Diese Lösungen bieten Zukunfts- und IT-Sicherheit, Skalierbarkeit und einen Audit-Trail für alle Prozesse. Dadurch erhalten Kunden Zugriff auf ein digitales Portal, um die gesamte Investitionskette präzise zu steuern und große Transaktionsvolumen zu bewältigen.

Versicherer müssen sich nicht zuletzt deshalb besser digital aufstellen, um dem demografischen Wandel zu begegnen. Dieser Wandel ist nicht nur im Vertrieb spürbar, sondern betrifft durch den zunehmenden Fachkräftemangel alle Bereiche der Versicherer. Insbesondere im Bereich der Middle- und Back-Offices der Kapitalanlageseite, im Reporting oder im Rechnungswesen, der Informations- und Datenverwaltung sind digitale Prozesse unabdingbar, um im Wettbewerb bestehen zu können.

Den gesamten Beitrag lesen Sie auch in der AssCompact April-Ausgabe!

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